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07.05.2020

Werkzeugbauer Leonhardt feiert 60-jähriges Bestehen

Handwerkskunst, Hightech und viel beachtete Innovationen

  • Blick in die Produktionswerkstatt von 1970 – was heute museal wirkt, war vor 50 Jahren „state of the art“. (© Leonhardt)

    Blick in die Produktionswerkstatt von 1970 – was heute museal wirkt, war vor 50 Jahren „state of the art“. (© Leonhardt)

  • Wichtige Voraussetzung für präzises Arbeiten und kreative Ideen: leistungsfähige Maschinen (© Leonhardt)

    Wichtige Voraussetzung für präzises Arbeiten und kreative Ideen: leistungsfähige Maschinen (© Leonhardt)

  • Zum 5. Mal Top100-Innovator:  Neben dem Bürgermeister und dem örtlichen CDU-Abgeordneten gratuliert auch der Ministerpräsident. (© Leonhardt)

    Zum 5. Mal Top100-Innovator: Neben dem Bürgermeister und dem örtlichen CDU-Abgeordneten gratuliert auch der Ministerpräsident. (© Leonhardt)

  • Die gravierte Form und das Ergebnis – Cover für die Gold-Bibel (© Leonhard

    Die gravierte Form und das Ergebnis – Cover für die Gold-Bibel (© Leonhard

  • Lichtwellenleiter aus Silikon für LED-Matrix-Licht (© Leonhardt)

    Lichtwellenleiter aus Silikon für LED-Matrix-Licht (© Leonhardt)

  • Angussvergleich nach ca. 1 Mio. Schuss – links üblicher Metalleinsatz, rechts Einsatz aus Dimacer. (© Leonhardt)

    Angussvergleich nach ca. 1 Mio. Schuss – links üblicher Metalleinsatz, rechts Einsatz aus Dimacer. (© Leonhardt)

  • Mikroteile aus Dimacer (© Leonhardt)

    Mikroteile aus Dimacer (© Leonhardt)

  • Poliererodierte Form für ein Uhrengehäuse (© Leonhardt)

    Poliererodierte Form für ein Uhrengehäuse (© Leonhardt)

  • Detailansicht einer Linsenform, hergestellt im Glanzfräsverfahren (© Leonhardt)

    Detailansicht einer Linsenform, hergestellt im Glanzfräsverfahren (© Leonhardt)

  • Gefrästes Hologramm (© Leonhardt)

    Gefrästes Hologramm (© Leonhardt)

  • Spritzgießtechnikum für Werkzeugabmusterungen, ausgestattet mit flexibel kombinierbarer Peripherietechnik (© Leonhardt)

    Spritzgießtechnikum für Werkzeugabmusterungen, ausgestattet mit flexibel kombinierbarer Peripherietechnik (© Leonhardt)

  • Das Team von Leonhardt e. K. – die Aufnahme der Belegschaft stammt aus dem Jahr 2019. (© Leonhardt)

    Das Team von Leonhardt e. K. – die Aufnahme der Belegschaft stammt aus dem Jahr 2019. (© Leonhardt)

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Von klassischen Gravuren zum Komplettdienstleister im Werkzeug- und Formenbau: Das schwäbische Familienunternehmen Leonhardt hat sich in sechs Jahrzehnten zum Hightech-Unternehmen entwickelt, dessen Innovationen weltweit beachtet werden. Mit Know-how und modernstem Maschinenpark werden anspruchsvolle Projekte und hochkomplexe Werkzeuge, unter anderem für die Automobil- und Medizintechnik, realisiert. Filigrane Strukturen und Hochglanzpolituren stehen dabei im Mittelpunkt und bescheren dem Unternehmen immer wieder besonders interessante Projekte.

