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25.09.2019

Raus aus der Schmuddelecke

GKV/TecPart-Jahrestagung: Kunststoffverarbeiter unter Druck

Der Gastgeber kommt ohne Umschweife zum Punkt: „Wir begrüßen die Diskussionen über Umweltthemen in Politik und Gesellschaft – solange sie differenziert geführt werden“, sagte Michael Weigelt, Geschäftsführer von GKV/TecPart, eingangs der Jahrestagung des Verbands am 19. September 2019 in der Schwabenlandhalle in Fellbach. Für Kunststoff gelte: „Wenn wir uns um eine sachgerechte Entsorgung kümmern, kann dieser Werkstoff wesentlich zur Lösung vieler Probleme beitragen.“

Emissionssenkende Lösungen im Fahrzeugbau oder in der Gebäudeisolierung seien ohne Kunststoff ebenso wenig denkbar wie lebensrettende Medizinprodukte oder ressourcenschonende Verpackungen. Polemischen Äußerungen, die Kunststoff nur als „Problemstoff“ darstellen, müsse die Branche entschieden entgegentreten, denn: Dieses Negativ-Image beeinflusse die Berufswahl vieler junger Menschen, das könne für die Verarbeiter zu einem großen Problem werden „Kunststoff muss aus der Schmuddelecke wieder raus“, so Weigelt.

GKV/TecPart-Geschäftsführer Michael Weigelt appellierte an die 70 Entscheider aus der Kunststoffverarbeitung, den aktuellen Widrigkeiten entschlossen entgegenzutreten (© GKV/TecPart)

GKV/TecPart-Geschäftsführer Michael Weigelt appellierte an die 70 Entscheider aus der Kunststoffverarbeitung, den aktuellen Widrigkeiten entschlossen entgegenzutreten (© GKV/TecPart)

Die Chancen dafür stehen aus Weigelts Sicht nicht schlecht. Die Diskussion über die Verwertung von Kunststoffen dürfte einen Nachfrageschub für Compoundierer und Recycler mit sich bringen. Nun sei öffentlichkeitswirksam zu beweisen, wie aus Kunststoffabfällen wieder neue Produkte erzeugt werden können. Weigelt dazu: „Die Weltleitmesse K in Düsseldorf wird zeigen, wie weit die Kunststoffindustrie auch in Verwertungsfragen ist. Auf der Sondershow werden etablierte Nachhaltigkeitslösungen vorgestellt.“

Vom geostrategischen Ringen der Großmächte …

Probleme ganz anderer Art thematisierte als Hauptredner Henrik Müller, Professor für wirtschaftlichen Journalismus an der Universität Dortmund. Viele derzeit aufbrechende internationale Konflikte führte er auf das geostrategische Ringen zwischen ehemaligen/aktuellen und aufstrebenden Großmächten zurück, oder anders herum: auf das Fehlen einer unangefochtenen globalen Ordnungsmacht. Sein Fazit: Die Exportnation Deutschland ist auf die Zukunft nicht vorbereitet, wenn die beiden bisher gültigen Gewissheiten – freier Welthandel und Sicherheitsgarantie im Nato-Bündnis – ins Wanken geraten. Im Anschluss erläuterte Dr. Heiko Willems, Geschäftsführer von BDI/BDA in Brüssel, die Rolle der EU, dieses entstehende Machtvakuum zu füllen.

Der Digitalisierung von Materialeigenschaften widmete sich Professor Peter Michel, Geschäftsfeldleiter Polymeranwendungen am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle. Am Beispiel eines Frontendträgers skizzierte er die positiven Auswirkungen auf die Ressourceneffizienz entlang der Wertschöpfungskette von Kunststoffbauteilen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Integration eines dynamischen digitalen Zwillings über den gesamten Produktlebenszyklus (bis zum Recycling).

… zur digitalisierten Fabrik in der Kunststoffverarbeitung

Die Schritte auf dem Weg zur digitalisierten Fabrik zeichnete Thomas Leng, Bereichsleiter Anwendungstechnik der Engel Austria GmbH, Schwertberg/Österreich. Als machtvolles Instrument stellte er den „iQ process observer“ dar, dessen Premiere Engel für die K 2019 ankündigte. Der von Leng so bezeichnete „Bordcomputer für die Spritzgießmaschine“ verfolge Schuss für Schuss mehrere hundert Prozesssignale. Die Daten können über spezielle Netzwerkkomponenten („Edge Devices“) verarbeitet und analysiert werden.

Die Kehrseite der zunehmenden Vernetzung schilderte Markus Hoffmann, Key Account Manager bei Gossler, Gobert & Wolters in Hamburg. Die Wertschöpfungskette ist zunehmend von IT-gestützten Prozessen abhängig. Systemausfälle gleich welcher Ursache – kriminelle Erpressungsversuche oder Fahrlässigkeit von Mitarbeitern – haben weitreichende Folgen für die betroffenen Unternehmen. Vor diesem Hintergrund zeigte Hoffmann auf, wie die Industrie den Cyberrisiken begegnen kann und welche Möglichkeiten zur Schadensregulierung althergebrachte Versicherungen und neue Versicherungssparten bieten. Denn: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht und kein Unternehmen ist zu uninteressant für einen Cyber-Angriff, so Hoffmann.

30 Prozent weniger Energieverbrauch beim Trocknen

Um eine handfeste Möglichkeit zur Produktionsoptimierung ging es im Vortrag von Urban Stricker, Geschäftsführer der Stricker IRD-Patent GbR, Vormwald. Er präsentierte die zweite Generation der von ihm entwickelten IRD-Technik („Infrarot-Drehrohr“). Dabei ist eine Trommel mit fixierter Förderspirale mit Hochleistungs-IR-Strahlern kombiniert. Das Schüttgut wird volumetrisch in die rotierende Trommel dosiert, darin durchmischt und mit exakt einstellbaren Zeiten erwärmt. Im Unterschied zur Konvektion erwärmt die Infrarot-Strahlung den Festkörper von innen. Der Clou: Die Prozessumgebung bleibt kühl. Damit vollziehen sich Trocknungsvorgänge, zum Beispiel von Granulat, laut Stricker in Minuten statt Stunden. Der Erfinder sagte den Zuhörern eine Reduzierung des Energieverbrauchs um mindestens 30 % im Vergleich zu konventionellen Trocknern zu.

Drei Prozent weniger Umsatz

Noch einmal zurück zu den Problemen der Branche, diesmal den wirtschaftlichen: Erneut an die Wachstumswerte des Vorjahres anzuschließen, bleibt vorerst Utopie. Zum Halbjahr lag die Branche rund 1 % unter den Vorjahresumsätzen. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Weigelt derzeit dennoch mit einem einprozentigen Umsatzwachstum über alle Branchen. Weniger gut sieht es, isoliert betrachtet, für den Bereich der technischen Teile aus: Hier sei bestenfalls ein Minus von 3 % zu erwarten.

Clemens Doriat, Redaktion Kunststoffe

Unternehmensinformation

TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V.

Städelstr. 10
DE 60596 Frankfurt
Tel.: 069 27105-35
Fax: 069 239836

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