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26.10.2017

Vereinfachter Farbwechsel mit ColorForm

Drei neue PUR-Mischköpfe von KraussMaffei

Der Mischkopf steht verfahrenstechnisch im Mittelpunkt der PUR-Verarbeitung. Voraussetzung für eine hohe Produktqualität und maximale Effizienz ist, dass die Mischköpfe exakt an die Anforderungen des jeweiligen PUR-Produkts angepasst werden. Mit den drei Mischkopf-Neuentwicklungen von KraussMaffei ist es nach Unternehmensangaben möglich, die Flexibilität zu erhöhen und die Zykluszeiten zu verkürzen.

  • Der neue Linearmischkopf MK 5-2+1K ermöglicht besonders schnelle Farbwechsel beim ColorForm-Verfahren, bei dem ein thermoplastischer Grundkörper mit PUR oder PUA als Oberflächenmaterial überflutet wird

    Der neue Linearmischkopf MK 5-2+1K ermöglicht besonders schnelle Farbwechsel beim ColorForm-Verfahren, bei dem ein thermoplastischer Grundkörper mit PUR oder PUA als Oberflächenmaterial überflutet wird (© KraussMaffei)

  • Farbwechsel bei laufender Produktion von Schuss zu Schuss: Der neue Umlenkmischkopf MK 10/15 ULP-2K+4 mit Mehrfach-Farbzudosierung ist für Bauteile in relativ kleinen Stückzahlen bei gleichzeitig großer Farbvielfalt geeignet (© KraussMaffei)

    Farbwechsel bei laufender Produktion von Schuss zu Schuss: Der neue Umlenkmischkopf MK 10/15 ULP-2K+4 mit Mehrfach-Farbzudosierung ist für Bauteile in relativ kleinen Stückzahlen bei gleichzeitig großer Farbvielfalt geeignet (© KraussMaffei)

  • Structural Component Spraying: Der Düsenwechselbaustein ermöglicht einen schnellen Wechsel des Düsensystems am SCS-Sprühmischkopf (© KraussMaffei)

    Structural Component Spraying: Der Düsenwechselbaustein ermöglicht einen schnellen Wechsel des Düsensystems am SCS-Sprühmischkopf (© KraussMaffei)

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Schnelle Farbwechsel mit Linearmischkopf für ColorForm

Beim ColorForm-Verfahren wird der thermoplastische Grundkörper nach dem Spritzgießen im zweiten Takt mit Polyurethan (PUR) oder Polyurea (PUA) als Oberflächenmaterial überflutet. „Speziell für den ColorForm-Prozess hat KraussMaffei den Linearmischkopf MK 5-2+1K entwickelt“, erklärt Sebastian Schmidhuber, Leiter RPM Research and Development bei KraussMaffei.

Die Verwendung des neuen Mischkopfs ermöglicht dabei einen sehr schnellen Farbwechsel: Dazu muss lediglich der am Mischkopf montierte Farbbaustein ausgewechselt werden, was nur wenige Minuten erfordert. Farbverschleppungen lassen sich laut KraussMaffei aufgrund der Bauweise des Mischkopfs ausschließen, denn die Farbe zirkuliert in einem geschlossenen System im Farbbaustein, also nicht über den Mischkopf. Die Farbdüse öffnet sich nur, wenn Material ausgetragen wird, und die Farbe wird direkt in der Mischkammer zugegeben.

Der neue ColorForm-Mischkopf ist nach Angaben des Herstellers leicht und kompakt, was den Platzbedarf verringert und die Montage am Werkzeug erleichtert. Darüber hinaus eignet sich die neue Mischkopfbaureihe besonders gut für die zuverlässige und gleichmäßige Vermischung kleiner PUR-Mengen. „Beim ColorForm-Verfahren ist das ein entscheidender Faktor, da die aufgetragenen PUR-Schichten sehr dünn sind“, so Schmidhuber.