Als Günter Leonhardt das Unternehmen 1960 im schwäbischen Hochdorf auf gerade einmal 12 Quadratmetern gründet, spielen klassische Gravuren eine große Rolle. 60 Jahre später ist Sohn Wolfgang als innovativer Entwickler bei großen Industrieunternehmen gefragt. Dabei sind die Entwicklungen auf den ersten Blick meist gar nicht wahrnehmbar, markieren durch ihre technische Raffinesse aber nicht selten Meilensteine.

Die Gold-Bibel: Handwerkskunst trifft High-Tech

Prestigeprojekt Gold-Bibel © Leonhardt

Prestigeprojekt Gold-Bibel © Leonhardt

Normalerweise muss man, um in der Bibel zu stehen, mindestens 2000 Jahre alt sein. Leonhardt schafft es bereits im zarten Alter von 45 Jahren, wenn auch nur ins Impressum der sogenannten „Gold-Bibel“. Ausgedacht hat sich diese Sonderauflage der Heiligen Schrift der Weltbild-Verlag. Die Zusammenarbeit mit Leonhardt entstand während einer Messe in Sinsheim.

Die Spezialisten des Unternehmens machen sich an die Arbeit, lediglich mit dem ersten Entwurf des Einbands auf einem Blatt Papier. Unter Zuhilfenahme historischer Vorbilder fertigen sie ein 3D-Modell aus Gips. Die Graveurarbeit wird anschließend digitalisiert. Zum Vervielfältigen entwickelt Leonhardt eigens eine Technologie, mit der die 250 Gramm schweren und 0,3 Millimeter dicken Messingplatten für den Bibeleinband geprägt werden. Die Gold-Bibel wird mittlerweile übrigens als Sammlerstück geschätzt und erzielt dabei gerne das Dreifache Ihres Ausgabepreises. „Das Bibelprojekt bleibt einmalig“, sagt Wolfgang Leonhardt, „so etwas gehört nicht zu unserer typischen Tagesarbeit“.

Meisterleistung der Erodierkunst: LED-Matrix-Licht

Lichtwellenleiter aus Silikon für LED-Matrix-Licht (© Leonhardt)

Lichtwellenleiter aus Silikon für LED-Matrix-Licht (© Leonhardt)

Zum Alltag bei Leonhardt gehören unter anderem Formen und Kavitäten für das Spritzgießen optischer Systeme wie die Abstandsmessung zum vorausfahrenden Fahrzeug oder ein Toter-Winkel-Assistent. Ein weiteres Beispiel ist das LED-Matrix-Licht. Eine Technik, die vor einigen Jahren die Werbespots der Automobilhersteller füllte. Die Idee dahinter ist, das Scheinwerferlicht der Fahrzeuge intelligent und situativ zu steuern. Teile des Scheinwerferlichtes sollten bei Gegenverkehr aus- und wieder eingeschaltet werden und so eine optimale Fahrbahn-Ausleuchtung ohne Störung anderer Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Klingt logisch, ist jedoch alles andere als einfach umzusetzen.

Warum? Weil es im Inneren der Scheinwerfer einen Lichtwellenleiter gibt, der das Licht an die richtige Stelle lenken muss. Wegen seiner komplexen Form – das Bauteil besteht aus 90 feinen Kontaktstiften, deren Ausrichtung und Abmaße auf das Hundertstel genau gearbeitet sein müssen – wird das Teil aus Silikon gefertigt. Die Herausforderung: Das Silikon muss eine glasklare Oberfläche erhalten, damit der Lichtstrahl im vorberechneten Winkel reflektiert wird.

