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12.01.2021

Investition in Vliesstoffproduktion

Radici will italienische Lieferkette für PSA autonomer gestalten

Die neue Anlage wird eine Kapazität von monatlich rund 120 t Meltblown-Vlies haben, womit sich etwa 170 Mio. OP-Masken herstellen lassen (© Radici Group)

Als Reaktion auf den Notstand im Gesundheitswesen hat die RadiciGroup eine umfangreiche Investition in eine neue Produktionslinie für Meltblown-Filtervliese getätigt, die zur Herstellung von Schutzmasken und anderer Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) verwendet werden.

Die Radici Gruppe, seit Beginn der Pandemie an vorderster Front im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19, hat in sehr kurzer Zeit eine lokale Lieferkette für die Herstellung von Kitteln und anderen Produkten aus Spinnvlies aktiviert und beschlossen, sich auch auf die Produktion von Meltblown-Filtervliesen zu konzentrieren. Diese für die Herstellung von chirurgischen Masken erforderliche Art von TNT Vliesstoffen war auf dem italienischen Markt nicht vorhanden.

Vliesstoffe für den Notfall

„Auf dem Höhepunkt der Pandemie", so Maurizio Radici, Vicepresident und COO der RadiciGroup, „war die mangelnde Verfügbarkeit von Meltblown-Filtervliesstoffen offensichtlich. Wir erhielten Dutzende von Anfragen potenzieller Kunden. Meltblown-Filtervliese werden in Europa nur in geringen Mengen produziert, die für medizinische Notfälle nicht ausreichen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Vliesstoffe wussten wir, wie sich eine Lieferkette „Made in Italy“ für PSA aufbauen lässt. Als sich die Gelegenheit ergab, etwas Konkretes zu tun, haben wir nicht gezögert.“

Investition auch durch Corona-Pandemie getrieben

RadiciGroup hat 15 Mio. EUR in eine Meltblown-Produktionslinie investiert. Die groß dimensionierte Anlage, die derzeit installiert wird, ist technologisch auf dem neuesten Stand. Sie bietet eine hohe Produktivität und ermöglicht die Herstellung von Produkten mit besonderen technischen Eigenschaften, aus Polypropylen ebenso wie auf Basis anderer Polymere wie Polyester, Polyamid und TPU. Standort der Anlage ist Tessiture Pietro Radici SpA, ein in Gandino (Bergamo) ansässiges Unternehmen der Gruppe, wo auch die Räumlichkeiten erweitert wurden.

"Dank dieser neuen Anlage in Val Seriana, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gebiete", ergänzt Enrico Buriani, CEO von Tessiture Pietro Radici, "wird RadiciGroup einer der wenigen europäischen Hersteller sein, der beides anbieten kann: Spunbond-Vliesstoffe, die bereits seit Jahren bei Tessiture Pietro Radici etabliert sind und als äußere sowie als in Kontakt mit dem Gesicht stehende Komponente von Masken eingesetzt werden, und Meltblown-Vliesstoffe, das eigentliche Filter- und Schutzelement von Masken aller Art, von chirurgischen bis zu FFP2- und FFP3-Ausführungen. Die neue Anlage wird eine Kapazität von monatlich rund 120 Tonnen Meltblown-Vlies haben, womit sich etwa 170 Millionen OP-Masken herstellen lassen."

Das Ziel ist, unabhängiger von außereuropäischen Imporen zu werden, die während der Pandemie auch zu großen logistischen Verzögerungen führten, und eine Versorgungskette nach Italien zurückzubringen, die für den Gesundheitsschutz bei Notfällen unerlässlich ist. So hat Italien zum Beispiel von Februar bis August 2020 Masken im Wert von 2,66 Mrd. EUR importiert, 92 % davon aus China (Quelle: Assosistema - Confindustria).

Zukunftsaussichten

„Wir glauben, dass es wichtig ist, dass Italien in Zukunft nicht unvorbereitet ist, wenn es zu gesundheitlichen Notfällen kommt“, so Maurizio Radici weiter: „Unser Land sollte seine eigene Autonomie in den Lieferketten für lebenswichtige Güter haben, und der Aufbau der neuen Meltblown-Linie geht in diese Richtung. Gleichzeitig ist es eine Investition für unseren Konzern, denn dieses Material lässt sich in vielen weiteren technischen Anwendungen einsetzen, zum Beispiel im Filtrationsbereich, mit der Aussicht auf mittelfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit.“

Meltblown ist ein Endlosfaservlies mit einem Filamentdurchmesser zwischen 1 und 5 Mikrometer, das eine hohe Filterkapazität auch für mikroskopisch kleine Partikel wie Viren hat, atmungsaktiv ist und sicher schützt. Die Installation der Anlage wird im Januar abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt wird sie im Dauerbetrieb an 7 Tagen in der Woche laufen.

Weiterführende Information
  • Erschienen am 19.08.2020

    Blends auf PA-Basis

    Abgestimmte Materialeigenschaften auch für Nischenmärkte

    Da sich die Materialanforderungen einiger Branche mit reinen Polymeren oft nur schwer erfüllen lassen, hat die RadiciGroup Blends auf Basis von Polyamid (PA) vorgestellt. Sie sollen neben der Automobilindustrie auch speziell Nischenmärkte erreichen.   mehr

    RadiciGroup

Unternehmensinformation

RadiciGroup

Via Ca' Antonelli 55
IT 24024 Gandino

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