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21.11.2018

Dynamik des chinesischen Automobilmarktes

Über 300 Fachleute bei der Engel trend.scaut in Schanghai

Wohin entwickelt sich der chinesische Automobilmarkt? Welche weiteren Herausforderungen stellt die Elektromobilität? Wo eröffnen sich neue Chancen für die Zulieferer in Asien? – Diese und weitere Fragen diskutierten die mehr als 300 Teilnehmer der zweitägigen Automobilkonferenz trend.scaut 2018, zu der der Spritzgießmaschinenbauer und Systemexperte Engel Austria, Schwertberg/Österreich, Ende Oktober nach Schanghai eingeladen hatte.

  • Mehr als 300 Teilnehmer besuchten die Automobilkonferenz in Schanghai. In den Vorträgen wurden aktuelle und zukünftige Herausforderungen sowie sich neu eröffnende Chancen und Technologien diskutiert (© Engel)

  • Typisch für den Engel trend.scaut ist es, dass es nicht bei theoretischen Betrachtungen bleibt (© Engel)

  • Am zweiten Veranstaltungstag waren vier Live-Exponate im Großmaschinenwerk des Spritzgießmaschinenbauers in Schanghai zu sehen. Unter anderem wurden dickwandige Scheinwerferlinsen und geometrisch anspruchsvolle Interior-Teile mit einer hochwertigen Oberfläche produziert (© Engel)

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Zum ersten Mal fand der Engel trend.scaut parallel zur FumoTec, der internationalen Fachmesse für Automotive Engineering und Future Mobility, im Shanghai World Expo Exhibition & Convention Center statt.

„Es haben sich einige Messebesucher, die Engel und den trend.scaut bis dahin nicht kannten, spontan angemeldet“, berichtet Gero Willmeroth, President East Asia and Oceania von Engel mit Sitz in Schanghai. Unter den Teilnehmern waren vor allem Entwicklungs- und Produktionsleiter sowie Geschäftsführer sowohl chinesischer als auch internationaler Unternehmen. „Wir haben anhand konkreter Anforderungen der Produzenten vor Ort neue Technologien und Zukunftschancen diskutiert und konnten die Themen zugleich im internationalen Kontext spiegeln.“

Das Vortragsprogramm war hochkarätig besetzt. Die Referenten kamen unter anderem von Volvo und Nobo (Mitglied der Great Wall Motor Company), Continental und Ecorea sowie von JSC Automotive, ExxonMobil, Sabic und Engel.

Chancen für den Markteintritt neuer Technologien

Schon die ersten Präsentationen machten deutlich, dass sich der Automobilmarkt in Asien weiterhin mit einer besonderen Dynamik entwickelt. „In China konkurrieren inzwischen über 100 Fahrzeugmarken“, verdeutlicht Dr. Norbert Müller, Leiter des Engel-Technologiezentrums für Leichtbau Composites, die Situation. Elektrofahrzeuge stehen im Fokus. Eine weitere Entwicklung ist, dass renommierte chinesische Anbieter ihre Produkte auch im Premium-Segment platzieren. „Für den Markteintritt neuer Technologien ergeben sich wichtige Chancen“, fasst Müller beide Trends zusammen und machte dies in seinem Vortrag am Beispiel neuartiger Composite-Technologien fest.

Gemeinsam mit seinem Team entwickelt Müller neue, besonders wirtschaftliche Verfahren für den Faserverbundleichtbau in der Großserie und deckt dabei ein breites Technologiespektrum ab: Von HP-RTM und SMC über die Verarbeitung von thermoplastischen Halbzeugen wie Organoblechen und Tapes bis hin zu neuartigen reaktiven Technologien wie der In-situ-Polymerisation (T-RTM).
„Neu ist, dass sich auch die Composite-Hersteller in Asien verstärkt mit thermoplastbasierten Lösungen befassen“, so Müller. Die Möglichkeit, thermoplastische Composite-Werkstoffe direkt nach der Formgebung im selben Werkzeug durch Spritzgießen zu funktionalisieren, könne Zeitvorteile sichern.

Produktivität und Effizienz im Fokus

Dass eine hohe Produktivität und Effizienz in der Automobilindustrie stärker als in anderen Branchen über die Wettbewerbsfähigkeit und den Erfolg entscheiden, ist keine neue Erkenntnis. Gerade in Asien könnte sich die Situation aber noch einmal verschärfen, spätestens 2020, wenn die Förderungen für Elektrofahrzeuge auslaufen. In den Vorträgen und in der Podiumsdiskussion, aber auch in kleineren Runden am Rande kam dieses Thema immer wieder zur Sprache. Es wurden verschiedene Zukunftsszenarien entworfen, doch eine einheitliche Meinung gibt es unter den Experten nicht.

Nach Ansicht von Jochen Siebert, Geschäftsführer der auf den chinesischen Automobilmarkt spezialisierten Unternehmensberatung JSC Automotive, befindet sich die Branche bereits heute in einem Transformationsprozess, der die dynamische Marktentwicklung bremsen und zu einer Konsolidierung führen könnte. Ein weiteres Szenario ist, dass Hybridfahrzeuge schneller zulegen als Elektromobile.

