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12.02.2019

Schmäh-Preis kürt dreiste Plagiate und Fälschungen

Negativ-Preis „Plagiarius“ 2019 vergeben

  • 1. Preis: Schrägsitzventil „Typ 2000“. Der Nachahmer hat ein ganzes Produktprogramm kopiert. Er verletzt die international registrierte Bildmarke (4 Streifen) und das u.a. in China eingetragene Design. Bei der 1:1 Kopie des Ventils wurden alle originalen Designelemente, z.B. die Rahmen um die Zahlen beim Messingventilgehäuse, übernommen, so dass Verwechslungsgefahr besteht. (Original, links: Bürkert Werke GmbH & Co. KG, Ingelfingen; Plagiat, rechts: Ningbo ACME Industrial Automation Co., Ltd., Ningbo, VR China) (© Aktion Plagiarius e.V.)

    1. Preis: Schrägsitzventil Typ 2000. Der Nachahmer hat ein ganzes Produktprogramm kopiert. Er verletzt die international registrierte Bildmarke (4 Streifen) und das u.a. in China eingetragene Design. Bei der 1:1-Kopie des Ventils wurden alle originalen Designelemente, z.B. die Rahmen um die Zahlen beim Messingventilgehäuse, übernommen, sodass Verwechslungsgefahr besteht. (Original, links: Bürkert Werke GmbH & Co. KG, Ingelfingen; Plagiat, rechts: Ningbo ACME Industrial Automation Co., Ltd., Ningbo, VR China) 
© Aktion Plagiarius e.V.

  • 2. Preis: Spielzeugbagger „Liebherr Radlader“. Das Plagiat ist kleiner als das Original-Design, Technik und Proportionen wurden aber 1:1 übernommen. Die billigen Materialien und die schlechte Verarbeitung spiegeln die minderwertige Qualität wider. Der deutsche Vertreiber des Plagiats hat mittlerweile Unterlassungserklärung unterschrieben und Schadensersatz geleistet. (Original, links: Bruder Spielwaren GmbH + Co. KG, Fürth; Plagiat, rechts: Hengheng Toys Factory, Shantou, VR China) 
© Aktion Plagiarius e.V.

    2. Preis: Spielzeugbagger Liebherr Radlader. Das Plagiat ist kleiner als das Original-Design, Technik und Proportionen wurden aber 1:1 übernommen. Die billigen Materialien und die schlechte Verarbeitung spiegeln die minderwertige Qualität wider. Der deutsche Vertreiber des Plagiats hat mittlerweile eine Unterlassungserklärung unterschrieben und Schadensersatz geleistet. (Original, links: Bruder Spielwaren GmbH + Co. KG, Fürth; Plagiat, rechts: Hengheng Toys Factory, Shantou, VR China) 
© Aktion Plagiarius e.V.

  • 3. Preis: Gusseiserner Bräter „Staub Cocotte“. Der Nachahmer hat alle charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Originals 1:1 übernommen; allerdings ist das Plagiat nicht aus hochwertigem Gusseisen, sondern aus billigem Aluminium und kostet auch nur ein Zehntel des Originals. Dem Original-Bräter wurde wettbewerbliche Eigenart zuerkannt. Diverse deutsche und europäische Händler haben strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgegeben. (Original, links: Zwilling J.A. Henckels AG, Solingen; Plagiat, rechts: Zhejiang Keland Electric Appliance Co., Ltd., Zhejiang, VR China) 
© Aktion Plagiarius e.V.

