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Biokunststoffe - Definition

Was sind Biokunststoffe?

Auszug aus
Hans-Josef Endres, Andrea Siebert-Raths

Technische Biopolymere

06/2009, 674 Seiten, € 299,00
ISBN: 978-3-446-41683-3
S. 5-7

Biokunststoffe können zu einem wesentlichen Anteil oder ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen. Müssen sie jedoch nicht. Es gibt jedoch auch eine Reihe von petrochemischen Kunststoffen, die aufgrund ihrer Abbaubarkeit unter dieses Kategorie fallen. In unserem Basic "Was sind Biokunststoffe?" geben wir einen kurzen Überblick über die grundlegende Kategorisierung dieser Werkstoffklasse.

Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden Kunststoffe fast ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Erst seit Ende des Zweiten Weltkrieges werden als Rohstoffquellen üblicherweise fossile, nicht erneuerbare Ressourcen, wie Erdöl oder Erdgas, genutzt. Seit Mitte der 1990er Jahre sind nun wieder verstärkte Bemühungen zu verzeichnen, Kunststoffe zum Teil oder auch vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen und am Markt zu etablieren.

Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden oft als Biokunststoffe oder Biopolymere bezeichnet, wobei diese und ähnliche Begriffe – zum Beispiel „biobasiert“ – bis heute nicht eindeutig definiert sind und immer wieder zu Missverständnissen führen, wenn damit die Bioabbaubarkeit assoziiert wird. Denn biologisch abbaubare Kunststoffe können sowohl auf nachwachsenden Rohstoffen als auch auf petrochemischen Rohstoffen basieren. Die Abbaubarkeit der Werkstoffe wird am Ende durch ihre chemische und physikalische Mikrostruktur und nicht durch den Ursprung der eingesetzten Rohstoffe oder ihrem Herstellungsprozess beeinflusst.

Als Biokunststoffe gelten sowohl jene Polymere, die aus Nachwachsenden Rohstoffen bestehen (biobasiert sind), als auch petrobasierte, die biologisch abbaubar sind (© Endres/Siebert-Raths [1])

Hans-Josef Endres und Andrea Siebert-Raths definieren den Begriff Biopolymer in ihrem Buch „Technische Biopolymere“ als einen Polymerwerkstoff, der mindestens eine der folgenden Eigenschaften erfüllt:

  • a) besteht aus biobasierten (nachwachsenden) Rohstoffen und/oder
  • b) verfügt über eine biologische Abbauarbeit

Demnach existieren folgende drei grundsätzliche Biopolymergruppen:

  • 1. Abbaubare petrobasierte Biopolymere
  • 2. Abbaubare (überwiegend) biobasierte Biopolymere
  • 3. Nicht abbaubare biobasierte Biopolymere

Das bedeutet, dass Biokunststoffe nicht zwangsläufig ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen müssen. Es können auch biologisch abbaubare Biopolymere auf Basis petrochemischer Rohstoffe hergestellt werden, wie z.B. Polyvinylalkohole, Polycaprolactone, Coplyester oder Polyesteramide. Umgekehrt sind nicht alle auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Biopolymere zwangsweise auch biologisch abbaubar, wie z.B. hochsubstituierte Celluloseacetate, vulkanisierter Kautschuk, Casein-Kunststoffe oder Linoleum.

Merke: Biokunststoffe sind biobasiert, biologisch abbaubar oder beides zugleich.

Biobasiert heißt, das Material oder Produkt ist (teilweise) aus Biomasse (Pflanzen oder Tiere) erzeugt worden. Biomasse, die für Biokunststoffe eingesetzt werden, sind z. B. Mais, Zuckerrohr oder Cellulose.

Der Ausdruck biologisch abbaubar beschreibt einen chemischen Prozess, in dem in der Umwelt vorhandene Mikroorganismen das Material in natürliche Substanzen wie z. B. Wasser, Kohlendioxid und Kompost umwandelt (künstliche Additive werden nicht benötigt). Der Prozess des biologischen Abbaus hängt von den Umweltbedingungen (z. B. Ort oder Temperatur), vom Material und den Anwendungen ab. (me)

Auszug aus
Hans-Josef Endres, Andrea Siebert-Raths

Technische Biopolymere

06/2009, 674 Seiten, € 299,00
ISBN: 978-3-446-41683-3
S. 5-7
Literaturhinweis

[1] H. Endres/ A. Siebert-Raths: "Technische Biopolymere - Rahmbedingungen, Marktsituation, Herstellung, Aufbau und Eigenschaften" (München, 2009, Carl Hanser Verlag)

Weiterführende Information
  • 09.05.2017

    Standardisierung und Produktkennzeichen für Biokunststoffe

    Neuer Trendreport für den europäischen Markt

    In Europa ist nicht nur das Bewusstsein für die hohe Bedeutung biobasierter Produkte gestiegen, der Markt verlangt auch nach Werkzeugen und Verfahren, anhand derer man ihre Vorteile vermitteln kann.   mehr

  • Biokunststoffe - Definition

    Biobasierte Kunststoffe

    „Biobasiert“ ist eine Werkstoff- und zugleich eine Produkteigenschaft. Sie beschreibt, dass die Kohlenstoffatome aus der Natur entnommen, also „bio“ sind. Biobasierte Kunststoffe können vollständig oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.   mehr

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  • 15.12.2016 von biokunststoffe sind die zukunft

    ich verwende schon seit jahren die biokunststoffbeutel von naturabiomat und bin damit äußerst zufrieden. da immer mehr plastik die umwelt verschmutzt, werden biokunststoffe in zukunft mehr an bedeutung gewinnen!

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