Mit Hilfe ihrer hochpräzisen Erodier- und Poliertechnik gelingt der Firma Leonhardt in zwei Jahren Entwicklungszeit in Zusammenarbeit mit Automobilzulieferer Hella dieses Meisterstück. „Die Herausforderung besteht darin, die Schrägen präzise in Erodiertechnik umzusetzen“, berichtet Wolfgang Leonhardt. „Dass wir das geschafft haben, darauf sind wir stolz. Hochglanzpolierte Kavitäten ermöglichen die Fertigung des hochwertigen optischen Teils und viele Autofahrer freuen sich heute über die faszinierende und sichere Lichtsteuerung an Ihrem Fahrzeug.“

Filigrane Spezialteile für die Medizintechnik

Die jüngste Herausforderung für Leonhardt und sein Team kommt aus der Medizintechnik, konkret geht es um die Entwicklung und Fertigung von Kollimatoren für MRT-Geräte. Kollimatoren lassen die Gammastrahlung der Geräte nur aus bestimmten Richtungen kommend zum Messgerät vordringen. „Mich hat begeistert, welch fotorealistische Bilder des menschlichen Körpers dieses Verfahren ermöglicht“, schwärmt Wolfgang Leonhardt. Das Problem dabei: Die Kollimatoren sollen aus Wolfram mit Wandstärken von 0,12 mm spritztechnisch hergestellt werden. Jetzt, dreieinhalb Jahre nach dem Start der Arbeiten, scheint die Lösung gefunden. „Im Herbst 2020 werden wir erste Ergebnisse veröffentlichen können“, kündigt Wolfgang Leonhardt an.

Hochleistungswerkstoff Dimacer

Angussvergleich nach ca. 1 Mio. Schuss – links üblicher Metalleinsatz, rechts Einsatz aus Dimacer. (© Leonhardt)

Angussvergleich nach ca. 1 Mio. Schuss – links üblicher Metalleinsatz, rechts Einsatz aus Dimacer. (© Leonhardt)

Baugruppen und Bauteile werden immer kleiner, müssen aber den gleichen Kräften standhalten wie ihre makrotechnischen Pendants. Das bedeutet häufig den Einsatz hochbelastbarer Werkstoffe, beispielsweise glasfaserverstärkter Polymere, Keramiken und Metallpulver. Bei deren Verarbeitung verschleißen die Kavitäten um ein Vielfaches schneller als bei Standardwerkstoffen.

Damit er die Standzeit der Werkzeuge deutlich verlängern kann, begibt sich Leonhardt auf neues Terrain. „Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Leroxid und der Universität Stuttgart haben wir die Hochleistungskeramik Dimacer entwickelt, die zwei Welten verbindet“, berichtet Leonhardt. „Sie ist mechanisch, thermisch und tribologisch hoch belastbar und gleichzeitig elektrisch leitfähig.“ Erreicht wird das durch Zugabe feinster Metallpartikel, deren Anteil an der Gesamtmasse aufgrund der Korngröße im Submikron- bzw. Nanobereich auf ein Minimum reduziert ist.

Das besondere Eigenschaftsprofil von Dimacer macht den Werkstoff auch für andere Bauteile interessant, insbesondere für Miniatur- und Mikroteile. Als Beispiele seien Präzisionsteile für feinmechanische Apparaturen genannt oder winzige Zahnräder für Pumpen, die aggressive Medien fördern. „Dimacer-Bauteile funktionieren dauerhaft zuverlässig“, so Leonhardt, „sie bewähren sich insbesondere dort, wo hohe Kräfte auf kleine Flächen treffen“.

Spiegelglanz – mit funktionalisierten Oberflächen

Gefrästes Hologramm (© Leonhardt)

Gefrästes Hologramm (© Leonhardt)

Eine weitere Technologie, die Leonhardt adaptiert hat, stammt aus der Uhren- und Feinwerktechnik: das Glanzfräsen. „Unsere Spezialisten sind heute in der Lage, Oberflächen mit Rauigkeitswerten von 0,05 Mikrometern zu fertigen“, informiert der Firmeninhaber. Die eigens dafür installierten Fräszentren arbeiten mit einer Auflösung von 1,25 Nanometer und erzielen eine Ebenheit von weniger als ein Mikrometer auf 100 Millimeter Verfahrweg.

