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10.02.2020

Minus 45 Prozent im Durchschnitt

Starker Rückgang der Erstsemester in Kunststoff-Studienfächern

Einen fast schon dramatisch zu nennenden Rückgang der Erstsemesterzahlen für die Studienfächer Kunststofftechnik/Kunststoffverarbeitung hat eine kurzfristig angesetzte Umfrage des Branchenverbands GKV/TecPart Anfang Dezember zutage gefördert. Demnach beklagen die Lehranstalten im Durchschnitt ein Minus von 45 %. Angeschrieben wurden insgesamt 33 Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ein Studium in den Fächern Kunststofftechnik oder Kunststoffverarbeitung anbieten, entweder als eigenständigen Studiengang oder als Vertiefungsrichtung, etwa innerhalb eines Maschinenbaustudiums.

Die zwölf Hochschulen, die geantwortet haben, haben als Vergleichsbasis jeweils die Anzahl der Studierenden bzw. der Erstsemester zu Studienbeginn in den letzten drei Jahren genannt. Der ausnahmslos an allen Standorten verzeichnete Rückgang errechnet sich aus dem Durchschnitt der Jahre 2017 und 2018 im Vergleich zu 2019, wobei der niedrigste Wert bei minus 25 % und der höchste bei 52 % liegt. Besonders betroffen waren laut GKV/TecPart die Hochschulen, die den Studiengang Kunststofftechnik bzw. -verarbeitung eigenständig anbieten.

„Die Branche braucht jede verfügbare Lehr- und Forschungsinstitution“

Professor Thomas Seul, Prorektor der Hochschule Schmalkalden: „Wer bei Kunststofftechnik und -verarbeitung nur in chemischen Strukturen denkt, hat die Vielfältigkeit der Branche nicht verstanden“ (© wortundform)

Professor Thomas Seul, Prorektor der Hochschule Schmalkalden: „Wer bei Kunststofftechnik und -verarbeitung nur in chemischen Strukturen denkt, hat die Vielfältigkeit der Branche nicht verstanden“ (© wortundform)

Im Gesamtvergleich der Hochschullandschaft sind die kunststoffbezogenen Studiengänge oft unterrepräsentiert. Professor Thomas Seul, Prorektor der Hochschule Schmalkalden, sieht Handlungsbedarf bei den Lehrinstituten selbst: „Im Vergleich zu ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen werden Studiengänge, die speziell auf die Kunststoffbranche zugeschnitten sind, in viel zu geringer Anzahl angeboten. Dies gilt für alle Hochschultypen. Es ist ein großer Unfug, diesbezüglich regionale Wettbewerbsstrukturen der Hochschulen untereinander auszuleben. Die Branche braucht jede verfügbare Lehr- und Forschungsinstitution, um den Bedarf der Industrie an qualifizierten Nachwuchskräften zu decken. Gefragt sind hier nicht partikulare, regionale Interessen, sondern die kooperative Zusammenarbeit im Sinne der Studierendengewinnung.“

Um Studierende zu gewinnen, seien nicht partikulare, regionale Interessen gefragt, sondern Zusammenarbeit und eine Differenzierung des Ansatzes. Seul weiter: „Wenn den jungen Menschen interessante und lohnenswerte Karrieremöglichkeiten aufgezeigt werden, die nachhaltig wirken, ist schon mal ein großer Schritt in Richtung Überzeugung für die Studienwahl Kunststofftechnik/Kunststoffverarbeitung getan. Den Fokus auf die klassische Metallverarbeitung im Vergleich zur Kunststoffverarbeitung zu legen ist nicht mehr zeitgemäß und entspricht auch nicht mehr der wirtschaftlichen Marktsituation. Wer bei Kunststofftechnik und -verarbeitung nur in chemischen Strukturen denkt, hat die Vielfältigkeit der Branche nicht verstanden. Chemie liegt nicht jedem, Technik und Ingenieurbegeisterung jedoch dagegen vielen. Das ist ein Ansatz. Und auch ein Argument der Überzeugung“, so Professor Seul.

Auch bei den Auszubildenden wird die Lage immer schwieriger

Auch außerhalb der Lehrinstitute wird die Suche nach Auszubildenden im Lehrberuf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik für die Unternehmen immer schwieriger. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging laut GKV 2018 abermals gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % zurück. Verglichen mit den Zahlen der Studiengänge darf man diese Situation jedoch noch als robust werten.

