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08.02.2019

Hohe Recyclingquote für PET-Flaschen

Aktuelle Studie zum Wertstoffkreislauf

  • Die Recyclingquote für PET-Flaschen in Deutschland liegt laut der aktuellen Studie bei 93%, im Pfandbereich sogar bei über 97% (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

    Die Recyclingquote für PET-Flaschen in Deutschland liegt laut der aktuellen Studie bei 93%, im Pfandbereich sogar bei über 97% (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

  • Der Einsatz von recycliertem PET (rPET) in Getränkeflaschen hat sich gegenüber der letzten Studie nur leicht erhöht. Grund dafür ist der steigende Bedarf an rPET aus anderen Verarbeitungsbranchen (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

    Der Einsatz von recycliertem PET (rPET) in Getränkeflaschen hat sich gegenüber der letzten Studie nur leicht erhöht. Eine Steigerung des Anteils von rPET ist aber das Ziel der Getränkebranche (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

  • Von der hohe Recyclingquote bei PET-Flaschen profitieren auch andere Anwendungsbereiche. Die hohe Nachfrage aus diesem Branchen konkurriert aber mit dem Ziel der Getränkebranche, den rPET-Anteil in Flaschen zu erhöhen (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

    Von der hohe Recyclingquote bei PET-Flaschen profitieren auch andere Anwendungsbereiche. Die hohe Nachfrage aus verschiedenen Anwendungsbereichen führt aber zu höheren Preisen für Recyclingmaterial (© Forum PET/IK Industrievereinigung)

  • Laut Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., geht Deutschland im internationalen Vergleich als Paradebeispiel beim PET-Recycling voran © Foto Fabry/IK Industrievereinigung

    Laut Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., geht Deutschland im internationalen Vergleich als Paradebeispiel beim PET-Recycling voran © Foto Fabry/IK Industrievereinigung

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Das am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz stellt höhere Anforderungen an das Recycling und soll die nachhaltige Kreislaufwirtschaft stärken. Das Recycling von PET-Flaschen in Deutschland bewegt sich bereits auf einem hohem Niveau: Mehr als 93% aller PET-Flaschen finden nach dem Gebrauch ein neues Einsatzfeld. Im bepfandeten Einweggetränkesegment liegt die Recyclingquote sogar bei mehr als 97%. Das ist das Ergebnis der aktualisierten Studie „Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland“ der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des Forum PET. Insbesondere in der Erhöhung des Anteils an recyceltem PET-Material und dem damit verbundenen Ausbau des Flasche-zu-Flasche-Recyclings sehen die Verantwortlichen Potenzial.

Deutsches Kreislaufsystem übertrifft EU-Quote

„Deutschland geht beim PET-Recycling als Paradebeispiel im internationalen Vergleich voran“, sagt Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.: „Wenn die Aktualisierung der Studie eines feststellt, dann dass Deutschland bereits heute PET-Getränkeflaschen – insbesondere im Pfandsystem – nahezu auf Höchstniveau recycelt.“

Um die auf EU-Ebene geforderte Quote von 90% für die getrennte Sammlung von Kunststoffflaschen zu erreichen, diskutieren aktuell europäische Länder wie Frankreich erst über die Einführung eines Pfandsystems. „Das deutsche Kreislaufsystem übertrifft diese Quote im Bereich PET-Flaschen dank des Pfandsystems bereits heute deutlich“, sagt Schmidt.

Die aktualisierte GVM-Studie belegt dies: Im Vergleich zur Vorgängerstudie befinden sich die Recyclingquoten auf einem nahezu unveränderten Niveau: 93% aller PET-Flaschen im Ein- und Mehrwegbereich wurden 2017 stofflich verwertet – im Einwegbereich alleine sogar 97,3%.

Ausbau des Flasche-zu-Flasche-Recycling gefordert

Das Recyclingmaterial findet dabei in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Der wichtigste davon ist bereits heute das Flasche-zu-Flasche-Recycling. Knapp ein Drittel (32,6%) des recycelten PET-Materials wird zur Herstellung neuer PET-Flaschen verwendet. Zu knapp 30% gehen die gebrauchten Getränkeverpackungen in die Folienindustrie, die diese zum Beispiel zu Schalenverpackungen für Lebensmittel verarbeitet. Mehr als 20% finden Verwendung in der Textilfaserindustrie. Das übrige Material kommt in weiteren Bereichen zum Einsatz.

Schmidt zieht Bilanz: „Die verschiedenen Anwendungsbereiche zeigen, dass recyceltes PET-Material ein stark nachgefragter Wertstoff ist. Dadurch steigt allerdings der Preis.“ Die Folge: Die Nachfrage anderer Branchen aus dem Nicht-Lebensmittelbereich erschwert es der Getränkebranche, den Anteil an Recycling-PET in neuen Getränkeflaschen weiter zu steigern. Pro Flasche weist die neue GVM-Studie einen Anteil an recyceltem Material von 26,2% aus. Im Vergleich zur Vorgängerstudie (2013: 24%; 2015: 26%) steigt die Quote dabei nur marginal an: „Die Steigerung des Anteils von recyceltem PET-Material ist das Ziel der Getränkebranche“, sagt Schmidt.

Das Forum PET begrüßt daher Initiativen zur Steigerung der Rezyklatquote in Getränkeflaschen wie die neue Zielmarke der RAL Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET-Getränkeverpackungen. Demnach wird angestrebt, dass PET-Flaschen mit RAL-Gütezeichen bis 2022 einen Rezyklatanteil von durchschnittlich 50% aufweisen. Für einen weiteren Ausbau des Flasche-zu-Flasche-Recyclings benötige der Markt auch laut GVM weitere Impulse wie eine erhöhte Nachfrage nach PET-Getränkeflaschen mit hohem Recyclinganteil durch den Handel, so Schmidt.

Chinesisches Importverbot für PET-Flaschen nicht relevant

Im Zuge der Diskussion um die Einfuhrbeschränkungen von Kunststoffabfällen nach China untersucht die GVM-Studie erstmals explizit PET-Exporte in das asiatische Land. Die Studie belegt, dass bereits vor dem Einfuhrstopp lediglich rund 3% gebrauchte PET-Flaschen nach China exportiert wurden.

Dass in der öffentlichen Diskussion über den Importstopp Chinas häufig Bilder von PET-Flaschen gezeigt wurden, sei deshalb eine Täuschung, so Schmidt. „Tatsächlich hat China früher einmal in größerem Umfang gebrauchte PET-Flaschen importiert, um sie dort zu Polyestergarnen für die Textilindustrie zu verarbeiten. Deutsche Recycler haben seit vielen Jahren hierzulande aber ausreichende Recyclingkapazitäten aufgebaut, denn der Wertstoff ist auch bei der hiesigen Industrie sehr gefragt.“

Die neue GVM-Studie bezieht sich auf die Daten aus 2017. Darin untersucht wurden alle relevanten Getränkesegmente im bepfandeten und unbepfandeten Getränkebereich. Nicht in der Betrachtung waren die mengenmäßig unbedeutenden PET-Getränkeverpackungen für Milch-, Milchmix- und milchbasierte Getränke.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden Internetadressen:

www.forum-pet.de

www.newsroom.kunststoffverpackungen.de

Weiterführende Information
  • 07.01.2019

    airpop wird erfolgreich recycelt

    Negative Einstufung durch Zentrale Stelle Verpackungsregister nicht realitätsnah

    Foren und Fachgruppen der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. widersprechen der Abwertung von expandiertem Polystyrol als Verpackungsmaterial.   mehr

  • 27.11.2018

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    IK unterstützt Plan der Umweltministerin

    Wo die Schutzfunktionen von Kunststoffverpackungen nicht notwendig sind und achtloses Wegwerfen sowie fehlende Verwertungsinfrastrukturen zum Problem werden, sieht auch der Kunststoffverband Handlungsbedarf.   mehr

  • 09.11.2018

    Blick auf die Kreislaufwirtschaft

    IK beruft neue Geschäftsführerin

    Die promovierte Diplom-Geoökologin Dr. Isabell Schmidt ist seit 2010 bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. tätig und verantwortete bislang das Referat Umwelt und Nachhaltigkeit.   mehr

  • 25.09.2018

    IK wählt neuen Präsidenten

    Straßburger folgt auf Roth

    Straßburger engagiert sich seit vielen Jahren im IK: Unter anderem vertritt er seit 2009 als Mitglied des Vorstands die Fachgruppe IBC. 2010 wurde er Schatzmeister, 2014 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten.   mehr

  • 07.03.2017

    FAQs zu oxo-abbaubaren Kunststoffen

    IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen äußert Kritik

    Laut Verband sind die Bezeichnungen „oxo-fragmentierbare“ und „thermo-„ oder „photo- fragmentierbare Kunststoffe“ besser.   mehr

  • 23.01.2017

    Lob und Kritik für Recycling-Gelöbnis

    Ellen-MacArthur-Unterstützung: Handeln die Konzerne richtig?

    Während der deutsche Branchenverband die Unterstützung der Ellen-MacArthur-Initiative durch Coca-Cola & Co. grundsätzlich begrüßt, aber den Begriff „Plastikabfall“ kritisiert, wittern Kritiker Täuschungsmanöver und sehen Biokunststoffe missbraucht.   mehr

Unternehmensinformation

ik Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

Kaiser-Friedrich-Promenade 43
DE 61348 Bad Homburg
Tel.: 06172 9266-01

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