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10.01.2018

Halogenfreie PC+ABS-Blends Senosan

Platten und Folien für die Nutzfahrzeugindustrie

Halogenfrei flammgeschützte Platten und Folien speziell für die Nutzfahrzeugindustrie bietet die Senoplast Klepsch & Co. GmbH, Piesendorf /Österreich, an. Die Produkte der Marke Senosan sind Blends aus Polycarbonat (PC) und Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS). Sie haben gegenüber den im Fahrzeug Interieur eingesetzten ABS einen höheren E-Modul, eine höhere Zugfestigkeit und eine um 10-15 °C höheren Wärmeformbeständigkeit (Vicat, HDT) bieten, so der Hersteller. Mittels Co-Extrusion sei es zusätzlich möglich verschiedene funktionelle Oberflächenschichten (Matte und glänzende Oberfläche, Softfeel Effekt usw.) zu erzeugen und trotzdem die Vorgaben der ECE R118.2 zu bestehen und halogenfrei (nach DIN VDE 0472-815) zu bleiben.

Übersicht der angebotenen halogenfreien flammgeschützten Produkte auf Basis PC+ABS ( © Senoplast

Halogene werden seit vielen Jahren im Kunststoffbereich eingesetzt um schwerentflammbare Kunststoffe zu erzeugen, sei es durch Kunststoffe welche Cl, Br bzw. F enthalten (z.B. PVC, PTFE) oder als Additive welche Halogene als Wirkstoff enthalten. Im Brandfall setzen diese Verbindungen Halogene frei und verhindern den Sauerstoffzutritt an die Brandstelle und können dadurch die Flamme ersticken. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass die dabei frei werdenden Brom-, Chlor- und Fluoratome mit dem Wasserstoff der Luft sich zu Halogenwasserstoffen verbinden und dabei höchst korrosiv, toxisch und auch krebserregend sind.

Regulierungen und Verbote halogenhaltiger Flammschutzmittel

Studien konnten belegen dass halogenhaltige Flammschutzmittel für Mensch und Umwelt als bedenklich erachtet werden müssen. Durch die 2007 eingeführte REACH Verordnung (Registration, Authorisation, Evaluation and Restriction of Chemicals), sowie WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) und ROHS (Restriction of Hazardous Substances) ist es möglich chemische Verbindungen hinsichtlich ihrer Gefährdung zu beurteilen. Ziel der Regularien ist es nur noch unbedenkliche Verbindungen zuzulassen, so wurde bereits im Bereich der Elektrik und Elektronik die Nutzung von polybromierten Biphenylen und Diphenylethern durch ROHS verboten und weitere sollen folgen. Bereits 2001 hat das Umweltbundesamt Deutschland bedingt durch Umweltfunde von Flammschutzmittel und ihren Abbauprodukten einen Forschungsauftrag vergeben mit Ziel halogenhaltige Flammschutzmittel hinsichtlich ihrer umweltrelevanten Eigenschaften zu bewerten. Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass Brom-, Chlor- und Fluor- haltige Flammschutzmittel sowie auch Antimontrioxid als problematisch gelten und ein Anwendungsverzicht empfohlen wird.

Kunststoffe im Elektrik und Elektronik Bereich werden bereits seit Jahren mit halogenfreien Flammschutzmitteln ausgestattet und werden auch mittels Prüfvorschriften überprüft (DIN VDE 0472-815, IEC 60754-1). In der Bauindustrie in Deutschland gibt es seit August 2015 ein Verbot für die Verwendung von HBCD (Hexabromcyclodecan) in EPS- und XPS- Dämmstoffen und seit März 2016 besteht zudem ein Handels- und Verwendungsverbot für HBCD haltige Dämmplatten und sie gelten als gefährlicher Abfall. Auch im Bahnbereich wird die Toxizität der eingesetzten Materialien geprüft.

Aktueller Stand in der Nutzfahrzeugindustrie

Die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie hat bis jetzt laut Autoren der Unternehmensmitteilung noch keine Vorgaben bezüglich Halogengehalten in Werkstoffen, obwohl gerade in dieser Industrie dem Schutz der Menschen und der Umwelt ein besonderer Stellenwert zukomme. Bekanntermaßen kommt es immer wieder zu Bränden in Bussen, wodurch die Gefahr steige, dass durch die eingesetzten halogenhaltigen Materialien, Personen zu Schaden kommen. lautet es weiter. Zudem sei das Gefährdungspotential dieser Stoffe im gesamten Verarbeitungsprozeß noch nicht ausreichend betrachtet.

Speziell in der Personenbeförderung mittels Nutzfahrzeugen wurde die Brandbeständigkeit erhöht. In der wirksam gewordenen ECE R118.02 wurden im Jahr 2016 hinsichtlich der Anforderungen im Einsatz verschärft, jedoch der Nachweis von Halogenen bzw. Toxizität- wurde außer Acht gelassen. Es kann aber laut Autoren davon ausgegangen werden, dass bis spätestens 2020 auch die Automobilindustrie gezwungen sein wird ihre Normen bezüglich der Verwendung von Halogenen anzugleichen. Im Automobilbereich (speziell in Bussen) werden im Innenraum aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen viele thermoplastische Kunststoffe eingesetzt. Durch die Verschärfung der Norm ECE R118.2 fühlen sich viele OEMs gezwungen halogenhaltige Thermoplaste einzusetzen um die Vorschriften zu erfüllen.

Immer mehr Endkunden wollen Gewissheit ob in den Produkten Halogene verarbeitet worden sind oder nicht. Eine kürzlich veröffentliche Studie an 137 Konsumgütern (Teppich, Textilien, Isolationsmaterial, Auto Interieur) zeigt, dass durch den Einsatz von Kunststoff Rezyklaten halogenhaltige Flammschutzmittel (PBDE, HBCDD, NFR) in nicht flammgeschützten Produkten nachweisbar sind. Die dabei detektierten Mengen haben keine flammschutzhemmende Wirkung, werden aber im Brandfall freigesetzt und können ihre toxische Wirkung entfalten.

Ein Präzedenzfall

Bei dem Brand in der Abfertigungshalle des Flughafens Düsseldorf 1996 kam es durch verbrennende Polystyrol Deckenverkleidungen und PVC-ummantelte Kabel zu Dioxin Werten, welche die Grenzwerte der Gefahrstoffverordnung um das 200-fache überstiegen. Die Entstehung dieser hohen Dioxin Werte konnte auf die Verwendung polychlorierte Biphenylen, PVC sowie bromierter Flammschutzmittel zurückgeführt werden und war der Ausgangspunkt der Untersuchungen hinsichtlich der Gefährlichkeit von Halogenen als Flammschutzmittel in Kunststoffen.

Autoren der Unternehmensmitteilung: DI Dr. Walter Heinz, Project Engineer & Ing. Dipl. Betr.-Wirt (FH) Matthias Schmidl, Divisional Sales Manger/ Senoplast

Unternehmensinformation

Senoplast Klepsch & Co. GmbH

Wilhelm-Klepsch-Str. 1
AT 5721 PIESENDORF
Tel.: +43 6549 7444
Fax: +43 6549 7942

Internet:www.senoplast.com
E-Mail: info <AT> senoplast.com



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