Professor Tobias Walcher, Hochschule Aalen, bringt das Gebot der Stunde für die Branche und deren Interessenvertretung auf den Punkt: „Unseres Erachtens sollten der Verband und die kunststofftechnische Industrie über alle Facetten der Kunststofftechnik informieren und die Notwendigkeit der Kunststofftechnik für alle Bereiche des Lebens darstellen.“

Klimafreundliche Kunststoffprodukte wichtig für die CO2-Reduzierung

Michael Weigelt, Verbandsgeschäftsführer des GKV/TecPart, bestätigt diese Notwendigkeit, „die aber auch einen höheren Organisationsgrad der Branche erfordert. Derzeit finanzieren die Arbeit für das Kunststoffimage über die GKV-Trägerverbände nur ein Drittel der in Deutschland registrierten Unternehmen. GKV/TecPart, die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und auch PlasticsEurope haben auf ihren Mitgliederversammlungen dazu ein Sonderbudget beschlossen, um eine Kampagne zu finanzieren, die deutlich macht, welche wichtige Rolle klimafreundliche Kunststoffprodukte für die CO2 -Reduzierung haben. Um dies umsetzen zu können, braucht es dringend Fachkräfte, die auch zukünftig noch die wichtigen Innovationen und damit die notwendigen Produkte entwickeln und umsetzen können“. Diese Kampagne können alle Unternehmen in der Wertschöpfung mit einer Mitgliedschaft in einem der Trägerverbände des GKV fördern.

Weigelt betont, dass es wichtig ist, das hier etwas passiert, denn „sonst verfestigen sich Aussagen von Umweltverbänden, die eine radikale Reduzierung von Kunststoffprodukten fordern, ohne sich jedoch Gedanken über die CO2 -Emmisionen der Alternativprodukte gemacht zu haben.“

Zudem muss wieder stärker ins Bewusstsein rücken, dass Digitalisierung, Leichtbau, Gebäudeisolierung, Landwirtschaft, Operationen, Beleuchtung, Automobilbau und eben auch Verpackungen ohne Kunststoffe nicht oder nur mit erheblich mehr CO2 -Emisionen zu haben sind. Weigelt schließt mit der provokanten These, „dass das Klima sich wegen höherer CO2 -Emissionen ändert, nicht wegen mehr Kunststoffmüll! Und Kunststoffmüll ist ein Wertstoff – was wir in Deutschland täglich durch eine Verwertungsquote von 99 Prozent und steigende Rezyklatanteile in den Produkten nachweisen. Weitere Innovationen werden folgen, wenn wir die Jugend wieder mit Argumenten und Emotionen erreichen und sie für eine Ausbildung mit dem Werkstoff des 21. Jahrhunderts begeistern können!“ (cd)

Weiterführende Information
  • 12.03.2020

    Drastischer Einbruch bei Ausbildungsplätzen

    Einwerbung von Auszubildenden immer schwieriger

    Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wird zu einem immer größer werdenden Problem der Kunststoff verarbeitenden Industrie.   mehr

  • 18.02.2020

    Menschlicher Ressourcenmangel

    Meinung

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  • Was hilft gegen den Fachkräftemangel?

    Kunststoffe-Umfrage im Februar/März

    Gute Fachkräfte zu bekommen ist schwer, sie zu halten noch viel mehr. Wo sehen Sie Möglichkeiten im Kampf gegen den Mangel? Sehen Sie hier die Ergebnisse unserer Umfrage!   mehr

  • Wettbewerb um die besten Talente
    Kunststoffe 09/2019, Seite 16 - 18

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    Ein Absolventenbarometer gibt Anhaltspunkte für die Nachwuchssuche

    In Zeiten des Fachkräftemangels müssen sich Unternehmen sich anstrengen um qualifizierten Nachwuchs zu bekommen. Eine aktuelle Befragung...   mehr

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    4 Kommentare
  • War es ein Fehler, den Diplomingenieur durch Bachelor- und Masterabschlüsse zu ersetzen?

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    Die Bologna-Bildungsreform hat zu drastischen Veränderung bei der Ingenieursausbildung geführt. So gibt es mit dem Bachelor und Master nicht nur zwei verschiedene Studienabschlüssen, sondern auch viele Unterschiede zu den früheren Diplomstudiengängen. War die Umstellung ein Fehler? Sehen Sie hier das Abstimmungsergebnis!   mehr

    1 Kommentar
Unternehmensinformation

GKV - Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V.

Kaiser-Friedrich-Promenade 43
DE 61348 Bad Homburg
Tel.: 06172 9266-61
Fax: 06172 9266-74

TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V.

Städelstr. 10
DE 60596 Frankfurt
Tel.: 069 27105-35
Fax: 069 239836

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