Damit nicht genug: Mittels Mikrofräsen werden spiegelglatte Oberflächen auch funktionalisiert. „Beispielsweise können wir ein Hologramm einarbeiten, das einem Produkt ein unverwechselbares Aussehen gibt“, erläutert Leonhardt. Dabei bleibt die Oberflächenqualität erhalten – das Hologramm ist zwar sichtbar, aber kaum fühlbar.

„Der Faktor Mensch ist entscheidend“

Fragt man den Techniker Wolfgang Leonhardt nach den Herausforderungen der Zukunft, kommt nicht etwa eine technische Antwort: „Der Faktor Mensch ist entscheidend. Bei uns haben mehr als die Hälfte der Mitarbeiter einen Meisterbrief. Das sind alles hochqualifizierte Praktiker.“ Der Trend geht heute immer mehr zum Bachelor-Studium. Die jungen Menschen träumten meist von Work-Life-Balance und einem Sessel in der Chefetage, bedauert Wolfgang Leonhardt. Was er dagegen setzt, klingt vernünftig, aber weniger spektakulär.

Das Leonhardt-Team 2019 (© Leonhardt)

Das Leonhardt-Team 2019 (© Leonhardt)

„Bei Leonhardt sind die Mitarbeiter nicht das kleine Rädchen im großen Getriebe. Das ist der Reiz. Bei uns liegt von der Aufgabendefinition mit dem Kunden bis zur fertigen Lösung oft alles in nur wenigen Händen.“ Faktisch sieht Leonhardt auch die Gehälter der Meister und der Bachelor-Absolventen sich immer mehr angleichen.

Um noch lösungsorientierter arbeiten zu können, hat Leonhardt vor zwei Jahren in ein Spritzgieß-Technikum investiert. Hier können die Mitarbeiter Lösungen kunden- und praxisorientiert erproben. An drei hochmodernen Anlagen werden die Werkzeuge auf Herz- und Nieren getestet, bevor sie an die Kunden geliefert werden.

Zehn nationale und internationale Patente besitzen Wolfgang Leonhardt und sein Team. Zahlreiche Preise hat das Unternehmen schon abgeräumt. Besonders stolz ist das Unternehmen, praktisch regelmäßig zu den Preisträgern als TOP 100 Innovator zu gehören.

„Kurzfristig erfolgreich zu sein ist einfach. Dauerhaft Spitzenleistungen zu bringen dagegen die Kunst“, so Wolfgang Leonhardt. „Ich führe diese Firma nun schon seit 25 Jahren – und wir haben in dieser Zeit kein einziges Mal Kurzarbeit einführen müssen. Das hängt damit zusammen, dass man uns im Markt schätzt und unsere Kunden gerade bei kniffligen Problemen den Kontakt zu uns suchen“. Und das soll auch noch viele Jahrzehnte so bleiben. Wer dann allerdings in dritter Generation das Unternehmen führen wird, ist noch offen – Tüftler willkommen!


Mediathek

Fakuma 2014 - Werkzeugtechnik

Weiterführende Information
  • Sendung vom 16.10.2014

    Fakuma 2014 - Werkzeugtechnik

    Kapitel 6: Leonhardt Graveurbetrieb

    Gravieren und strukturieren mit geringen Toleranzen ist eine Kernkompetenz des Leonhardt Graveurbetriebs. Mit den darstellbaren Rauigkeitswerten ist die Produktion von optischen Linsen und Reflektoren prozesssicher möglich.   zum Video

  • Erschienen in Kunststoffe 09/2014

    Höchste Oberflächengüten für Spritzgießwerkzeuge

    Leonhardt Graveurbetrieb

    Die Firma Leonhardt Graveurbetrieb, Hochdorf, fertigt komplexe Werkzeuge und filigrane Formteile in hoher Präzision. Das nach DIN ISO 9001...   mehr

Unternehmensinformation

Leonhardt e.K.

Mozartstraße 26
DE 73269 Hochdorf
Tel.: 07153 9594-0
Fax: 07153 9594-99

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