Umlenkmischkopf mit Mehrfach-Farbzudosierung

Um den Farbwechsel bei der Produktion von Halbhart- oder Integralschäumen zu vereinfachen, hat KraussMaffei den Umlenkmischkopf MK 10/15 ULP-2K+4 mit Mehrfach-Farbzudosierung entwickelt, mit dem sich bis zu vier Farben direkt und unabhängig voneinander in die Mischkammer eindosieren lassen. „Der Mischkopf eignet sich für alle Anwendungen, bei denen die PUR-Verarbeiter vor der Herausforderung stehen, Bauteile in relativ kleinen Stückzahlen und in zahlreichen verschiedenen Farben zu liefern“, so Schmidhuber.

Mit dem neuen Umlenkmischkopf ist es nun möglich, die Farbe in der laufenden Produktion von Schuss zu Schuss zu wechseln. „Auf diese Weise erhöht sich die Flexibilität der Fertigung deutlich. Da die Produktion für einen Farbwechsel nicht mehr unterbrochen werden muss, steigt auch die Anlagenverfügbarkeit“, erklärt Schmidhuber.

Um auch bei ungünstigen Mischverhältnissen eine hohe Mischqualität zu erreichen, arbeitet der Mischkopf nach dem Prinzip der T-Vermischung, das heißt, die Polyol-Komponente wird in zwei Teilströme gesplittet und durch zwei Düsen in die Mischkammer eingebracht. Beim neuentwickelten Mischkopf können an beiden Polyoldüsen jeweils zwei verschiedene Farben zudosiert werden. Die Zudosierung erfolgt dabei zwischen Polyoldüse und Mischkammer, so dass keine Farbverschleppung in die Polyol-Komponente auftritt. Durch diese Anordnung ist es ebenfalls möglich, die Farbe mit relativ geringem Druck zu dosieren.

Schneller Wechsel des Düsensystems am Sprühmischkopf

Die Mischköpfe, die beim Structural Component Spraying (SCS) zum Einsatz kommen, wurden ebenfalls weiterentwickelt. Bei dieser Verfahrenstechnik werden Lagenaufbauten aus Fasermatten und Wabenkernen mit unverstärktem PUR besprüht, in ein Werkzeug eingebracht und verpresst. SCS ermöglicht Deckschichten mit geringer Dicke, so dass die hergestellten Bauteile besonders leicht sind.

Für den Sprühvorgang stehen Flachstrahldüsen und luftunterstütze Rundstrahldüsen zur Verfügung. Flachstrahldüsen erzeugen einen fächerartigen Flachstrahl und eignen sich gut zum großflächigen Auftrag des PUR-Gemisches auf relativ ebene, großformatige Bauteile. Die luftunterstützen Rundstrahldüsen erzeugen ein feineres Spray und haben eine geringere Austragsleistung als Flachstrahldüsen. Sie kommen hauptsächlich für Bauteilbereiche mit anspruchsvollerer Geometrie zum Einsatz.

Der von KraussMaffei neuentwickelte Düsenwechselbaustein ermöglicht es nun, Sprühmischköpfe mit beiden Düsenvarianten auszustatten. Bei der Fertigung des Bauteils können beide Düsen also im Wechsel zum Einsatz kommen. Dies hat den Vorteil, dass sich die Zykluszeit verkürzt. „Darüber hinaus reduzieren sich aus die Investitionskosten, da nur noch ein Mischkopf erforderlich ist und die bisher eingesetzte hydraulische Umschalteinheit nicht mehr benötigt wird“, ergänzt Schmidhuber. (kk)

Weiterführende Information
  • 07.11.2016

    Weltweit erste Serienanwendung

    KraussMaffei freut sich über Serienanwendung des ColorForm-Verfahrens

    Einbaufertige A-Säulenverkleidungen für den neuen SUV Peugeot 3008 werden mittels ColorForm-Verfahren hergestellt.   mehr

  • Erschienen in Kunststoffe 09/2016

    Farbwechsel in fünf Minuten

    KraussMaffei

    Die KraussMaffei Technologies GmbH, München, hat ihr ColorForm-Verfahren in einer automatisierten Fertigungszelle weiterentwickelt. Die...   mehr

    KraussMaffei Technologies GmbH

Unternehmensinformation

KraussMaffei Technologies GmbH

Krauss-Maffei-Str. 2
DE 80997 München
Tel.: 089 8899-0
Fax: 089 8899-2206

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