nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
English
Merken Gemerkt
Recycling - Rohstoffliches Recycling

Hydrierung und Vergasung

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 62

Hydrierung

Hydrierung ist ein technisch und wirtschaftlich aufwändiges Verfahren. Typische Verfahrensbedingungen sind 150 bar bis 250 bar und etwa 450°C. Dieses Verfahren hat aber weit über die bloße Behandlung von Kunststoffabfällen hinaus sehr positive Aspekte. Die festen Kohlenwasserstoffe (KW) im Abfall werden in gasförmige und flüssige überführt, indem die Makromoleküle gesättigt und gecrackt werden. Die Produkte reichen von Methan bis zu Schmierstoffen. Auch PVC wird zu Kohlenwasserstoffen konvertiert; das Chlor-Atom wird zu HCl hydriert und aus dem Ansatz entfernt. Das bedeutet, dass üblicher Verpackungsabfall nicht vorbehandelt werden muss, um das Cl zu entfernen. Dasselbe gilt für N, das als NH3 entzogen wird.

Typische Hydrierprodukte aus Verpackungsabfällen sind 10% C1- bis C4-Gase, 20 % Naphta, 45 % Mitteldestillat (Diesel-ähnliches Fluid) und 15 % Schweröl. In Deutschland existieren Anlagen, die in den achtziger Jahren zur Produktion von Kohlenwasserstoffen aus Kohle errichtet wurden.

Vergasung

Für bestimmte Verwertungen ist es sinnvoll, die Kohlenwasserstoffe in kleinstmögliche Einheiten aufzuspalten. Behandelt man sie bei Temperaturen um 1000°C bis 1200°C unter Luft- bzw. Sauerstoffzutritt, erhält man ein Gas. Es ist aus H2, CO und CO2 in unterschiedlichen Konzentrationen zusammengesetzt. Derartige Gase finden Verwendung als

  • Synthesegas, z. B. zur Methanolsynthese,
  • Reduktionsgas, insbesondere in Hüttenwerken und
  • Brenngas, das heißt synthetisches Erdgas.

Eine sehr interessante Verwendung und eine direkte Substitution von Mineralöl ergibt sich in Eisenhütten. Eisen wird unter Einsatz von Mineralöl aus Erz hergestellt. Das Öl wird direkt in die Reaktionszone eingedüst, wo es sofort zersetzt wird. Nachdem das Erz zu Eisen reduziert und das Öl dabei zu CO2 und H2O oxidiert wurde, geht es als Konvertergas mit einigen Resten an CO und H2 ab, so dass durch Nachverbrennung noch in geringerem Umfang Energie gewonnen werden kann.

Kunststoffe aus Verpackungen können bis zu einem gewissen Anteil als Ersatz für das Mineralöl eingesetzt werden. Das Verfahren, insbesondere das Eindüsen wird nicht gestört, wenn eine Maische mit bis zu 20 % Kunststoffschnipseln angesetzt wird. Bei den Temperaturen in der Reaktionszone verläuft der Zerfall der Schnipsel und die Reduktion des Erzes genauso wie für das Öl. Allerdings darf die PVC-Konzentration maximal 0,3 % betragen.

1990 wurden in Deutschland ca. 600 kt Öl in der Stahlherstellung eingesetzt. Das gesamte Aufkommen an Verpackungsabfällen aus Kunststoffen lag bei gut 600 kt. Über solche Anwendungen ergibt sich schließlich für Kunststoffe aus Verpackungsabfällen eine stoffliche Verwertung von 80 %; sie stellen somit heute einen gesuchten Sekundär-Rohstoff dar.

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 62
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Newsletter

Sie wollen keine Kunststoffe-News verpassen?
Hier kostenlos anmelden


Beispiel-Newsletter ansehen