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23.12.2018

Einweg-Regelung in der Kritik

Kompostierbare Biokunststoffe zu Unrecht betroffen

EU-Kommission, EU-Parlament und die österreichische Ratspräsidentschaft haben sich auf eine Einwegplastik-Richtlinie geeinigt. Bestimmte Einwegprodukte wie Strohhalme aus Kunststoff sind in Europa künftig verboten. Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. bedauert, dass die EU ihre Richtlinie zu Einwegkunststoffen (Einwegplastik) „im Eiltempo durchgepeitscht“ hat und damit wenig Zeit und Raum für sachlich fundierte Gespräche und Entscheidungen geblieben sei.

Dr. Jürgen Bruder, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (© IK)

Dr. Jürgen Bruder, Hauptgeschäftsführer der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (© IK)

„Selbstverständlich sehen auch wir mit Sorge auf die Bilder verendeter Seetiere und halten Aktivitäten für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen für dringend geboten“, erklärt IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Bruder den Standpunkt des Verbandes. Er halte jedoch die nun angestrebten Maßnahmen für wenig zielführend. „Hier wird Aktivität demonstriert, die das Problem Meeresmüll kein Stück wird lösen können.“

Anti-Littering-Directive wäre zielführender

Während die im Fokus stehenden Verbote aus Sicht der IK weder ein Umdenken beim Konsum oder im Umgang mit Abfällen bewirken werden, stecke in den weniger beachteten Maßnahmen zur Aufklärung und verstärkten Kreislaufführung weitaus mehr Potenzial. Auch forderte Bruder „Information, Aufklärung und vor allem Wissenstransfer in die am meisten betroffenen Länder“. Die IK bringe sich über die Global Plastics Alliance in diesen Austausch ein u. a. mit Verbänden aus Indonesien, Malaysia oder Südafrika. „Wenn wir Infrastrukturen für einen nachhaltigen Umgang mit Plastik in Asien schaffen, gewinnen wir mehr als durch das europäische Verbot von Strohhalmen.“ 80 Prozent des Meeresmülls stammen aus Asien.

Für Europa hält die IK eine noch stärkere Kreislaufführung mit entsprechenden Investitionen in Sortierung und Recycling sowie mehr Verbraucheraufklärung für wichtig. Die Industrie drehe an den ihr zugänglichen Stellschrauben Design fürs Recycling und verstärkter Einsatz von Recyclingmaterial.

Hersteller verursachen kein Littering

Gegen eine vermeintliche Stärkung des Verursacherprinzips über die Beteiligung der Hersteller an Strandreinigungskosten wandte Bruder sich mit dem Hinweis, dass die Hersteller von Verpackungen nicht Verursacher des Litterings sind. Ebenso erbringe kein anderes Material kunststoff-spezifische Leistungen. „Mit vermeintlichen Alternativen zum Einweggeschirr wie beschichteter Pappe oder Aluminium wäre auch ökologisch nichts gewonnen“, fasst Bruder die Konsequenzen zusammen.

Trotz der deutlichen Kritik an den Einwegverboten werde sich die IK nun um eine möglichst sinnvolle Umsetzung der EU-Richtlinie in nationale Prozesse bemühen und sich konstruktiv in die entsprechenden Dialoge einbringen.

Kunststoffverarbeiter fürchten wirtschaftliche Folgen

Der europäische Verband der Kunststoffverarbeiter European Plastics Converters (EuPC), Brüssel, kritisierte den „oberflächlichen Gesetzestext“, der auf einer unzureichenden Risikobewertung möglicher Umweltfolgen beruhe und zu ernsthaften Hindernissen für den freien Warenverkehr im Binnenmarkt führen könne. Auch sei keine Kosten-Nutzen-Analyse für die Alternativen für die Produkte erstellt worden, deren Nutzung verboten oder eingeschränkt werden soll.

EuPC-Direktor Alexandre Dangis (© EuPC)

EuPC-Direktor Alexandre Dangis (© EuPC)

„Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Europa werden bestraft und Arbeitsplätze gehen verloren, obwohl jeder weiß, dass die Umweltverschmutzung in anderen Teilen der Welt am höchsten ist, wo mehr gegen die Vermüllung der Umwelt getan werden muss“, brachte EuPC-Direktor Alexandre Dangis seine Verstimmung zum Ausdruck.

Die EuPC werde weiterhin mit den politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, fordere die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Vertreter der Mitgliedstaaten aber nachdrücklich auf, sich die Zeit zu nehmen, um die tatsächlichen Auswirkungen ihres Vorschlags zu verstehen, der weit davon entfernt sei, den gewünschten Nutzen für die Umwelt zu gewährleisten.

Ausnahmen für kompostierbare Biokunststoffe gefordert

European Bioplastics (EUBP), Berlin, lobte dagegen die „wertvolle Initiative, um das Bewusstsein für Verbrauchsmuster zu schärfen und die Meeresverschmutzung zu bekämpfen“, wie ihr Vorsitzender François de Bie formulierte. Er wies jedoch darauf hin, dass sich die Bestimmungen für die Kreislaufwirtschaft und den EU-Binnenmarkt mit biologisch abbaubaren, zertifiziert kompostierbaren Kunststoffen erreichen lassen.

Der EUBP-Vorsitzende François de Bie (© EUBP)

Der EUBP-Vorsitzende François de Bie (© EUBP)

Obwohl Mehrfachnutzung Priorität haben sollte, betrachtet der Verband jedoch eine generelle Einschränkung von Besteck und Tellern für den einmaligen Gebrauch als überzogene Maßnahme, die negative Konsequenzen haben werde, wenn die EU-Rechtsvorschriften für Hygiene und den Kontakt mit Lebensmitteln erfüllt werden müssen, jedoch keine Mehrzweckoptionen zur Verfügung stehen.

Er forderte daher, „begrenzte, wirksame Ausnahmen“ für kompostierbare Kunststoffprodukte zu schaffen. Die Entscheidung der europäischen Institutionen, die Verwendung von oxo-abbaubaren Kunststoffen einzuschränken, unterstützt der EUBP uneingeschränkt. Es gebe „signifikante Evidenz“, dass oxo-abbaubare Kunststoffe lediglich in kleine Stücke zersplittern und als Mikroplastik zur Verschmutzung beitragen. Umso wichtiger sei es, den Unterschied zwischen oxo-abbaubaren und biologisch abbaubaren Kunststoffen klar zu definieren und in der Richtlinie durch eindeutige Definitionen zum Ausdruck zu bringen. (kk)

Unternehmensinformation

ik Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

Kaiser-Friedrich-Promenade 43
DE 61348 Bad Homburg
Tel.: 06172 9266-01

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