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22.01.2019

Kunststoff im kulturhistorischen Kontext

Forschungsprojekt untersucht Einfluss auf kulturelle Entwicklung

  • Seit 2017 befinden sich 20.000 Exponate des Kunststoff-Museums als Dauerleihgabe in Sammlungsdepots des LVR-Industriemuseums (© L.Burkert/TH Köln, CICS)

    Seit 2017 befinden sich 20.000 Exponate des Kunststoff-Museums als Dauerleihgabe in Sammlungsdepots des LVR-Industriemuseums (© L.Burkert/TH Köln, CICS)

  • Im Forschungsprojekt soll der kulturhistorische Kontext von Kunststoffen untersucht werden. (© Kunststoff-Museums-Verein)

    Im Forschungsprojekt soll der kulturhistorische Kontext von Kunststoffen untersucht werden (© Kunststoff-Museums-Verein)

  • Das vom BMBF geförderte Projekt soll den Einfluss des Werkstoffs auf die kulturelle Entwicklung erforschen. Auch Erhaltungsmöglichkeiten für kunsthistorische Kunststoffobjekte sind Gegenstand des Forschungsprojekts (© Kunststoff-Museums-Verein)

    Das vom BMBF geförderte Projekt soll den Einfluss des Werkstoffs auf die kulturelle Entwicklung erforschen. Auch Erhaltungsmöglichkeiten für kunsthistorische Kunststoffobjekte sind Gegenstand des Forschungsprojekts (© Kunststoff-Museums-Verein)

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Preiswerte Massenprodukte prägten und prägen die Konsumgesellschaft des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Taster und Schalter aus Kunststoff elektrifizierten die Welt, Telefone oder Radios aus Bakelit ermöglichten eine flächendeckende Kommunikation, die vorher so nicht denkbar war. Seit Juni 2017 befindet sich die 20.000 Objekte umfassende Sammlung des Deutschen Kunststoff-Museums als Dauerleihgabe im Peter-Behrens-Bau, dem zentralen Sammlungsdepot des Industriemuseums des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

Jetzt untersucht das LVR-Industriemuseum mit Partnern im Rahmen des vierjährigen interdisziplinären Förderprojektes „Kunststoff – Ein moderner Werkstoff im kulturhistorischen Kontext“ den Siegeszug der Kunststoffe vom preiswerten Ersatzstoff zu einem der wichtigsten Rohstoffe der Gegenwart anhand prägnanter Kunststofferzeugnisse aus der Sammlung.

Geförderte Kooperation

Zu diesem Zweck kooperieren das LVR-Industriemuseum, das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) der Technischen Hochschule Köln und das Institut für Kunststofftechnik der Universität Stuttgart (IKT), um den Einfluss der Kunststoffe auf unsere kulturelle Entwicklung zu beleuchten. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

Alterung von Kunststoffprodukten ist wichtiges Thema

Durch den interdisziplinären Ansatz von Geistes- und Naturwissenschaften werden an ausgewählten Objekten der Sammlung des Deutschen Kunststoff-Museums die werkstoffliche Zusammensetzung, die Produktionstechnologie sowie der Innovationsgrad der Kunststoffobjekte im historischen Kontext bewertet und Erhaltungsmöglichkeiten diskutiert.

Damit soll das Projekt nicht nur den kulturhistorischen Kontext einzelner Kunststoffobjekte erforschen, sondern zugleich auch die begrenzten Möglichkeiten bei dem Versuch der Bewahrung historischer Kunststoffkulturgüter aufzeigen. Für Objekte im musealen Umfeld, dessen Ziel nicht der schnelle Konsum sondern die möglichst dauerhafte Erhaltung ist, fehlen oft Erfahrungen zum Alterungsverhalten. So zeigen einige Materialien, wie insbesondere z.B. das Celluloid, schon starke Verfallserscheinungen.

Die durch das Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur der Kunststoffsammlung im LVR-Industriemuseum zugutekommen, sondern auch anderen Museen und Institutionen bei ihrem Umgang mit Exponaten aus Kunststoff.

Auswahl geeigneter Kunststoffobjekte

In der ersten Projektphase werden sich zwei Restauratorinnen der TH Köln und eine Kunstwissenschaftlerin des LVR-Industriemuseums mit der Sichtung der Objekte und Inventarisierung befassen. Ziel ist es, eine Vorauswahl von besonders für die Projektziele geeigneter Gegenstände zu treffen, die möglicherweise auch einer naturwissenschaftlichen Untersuchung beim IKT in Stuttgart unterzogen werden sollen. (as)

Weiterführende Information
  • © Hanser/K.Klotz

    Ein Stück Kunststoffgeschichte

    Beschleuniger grundlegender Entwicklungen

    Besonders seit dem 1. Weltkrieg wurden polymere Materialien als oft minderwertige Ersatzstoffe und Massenprodukte wahrgenommen. Heute sind synthetische Kunststoffe in jeglicher Form allgegenwärtig.   mehr

  • © Hanser/K.Klotz

    Bakelit - eine revolutionäre Erfolgsgeschichte

    Kunststoffsorte feiert 110-jähriges Jubiläum

    Die Verbindung von Phenolharz und Formaldehyd ist unter dem Markennamen Bakelit bekannt geworden. Dieser frühe Massenkunststoff wird nun 110 Jahre alt.   mehr

  • 06.07.2017

    Trabbi, Radio und Designerstuhl ziehen ins Museum

    20.000 Kunststoffobjekte vom Deutschen Kunststoff-Museums-Verein finden einen neuen Platz

    Die Kunststoff-Sammlung des Deutschen Kunststoff-Museums-Vereins findet jetzt ihre neue Heimat im zentralen Sammlungsdepot des LVR-Industriemuseums in Oberhausen.   mehr

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