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14.02.2019

„Sehr gutes Jahr für biobasierte Polymere“

Mehrere zusätzliche Produktionskapazitäten wurden 2018 in Betrieb genommen

Der neue Markt- und Trendreport „Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities, Production and Trends 2018–2023“ des Nova-Instituts, Hürth, zeigt Kapazitäten sowie erstmals auch Produktionsdaten für alle biobasierten Polymere.

Im Jahr 2018 erreichte die Gesamtproduktionsmenge bei biobasierten Polymeren 7,5 Millionen Tonnen – dies sind bereits 2 % der Produktionsmenge petrochemischer Polymere. Wie es im Markt- und Trendreport des Nova-Instituts heißt, sei das Potenzial viel höher, werde aber derzeit durch niedrige Ölpreise und mangelnde politische Unterstützung ausgebremst.

Insgesamt habe sich die Produktion biobasierter Polymere in den vergangenen Jahren deutlich professionalisiert und differenziert. Mittlerweile gebe es für praktisch jede Anwendung eine biobasierte Alternative. Die Kapazitäten und die Produktion biobasierter Polymere werden laut Report mit einer erwarteten kumulierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von etwa 4 % bis 2023 weiter wachsen, fast so schnell wie petrochemische Polymere und Kunststoffe. Daher bleibt der Marktanteil biobasierter Polymere am gesamten Polymer- und Kunststoffmarkt konstant bei etwa 2 %.

  • Kunststoffproduktion von 1950 bis 2017. Die Produktionsmengen der biobasierten Kunststoffe sind grün wiedergegeben (© Nova-Institut)

    Kunststoffproduktion von 1950 bis 2017. Die Produktionsmengen der biobasierten Kunststoffe sind grün wiedergegeben (© Nova-Institut)

  • Pfade zu biobasierten Polymeren (© Nova-Institut)

    Reaktionspfade zu biobasierten Polymeren (© Nova-Institut)

  • Weltweite Produktionskapazitäten biobasierter Polymere 2018 und 2023, aufgeschlüsselt nach Regionen (© Nova-Institut)

    Weltweite Produktionskapazitäten biobasierter Polymere 2018 und 2023, aufgeschlüsselt nach Regionen (© Nova-Institut)

  • Anteile der produzierten biobasierten Polymere in den unterschiedlichen Marktsegmenten (© Nova-Institut)

    Anteile der produzierten biobasierten Polymere in den unterschiedlichen Marktsegmenten (© Nova-Institut)

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Marktumfeld bleibt eine Herausforderung

Die Erhöhung der Produktionskapazität beruht im Wesentlichen auf dem Ausbau der Produktion von Polymilchsäure (PLA) in Thailand und dem Ausbau des Polytrimethylenterephthalats (PTT) und von Stärkeblends in den USA. Insbesondere PLA- und Stärkegemische werden bis 2023 weiter deutlich wachsen. Auch neue Kapazitäten von biobasierten Polyamiden, Polyethylen (PE) und erstmals auch Polypropylen (PP) und Polybutylenadipat-Terephthalat (PBAT) werden in diesem Zeitraum in Europa hinzukommen. Der Hoffnungsträger Polyethylenfuranoat (PEF) werde nach Einschätzung des Nova-Instituts erst nach 2023 kommerzielle Kapazitäten erreichen können. Insgesamt bleibe das Marktumfeld mit niedrigen Rohölpreisen und geringer politischer Unterstützung eine Herausforderung.

Mangelnde politische Anerkennung

Biobasierte Polymere bieten zwei große Vorteile, die bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung fanden. Zum einen ersetzen biobasierte Polymere den fossilen Kohlenstoff im Produktionsprozess durch erneuerbaren Kohlenstoff aus Biomasse. Dies sei für eine nachhaltige, klimafreundliche Kunststoffindustrie unerlässlich und werde noch nicht politisch honoriert, so der Report.

Zum anderen ist etwa ein Viertel der biobasierten Polymerproduktion biologisch abbaubar (je nach Umgebung) und kann daher eine Lösung für Kunststoffe sein, die nicht gesammelt werden können und in die Umwelt gelangen – hier können sie biologisch abgebaut werden, ohne Mikrokunststoffe zurückzulassen. Nur wenige Länder wie Italien, Frankreich und in Zukunft wahrscheinlich Spanien werden diesen zusätzlichen Entsorgungsweg politisch unterstützen.

Potenzial für erheblichen Zugewinn an Marktanteilen vorhanden

Die wichtigsten Markttreiber im Jahr 2018 waren Marken, die den Kunden umweltfreundliche Lösungen bieten, und kritische Verbraucher, die nach Alternativen zu Petrochemikalien suchen. Würden biobasierte Polymere als Lösung akzeptiert und ähnlich wie Biokraftstoffe gefördert werden, wären jährliche Wachstumsraten von 10 bis 20 % zu erwarten, so die Einschätzung im Report. Gleiches gelte, sobald der Ölpreis deutlich ansteigt. Basierend auf der bereits vorhandenen technischen Reife biobasierter Polymere könnten dann erhebliche Marktanteile gewonnen werden.

Der 380-seitige Marktbericht wird jedes Jahr aktualisiert, und das Update für 2018 wirbt mit besonderen Highlights: umfassende Informationen zur Kapazitätsentwicklung von 2018 bis 2023 für jeden biobasierten Building-Block und jedes Polymer und erstmals Produktionsdaten für das Jahr 2018 für jedes biobasierte Polymer. Insgesamt 17 biobasierte Building-Blocks und 16 Polymere werden in dem Bericht behandelt. Darüber hinaus enthält die neue Ausgabe Analysen zu Marktentwicklungen und Produzenten pro Building-Block und Polymer, sodass sich die Leser schnell einen Überblick über Entwicklungen verschaffen können, die weit über Kapazitäts- und Produktionszahlen hinausgehen. Die Zusammenarbeit mit etablierten Experten auf diesem Gebiet ermöglichte erstmals eine detaillierte Berechnung und Erläuterung der Marktentwicklung von Celluloseacetat (CA), biobasierten Epoxidharzen und biobasierten Polyurethanen. Die Liste der produzierenden Unternehmen wurde aktualisiert und zeigt nun 175 detaillierte Unternehmensprofile - vom Start-up bis zum multinationalen Konzern.

Der Markt- und Trendbericht „Bio-based Building Blocks and Polymers – Global Capacities, Production and Trends“ wird von der internationalen Biopolymer-Expertengruppe unter der Leitung des Nova-Instituts erstellt. Die Autoren kommen aus Asien, Nordamerika und Europa. Der Report ist ab sofort für 3000 Euro unter www.bio-based.eu/reports erhältlich – zusammen mit weiteren Marktstudien zu verschiedenen Themen der bio- und CO2-basierten Ökonomie. (ds)

Weiterführende Information
  • Biokunststoffe - Definition

    Biobasierte Kunststoffe

    „Biobasiert“ ist eine Werkstoff- und zugleich eine Produkteigenschaft. Sie beschreibt, dass die Kohlenstoffatome aus der Natur entnommen, also „bio“ sind. Biobasierte Kunststoffe können vollständig oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.   mehr

Unternehmensinformation

nova-Institut GmbH

Industriestraße 300
DE 50354 Hürth
Tel.: 02233 481440
Fax: 02233 481450

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