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17.04.2018

Pfand für Kunststoffverpackungen gefordert

Zertifikate als Anreiz für den Einsatz von Regranulaten

Indem Prof. Dr. Horst-Christian Langowski gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion am 16. April bei der Bayerische Akademie der Wissenschaften in München daran erinnerte, dass nicht nur Kunststoffe, sondern auch Lebensmittel nicht in die Tonne gehören, setzte er einen wohltuend sachlichen Ton. Ob man die Lebensmittel jedes Mal in Plastik verpacken müsse, sei eine andere Frage, „aber in vielen Fällen ist das gut“, ergänzte der Lehrstuhlinhaber für Lebensmittelverpackungstechnik der TU München und Leiter des Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising. Nicht zufrieden zeigte er sich im Verlauf der Diskussion mit der Effizienz bei der Herstellung von Kunststoffverpackungen, die seiner Ansicht nach oft mit der Hälfte des verwendeten Materials auskommen könnten, wenn durchgehend moderne Verpackungsanlagen eingesetzt würden.

Kein Leben ohne Kunststoffe

Auch Buchautorin Nadine Schubert („Besser leben ohne Plastik“) gab unumwunden zu, dass ein Leben ohne Plastik nicht funktioniere; in ihrem Haushalt ist es als Kinderspielzeug oder wo es sich als haltbarer erweise geduldet, denn ihr gehe es darum, insgesamt weniger wegzuwerfen. Bei Verpackungen sieht sie auch gesundheitliche Gefahren, da Zusatzstoffe auch in die verpackten Lebensmittel übergehen. Dazu wandte Prof. Langowski ein, dass gerade Kunststoffe da schon „sehr genau geprüft“ worden seien, und auch die bisherigen Studien deutscher Universitäten, die Pseudo-Hormone in PET-Flaschen nachgewiesen haben wollen, „einer genauen Überprüfung nicht standhalten“.

Günther Langer, Büroleiter der Werkleitung des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) und Vorsitzender der Expertengruppe für europäische Abfallwirtschaft des Verbands kommunaler Unternehmen, hatte in seinem Auftaktvortrag zur Podiumsdiskussion noch die Deponierung von Abfällen als großes Übel bezeichnet. Es sei ein Weg, über den Plastikabfälle letztlich ins Meer gelangen können. Prof. Dr. Christina Dornack , Direktorin des Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls für Abfall- und Kreislaufwirtschaft an der TU Dresden, gab zu bedenken, dass zahlreiche Länder auch in Europa sich jedoch nur wenige Prozent der in Deutschland für die Abfallwirtschaft aufgewendeten Beträge leisten können. Für sie ist schlicht nur Deponierung bezahlbar, solange keine preiswerte Alternativen existieren.

Der Fluch des Plastiks: Keiner will es zurück

„Verpackungskunststoffe will keiner freiwillig zurück“, spitzte Langer das aus seiner Sicht größte Problem zu. Daher müsse das Material bepfandet werden. Je höher das Pfand, desto sortenreiner werde gesammelt; 25 ct pro Flasche erweise sich als bereits als ein „gutes Pfand“.

Auch Prof. Langowski bestätigte das Funktionieren des PET-Kreislauf, der sich je nach Weltmarktpreisen oft sogar rechne. Die Einführung eines Pfandsystems würde natürlich zu vielen Verwerfungen in der Industrie führen, aber am Ende würde da eine Lösung für viele Verpackungssysteme stehen, zeigte er sich zuversichtlich. Nach Langers Einschätzung setzt die Bundesregierung jedoch derzeit eher auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie.

Zertifikate als Steuerungsinstrument

Um einen Absatzmarkt für Recyclingstoffe zu schaffen, schlug Prof. Dornack Recyclingquoten für die Industrie (Beispiel Frosch), flankiert von einem System ähnlich des Handels mit CO2-Zertifikaten: Wer die für seine Produktgruppe geltenden Ziele für den Einsatz von Regeneraten nicht erreiche, kann Zertifikate von Betrieben kaufen, die ihre Ziele übererfüllen und damit die zusätzlichen Einsparungen an Neumaterial refinanzieren können.

Podiumsdiskussion (von links): Günther Langer, Abfallwirtschaftsbetrieb München, Prof. Dr. Christina Dornack, TU Dresden, Moderatorin Miriam Stumpfe vom Bayerischen Rundfunk, Autorin Nadine Schubert und Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, TU München und Fraunhofer IVV (© Hanser/K. Klotz)

Auch Langer, der viele Plastik-Fehlwürfe in anderen Abfallsorten beklagte, freut sich zumindest über die Plastik-Mülltonnen mit Rädern, die deutlich leichter und leiser als ihre Metall-Vorgänger sind. Nach seiner Aussage können sie allerdings aufgrund fehlender Temperaturbeständigkeit bislang nicht aus Recycling-Kunststoff hergestellt werden, aber halten immerhin in der Ausführung aus Kunststoff-Neuware sehr lange.

Dr. Karlhorst Klotz, Redaktion

Weiterführende Information
  • Kunststoffrecycling

    Das Online-Special rund um das Recycling von Kunststoffen

    Nur wenige Werkstoffe sind für eine Verwertung so gut geeignet wie Kunststoffe. In unserem Special „Kunststoffrecycling“ haben wir für Sie eine Auswahl an relevanten und aktuellen Entwicklungen und Produkten zum Thema Wiederverwertung von Kunststoffen zusammengestellt.   mehr

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