nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
English
Merken Gemerkt
Reaktionsharze - Phenoplaste (PF)

Phenoplaste (PF)

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 181

Phenoplaste sind duroplastische, räumlich eng vernetzte Formstoffe. Die Vernetzungspunkte sind chemische Bindungen (Hauptvalenzbindungen); daher haben Duroplaste im Gegensatz zu Thermoplasten höhere Festigkeit, höheren E-Modul, höhere Härte und höhere thermische Stabilität. Infolge dieses Aufbaus bestehen keine inneren Gleitmöglichkeiten, sodass die Formstoffe spröde sind und deshalb i. A. gefüllt und verstärkt werden. Im ausgehärteten Zustand sind sie unlöslich und unschmelzbar.

Phenoplaste sind Polykondensate von Phenolen (z. T. auch Kresolen) und Formaldehyd, sie sind preiswert und werden trotz der dunklen Eigenfarbe und Nachdunkeln vor allem für technische Formteile eingesetzt.

Im Handel sind auch Blends, d. h. Mehrkomponentenwerkstoffe, die durch Mischen unterschiedlicher Harze (PF, UF, MF, EP) oder durch Mischen von Harzen mit Thermoplasten und Elastomeren hergestellt werden. Dadurch werden die Eigenschaften gegenüber den reinen Phenolharzsystemen gezielt verbessert.

PF-Formmassen bestehen aus härtbarem PF-Harz mit eingearbeiteten Füll-, Verstärkungs- und Zusatzstoffen; sie werden nach verschiedenen Verarbeitungsverfahren unter Formgebung in der Wärme zu vernetzten Formstoffen (Formteilen) verarbeitet.

Eigenschaften von PF-Formstoffen

Die hier aufgeführten Eigenschaften beziehen sich auf den fertig verarbeiteten Zustand nach der Formgebung und Aushärtung.

Die Eigenschaften sind stark abhängig von Füllstoffart und Harzanteil (60 bis 25 %), Formteilgestalt und Verarbeitungsbedingungen.

Dichte: 1,3 g/cm3 ; je nach Füllstoffart bis 2,0 g/cm3 .

Gefüge: Polare, vernetzte Kunststoffe, meist gefüllt mit organischen (z. B. Holzmehl, Zellstoff, Graphit, Kohlenstoff-, Aramid-, Polyester-, Polyacrylnitril- und Polyamidfasern) oder anorganischen Füllstoffen (z. B. Glasfasern, Gesteinsmehl, Glimmer). Wasseraufnahme stark abhängig vom Füllstoff; Sättigungsfeuchte bei anorganischen Füllstoffen bis 2%, bei organischen Füllstoffen bis 12%.

Farbe: Hellgelb bis braune Eigenfarbe, die nachdunkelt; deshalb nur in dunklen Farben einfärbbar.

Mechanische Eigenschaften: Steif (hoher E-Modul), hart spröde. Festigkeit und Bruchempfindlichkeit stark abhängig von Art der Harzmischung (Blend), Füllstoffart und Füllstoffanteil.

Elektrische Eigenschaften: Befriedigende elektrische Isoliereigenschaften, abhängig von Füllstoffart; Abnahme durch Feuchtegehalt beachten. Bei Modifikation mit EP-Harzen Verbesserung der elektrischen Eigenschaften und bessere Haftung an Glasfasern.

Thermische Eigenschaften: Gute Wärmeformbeständigkeit auch unter mechanischer Belastung. Maximale Gebrauchstemperatur bei anorganischen Füllstoffen +130 °C bis +170 °C, bei organischen Füllstoffen +100 °C bis +120 °C; bei Sondermassen kurzzeitig bis +280 °C. Nur geringfügige Erweichung, kein Schmelzen. Schwer entflammbar.

Beständig gegen (Auswahl): Organische Lösemittel, Öle, Fette; Benzin, Benzol, Alkohol; Wasser.

Nicht beständig gegen (Auswahl): Starke Säuren und Laugen.

Physiologisches Verhalten: Für Kontakt mit Lebensmitteln nicht zugelassen.

Spannungsrissbildung nur bei Sorten mit größerer Nachschwindung möglich.

Anwendungsbeispiele

Formstoffe, Formteile

Elektrotechnik: Steckdosen, Schaltergehäuse, Schaltschütze, Stecker, Kontaktleisten, Kollektorisolationen, Isolierkappen, Spulenträger. Lampenfassungen, Leuchtengehäuse; LS-/FI-Schaltergehäuse.

Maschinenbau: Lager, Pumpenteile, Griffe. Handräder, Gehäuse.

Fahrzeugindustrie: Bauteile für Bremssysteme; Kollektorisolierungen; Zündanlagen; Wandlerräder; Aschenbecher. Wabengewebe.

Haushaltsgeräte: Topf- und Pfannengriffe, Teile für Toaster und Grillgeräte, Gehäuse, Bügeleisengriffe.

Schichtpressstoffe

Bauwesen: Isolierplatten, Wandverkleidungen, Fassaden- und Türverkleidungen, Tischplatten, Stuhlsitze.

Elektrotechnik: Trägermaterial für gedruckte Schaltungen, Profile.

Maschinenbau: Zahnräder, Lagerschalen.

Harze

Lackharze, Klebstoffe; Bindemittel für Reibbeläge, Bremsbeläge, Schleifmittel; Kitte, Sockelkitte; Schaumstoffe; Tränkharze für Filterpapiere; Bindemittel für Waben (Honeycomb); Wickelharze, Harze für Prepregs. Bindemittel für Formsande.

Auszug aus
Walter Hellerich, Guenther Harsch, Erwin Baur

Werkstoff-Führer Kunststoffe

10/2010, 609 Seiten, € 54,99
ISBN: 978-3-446-42572-9
S. 181
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren
keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck der Kommentierung von Inhalten informiert Sie unsere Datenschutzerklärung.
Newsletter

Sie wollen keine Kunststoffe-News verpassen?
Hier kostenlos anmelden


Beispiel-Newsletter ansehen