    3. Preis: Gusseiserner Bräter Staub Cocotte. Der Nachahmer hat alle charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Originals 1:1 übernommen; allerdings ist das Plagiat nicht aus hochwertigem Gusseisen, sondern aus billigem Aluminium und kostet auch nur ein Zehntel des Originals. Dem Original-Bräter wurde wettbewerbliche Eigenart zuerkannt. Diverse deutsche und europäische Händler haben strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgegeben. (Original, links: Zwilling J.A. Henckels AG, Solingen; Plagiat, rechts: Zhejiang Keland Electric Appliance Co., Ltd., Zhejiang, VR China) 
© Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: "Busch-Präsenzmelder KNX". Design und Funktion wurden plump 1:1 kopiert, allerdings ist das Plagiat leistungsschwächer und hat einen kleineren Erfassungsbereich. Busch-Jaeger hat das Design u.a. in der EU und auch in China schützen lassen. (Original, links:Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid; Plagiat, rechts:Hefei Ecolite Software Co., Ltd., Hefei, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Busch-Präsenzmelder KNX. Design und Funktion wurden plump 1:1 kopiert, allerdings ist das Plagiat leistungsschwächer und hat einen kleineren Erfassungsbereich. Busch-Jaeger hat das Design u.a. in der EU und auch in China schützen lassen. (Original, links: Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid; Plagiat, rechts: Hefei Ecolite Software Co., Ltd., Hefei, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: Handbrause „Croma Select S Multi“. Beide Nachahmer verletzen Designrechte von Hansgrohe in China. Für die Fälschung (Mitte) wird sogar „hansgrohe“ in chinesischen Schriftzeichen verwendet, wofür Markenrechte bestehen. Das Plagiat (rechts) wird über WeChat angeboten. Die Kopien kosten umgerechnet weniger als EUR 0,90 und sind entsprechend minderwertig in Material und Produktqualität. (Original, links:Hansgrohe SE, Schiltach; Fälschung, Mitte:Cixi City Changhe Ainuohua Sanitary Ware Factory, Zhejiang, VR China; Plagiat, rechts:Cixi City Changhe Yihao Sanitary Factory, Zhejiang, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Handbrause Croma Select S Multi. Beide Nachahmer verletzen Designrechte von Hansgrohe in China. Für die Fälschung (Mitte) wird sogar „hansgrohe“ in chinesischen Schriftzeichen verwendet, was Markenrechte verletzt. Das Plagiat (rechts) wird über WeChat angeboten. Die Kopien kosten umgerechnet weniger als EUR 0,90 und sind entsprechend minderwertig in Material und Produktqualität. (Original, links: Hansgrohe SE, Schiltach; Fälschung, Mitte: Cixi City Changhe Ainuohua Sanitary Ware Factory, Zhejiang, VR China; Plagiat, rechts: Cixi City Changhe Yihao Sanitary Factory, Zhejiang, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: Elektrische Kühlmittelpumpe „CWA 200“. Rheinmetall Automotive, zu der auch der Ersatzteilspezialist Motorservice gehört, hat den Plagiator in Deutschland erfolgreich wegen Patentverletzung und sklavischer Nachahmung verklagt. Untersuchungen haben ergeben, dass das Plagiat leistungsschwach und die Elektronik mangelhaft ist. Fällt die Pumpe aus, so überhitzt der Motor und es kann zu schwerwiegenden Folgeschäden kommen. (Original, links:MS Motorservice  International GmbH, Neuenstadt; Plagiat, rechts:Zhejiang Hongchen Auto Parts Co Manufacturing Co., Ltd., Zhejiang, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Elektrische Kühlmittelpumpe CWA 200. Rheinmetall Automotive, zu der auch der Ersatzteilspezialist Motorservice gehört, hat den Plagiator in Deutschland erfolgreich wegen Patentverletzung und sklavischer Nachahmung verklagt. Untersuchungen haben ergeben, dass das Plagiat leistungsschwach und die Elektronik mangelhaft ist. Fällt die Pumpe aus, so überhitzt der Motor und es kann zu schwerwiegenden Folgeschäden kommen. (Original, links: MS Motorservice International GmbH, Neuenstadt; Plagiat, rechts: Zhejiang Hongchen Auto Parts Co Manufacturing Co., Ltd., Zhejiang, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: Fahrradkorb „Bikebasket“. Der Gesamteindruck von Original und Plagiat ist identisch, allerdings ist das Plagiat in Bezug auf Materialien und Verarbeitung minderwertig. Der deutsche Vertreiber des Plagiats hat eine Unterlassungserklärung unterschrieben. (Original, links:Reisenthel Accessoires GmbH & Co. KG, Gilching; Plagiat, rechts:Chinesische Fahrrad-Fabrik aus Hebei, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Fahrradkorb Bikebasket. Der Gesamteindruck von Original und Plagiat ist identisch, allerdings ist das Plagiat in Bezug auf Materialien und Verarbeitung minderwertig. