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17.01.2019

Weltweite Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt

Über 1 Mrd. USD Startkapital

Eine Allianz globaler Unternehmen aus der Kunststoff- und Konsumgüter-Wertschöpfungskette hat mit dem Ziel, das „Plastikmüllproblem“ zu lösen, eine neue Organisation gegründet. Die wertschöpfungskettenübergreifende „ Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt “ (Alliance to End Plastic Waste, AEPW), die derzeit aus fast dreißig Mitgliedsunternehmen besteht, hat über 1 Mrd. USD zugesagt mit dem Ziel, in den nächsten fünf Jahren 1,5 Mrd. USD für die Beseitigung von Plastikabfällen zu sammeln. Die Allianz will Lösungen entwickeln und realisieren, um Plastikabfälle zu minimieren und zu bewältigen. Außerdem werden mit dem Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft Lösungen für Sekundärkunststoffe gefördert.

Die Allianz ist eine gemeinnützige Organisation, zu der Unternehmen gehören, die Kunststoffe herstellen, verwenden, verkaufen, verarbeiten, sammeln und recyceln, einschließlich Chemie- und Kunststoffherstellern, Konsumgüterunternehmen, Einzelhändlern, Verarbeitern und Entsorgungsunternehmen. Die Mitglieder der Allianz sind globale Unternehmen und Organisationen mit Standorten in Nord- und Südamerika, Europa, Asien, Südostasien, Afrika und dem Arabischen Golf. Strategischer Partner der Allianz ist der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD).

Die folgenden Unternehmen sind Gründungsmitglieder der Allianz: BASF, Berry Global, Braskem, Chevron Phillips Chemical, Clariant, Covestro, Dow, DSM, ExxonMobil, Formosa Plastics, Henkel, LyondellBasell, Mitsubishi Chemical, Mitsui Chemicals, Nova Chemicals, OxyChem, PolyOne, Procter & Gamble, Reliance, Sabic, Sasol, Suez, Shell Chemical, SCG Chemicals, Sumitomo Chemical, Total, Veolia und Versalis (Eni).

Langfristige Investitionen

„Um erfolgreich zu sein, bedarf es der Zusammenarbeit und koordinierter Anstrengungen über viele Sektoren hinweg – einige, die kurzfristige Fortschritte bringen, und andere, die große und langfristige Investitionen erfordern. Die Bekämpfung von Plastikabfällen in der Umwelt und die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe erfordert die Beteiligung aller Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette und das langfristige Engagement von Unternehmen, Regierungen und Gemeinden. Kein Land, kein Unternehmen und keine Gemeinde kann dies allein lösen“, sagte Veolia-CEO Antoine Frérot, stellvertretender Vorsitzender der AEPW.

Die Allianz wird mit Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen, Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und mit diesen Akteuren in gemeinsame Projekte zur Vermeidung von Plastikmüll in der Umwelt investieren. In den kommenden Monaten wird sie Investitionen tätigen und Fortschritte in vier Schlüsselbereichen vorantreiben:

  1. Infrastrukturentwicklung für die Sammlung und das Management von Abfällen und für die Steigerung des Recyclings;
  2. Innovation zur Förderung und Skalierung neuer Technologien, die das Recycling und die Rückgewinnung von Kunststoffen erleichtern und einen Nutzen für gebrauchte Kunststoffe schaffen;
  3. Bildung und Einbindung von Regierungen, Unternehmen und Gemeinden, um diese zum Handeln zu bewegen; und
  4. Säuberung von Bereichen, die bereits stark durch Plastikabfälle belastet sind, insbesondere von den wichtigsten Abfallleitungen wie Flüssen, die Plastikabfälle vom Land ins Meer transportieren.

Enge Zusammenarbeit mit Verantwortlichen und Innovatoren

In den vier Schlüsselbereichen kündigte die Allianz auch gleich erste Projekte und Kooperationen an, die eine Reihe von Lösungen zur Beseitigung von Plastikabfällen beinhalten:

  • Partnerschaft mit Städten zur Entwicklung integrierter Abfallmanagementsysteme in urbanen Ballungsgebieten mit unzureichender Infrastruktur, insbesondere entlang von Flüssen, die große Mengen an Plastikabfällen vom Land ins Meer transportieren. Diese Zusammenarbeit umfasst die Einbeziehung von lokalen Regierungen und Interessengruppen sowie die Entwicklung wirtschaftlich nachhaltiger und reproduzierbarer Modelle, die in mehreren Städten und Regionen angewendet werden können. Die Allianz wird Partnerschaften mit Städten in Gebieten mit hohem Plastikabfallaufkommen eingehen und sich auch um die Zusammenarbeit mit anderen Programmen bemühen, die mit Städten zusammenarbeiten, wie z.B. dem Project Stop , das in Indonesien aktiv ist.
  • Finanzierung des "The Incubator Network" von Circulate Capital zur Entwicklung und Förderung von Technologien, Geschäftsmodellen und Unternehmern, die Meereskunststoffabfälle verhindern und die Abfallentsorgung und -verwertung verbessern. Ziel ist es, eine Reihe von Investitionsprojekten zu schaffen. Der Schwerpunkt liegt zu Beginn auf Gebieten in Südostasien.
  • Entwicklung eines offenen, wissenschaftlich fundierten globalen Informationsprojekts zur weltweiten Unterstützung von Abfallmanagementprojekten mit zuverlässigen Datensammlungen, Messgrößen, Standards und Methoden, um Regierungen, Unternehmen und Investoren dabei zu unterstützen, sich auf Maßnahmen zu konzentrieren, die verhindern, dass Plastikabfälle in die Umwelt gelangen und diese zu beschleunigen. Die Allianz wird Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit führenden akademischen Einrichtungen und anderen Organisationen prüfen, die bereits an ähnlichen Datenerhebungen beteiligt sind.
  • Aufbau einer Kooperation zur Kapazitätsbildung mit zwischenstaatlichen Organisationen wie den Vereinten Nationen, um gemeinsame Workshops und Schulungen für Regierungsbeamte und Führungskräfte aus den betroffenen Gemeinden durchzuführen, damit sie die effektivsten und lokal relevantesten Lösungen identifizieren und umsetzen können.
  • Unterstützung von „Renew Oceans“ zur Förderung von lokalen Investitionen und lokalem Engagement. Das Programm zielt darauf ab, Plastikabfälle zu sammeln, bevor sie über die zehn größten Flüsse, von denen der überwiegende Teil der Abfälle transportiert wird, den Ozean erreichen. In einem ersten Schritt wird das Renew Ganga-Projekt unterstützt, das mit zusätzlicher Unterstützung von National Geographic durchgeführt wird.

Problemfall Meer

Untersuchungen der Ocean Conservancy zeigen, dass fast 80% der Kunststoffabfälle im Meer als Abfall an Land entstehen und die überwiegende Mehrheit über Flüsse ins Meer gelangt. Eine Studie schätzt sogar, dass über 90% der im Meer enthaltenen Kunststoffe aus einem der zehn größten Flüsse der Welt stammen – acht in Asien und zwei in Afrika. Rund 60% der Plastikabfälle im Meer können fünf Ländern in Südostasien zugeordnet werden.

„Während unsere Bemühungen global sein werden, kann die Allianz die besten Fortschritte erzielen, indem sie sich auf die Teile der Welt konzentriert, in denen die Herausforderungen am größten sind und indem sie Lösungen und bewährte Praktiken teilt, damit diese Bemühungen weltweit verstärkt und ausgeweitet werden können“, sagte Peter Bakker, Präsident und CEO des World Business Council for Sustainable Development. (Red)

Weiterführende Information
  • Kunststoffrecycling

    Das Online-Special rund um das Recycling von Kunststoffen

    Nur wenige Werkstoffe sind für eine Verwertung so gut geeignet wie Kunststoffe. In unserem Special „Kunststoffrecycling“ haben wir für Sie eine Auswahl an relevanten und aktuellen Entwicklungen und Produkten zum Thema Wiederverwertung von Kunststoffen zusammengestellt.   mehr

  • 18.01.2019

    Konzertierte Aktion

    Meinung

    Sabic, Covestro, BASF, Dow und 25 andere Unternehmen haben vorgestern in London die Gründung der "Allianz gegen Kunststoffmüll in der Umwelt" verkündet. Sie sind alle außerordentlich zu begrüßen. Die zunehmende Anzahl an Initiativen wirft jedoch auch die Frage auf, wie Maßnahmen und Geld effizient eingesetzt werden können.   mehr

Unternehmensinformation

BASF SE

Carl-Bosch-Str. 38
DE 67056 Ludwigshafen
Tel.: 0621 60-0
Fax: 0621 60-42525

Covestro Deutschland AG

Kaiser-Wilhelm-Allee 60
DE 51373 Leverkusen
Tel.: 0214 60092000

LyondellBasell Industries

Industriepark Hoechst
DE 65926 Frankfurt

SABIC Saudi Basic Industries Corporation

PB 5101
RIYADH 11422
Tel.: +966 140120 033
Fax: +966 140564 427

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