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Recycling - Werkstoffliches Recycling

Recycling von Mischkunststoffen

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 58

Abfall aus Haushalten und ähnlicher Industrieabfall kann problemlos verarbeitet werden, wenn das Material unvermischt und sauber ist und die Verarbeitung fehlerfrei erfolgt. Die Situation ist jedoch vollkommen anders, wenn der Abfall aus gebrauchten Kunststoffen besteht oder wenn Verschmutzung, egal welcher Art, vorliegt. Jede Art von Einschlüssen wirkt im Sekundärwerkstoff als Spannungszentrum und deshalb als Ausgangspunkt eines (Ermüdungs-) Bruchs.

Warum verhalten sich Einschlüsse anderer Polymerer wie Fremdkörper? Fast alle Polymere sind chemisch unverträglich, das heißt, dass sie keinerlei Adhäsion entwickeln, wenn sie zusammengeführt und -geschmolzen werden. Aber selbst zwei Polymere mit gleicher chemischer Basis, jedoch deutlich unterschiedlicher Fließfähigkeit werden sich nicht mischen lassen. Die Zeit hierfür wäre zu lang, die Schädigung zu groß. Neben der chemischen gibt es auch eine rheologische Unverträglichkeit. Bei Blends besteht zunächst dieselbe Situation. Nur die strikte Einhaltung einer geeigneten Partikelgröße und der Einsatz von Verträglichmachern führen zur angestrebten Zähmodifizierung. Selbstverständlich wurden vielerlei Versuche durchgeführt, um diese theoretischen Überlegungen experimentell abzuklären, speziell für Kunststoffe aus Verpackungen. Geringe Anteile eines Kunststoffs wurden einem anderen Kunststoff zugemischt. Die Eigenschaften des Matrix-Kunststoffs wurden umso mehr herabgesetzt, je unterschiedlicher die chemische Struktur der „Einschlüsse“ war. Insbesondere ergaben Beimengungen technischer Thermoplaste, vor allem von glasfaserverstärkten, völlig unbefriedigende Resultate.

Notwendigkeiten beim werkstofflichen Recycling

Heute ist noch bei sehr vielen technischen Geräten eine verhältnismäßig große Anzahl verschiedener Kunststoffe eingesetzt, z. B. in Haushaltsgeräten und Automobilteilen. Die systematische Wiederverwendung solcher Kunststoffteile ist erst in Einzelfällen gelöst.

Die werkstoffliche Wiederverwendung setzt voraus, dass

  • die Kunststoffvielfalt reduziert wird
  • die verwendeten Kunststoffe möglichst genau gekennzeichnet werden nach DIN EN ISO 11469 oder VDA 260 ggf. mit Recyclingzeichen (siehe Bild 8.1)
  • spezielle Kunststoffmarker wie Fluoreszenzfarben oder ähnliches enthalten sind, damit sie einfach, schnell und exakt aussortiert werden können
  • unterschiedliche Kunststoffe leicht getrennt und sortiert werden können
  • wenn nicht trennbar konstruiert wird, müssen verträgliche Kunststoffe eingesetzt werden, z. B. PMMA und ABS
  • recyclinggerecht konstruiert wird (VDI 2243: Konstruieren recyclinggerechter technischer Produkte)
  • Lackierungen möglichst vermieden werden
  • ein genaues Anforderungsprofil für das Rezyklat bekannt ist, das auch eingehalten werden kann. (Es muss immer genügend einwandfreies Rücklaufmaterial zu Verfügung stehen, was heute noch nicht in ausreichendem Umfang gewährleistet ist).

Bei allem muss aber die Kostenfrage beachtet werden für Sammeln, Transport, Zerlegen, Sortieren und Aufbereiten der Kunststoffe. Diese Kosten sollten in einem vernünftigen Verhältnis zur Neuware stehen. Es gibt heute Spezialbetriebe, die Kunststoffabfälle und gebrauchte Kunststoff-Formteile abnehmen, aufbereiten, ggf. compoundieren und dann Rezyklate mit definiertem Eigenschaftsbild, ggf. sogar zertifiziert, anbieten.

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 58
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