Prozessintegration und Automatisierung rücken mit dem steigenden Effizienzdruck noch stärker in den Mittelpunkt. „Wir liefern zunehmend Mehrkomponentenmaschinen nach Asien“, bestätigt Michael Fischer, Leiter Business Development Technologien von Engel am Stammsitz in Österreich. Vorrangig seien es die Bereiche Automotive Lighting und Interior, für die das Unternehmen immer öfter integrierte Systemlösungen inklusive Prozesstechnologie, Automatisierung und weiterer Peripherie entwickelt. „Wenn wir von Beginn an alle Prozessschritte und Anlagenkomponenten exakt aufeinander abstimmen, können wir sowohl die Effizienz- als auch die Qualitätspotenziale besonders gut ausschöpfen“, so Fischer.

Live-Demonstrationen im Technikum

Am zweiten Veranstaltungstag hatte der Spritzgießmaschinenbauer die Teilnehmer in sein Großmaschinenwerk im Shanghai Xinzhuang Industrial Park eingeladen. Anhand von vier herausfordernden Anwendungen präsentierten die Automobilexperten dort, wie sich neue Technologien effizient in der Praxis umsetzen lassen.

Herstellung dickwandiger Scheinwerferlinsen

So wurden in einer vollständig automatisierten Fertigungszelle mit zwei verketteten duo-Spritzgießmaschinen dickwandige Scheinwerferlinsen produziert. Die Herausforderung, eine hohe optische Qualität mit kurzen Zykluszeiten zu vereinen, löst Engel mit der patentierten Mehrschichttechnologie optimelt mit externer Kühlung. Obwohl die Vorspritzlinge 30 min lang abkühlen, liegt die Zykluszeit deutlich unter 3 min.

„Immer häufiger werden hochwertige Optikkomponenten aus Kunststoffen hergestellt“, berichtet Fischer. „Die polymeren Materialien sind leichter als Glas und bieten den Produktdesignern mehr Freiheiten. Weltweit hat Engel bereits namhafte Linsenhersteller mit Mehrschichtanlagen ausgerüstet.“

Verkleidungsteile für den Fahrzeuginnenraum

Bei der zweiten Anwendung ging es darum, Effizienz mit einer hohen Oberflächengüte zu kombinieren. Auf einer weiteren duo-Spritzgießmaschine wurden Verkleidungsteile für den Fahrzeuginnenraum im Engel-foammelt-Verfahren hergestellt. Das Schaumspritzgießen ermöglicht es, auch sehr dünne Bauteilbereiche zuverlässig zu füllen und reduziert zugleich das Bauteilgewicht. Das Besondere des in Schanghai präsentierten Verfahrens auf Basis eines chemischen Treibmittels ist, dass aus Polypropylen direkt im Spritzgießen hochwertige Sichtoberflächen resultieren.

Herstellung transparenter technischer Teile

Präsentiert wurde auch die Herstellung transparenter technischer Teile mittels der vollelektrischen e-mac-Spritzgießmaschine, die laut Unternehmen durch hohe Präzision, Prozessstabilität und Effizienz gekennzeichnet ist. Die Maschinen der e-mac Baureihe sind inklusive der Funktionen Auswerfen und Anpressen ausschließlich mit besonders leistungsstarken Servomotoren ausgerüstet, was einen optimalen Wirkungsgrad sicherstelle. Hinzu kommt ihre kompakte Konstruktion, wodurch Platz gespart wird.

Fahrassistenten für die Spritzgießmaschine

Das vierte Exponat machte die Chancen, die Industrie 4.0 für eine höhere Effizienz und Qualität eröffnet, greifbar. Ausgerüstet mit intelligenten Assistenzsystemen aus dem inject-4.0-Programm von Engel passt die Spritzgießmaschine die Verarbeitungsparameter kontinuierlich und automatisch an Schwankungen im Rohmaterial und in den Umgebungsbedingungen an. Die Folge sei ein konstanter Prozess ohne Ausschuss. „Die Automobilindustrie ist extrem offen für diese Themen“, betont Fischer. „Inject-4.0-Produkte gehören immer öfter zum Umfang integrierter Systemlösungen, die wir nach Asien liefern.“

Engel trend.scaut 2019 in Detroit

Seit 2009 lädt der Spritzgießmaschinenbauer die Automobil- und deren Zulieferindustrie regelmäßig zum trend.scaut ein, seit drei Jahren findet die Konferenz im Wechsel auf verschiedenen Kontinenten statt. Im kommenden Jahr ist Detroit in den USA Veranstaltungsort, 2020 trifft sich die Branche in Österreich, bevor der trend.scaut 2021 zurück nach China kommt. (Red.)

Weiterführende Information
  • 19.10.2018

    Deutschland ist wichtigster Innovationsmotor

    Engel-Gruppe weiter am Wachsen

    Für das laufende Geschäftsjahr geht der Spritzgießmaschinenbauer und Systemlöser Engel Austria GmbH von einem weiteren moderaten Wachstum von 6% gegenüber dem Vorjahr aus.   mehr

  • 05.10.2018

    Die Welt aufgeteilt in sieben Vertriebsregionen

    Engel entwickelt Vertriebsstruktur weiter

    Die weltweit 30 Niederlassungen und mehr als 60 Vertretungen wurden in sieben Regionen zusammengefasst und Regional Sales Presidents berufen.   mehr

Unternehmensinformation

Engel Austria GmbH

Ludwig-Engel-Straße 1
AT 4311 SCHWERTBERG
Tel.: +43 50 620-0
Fax: +43 50 6203009

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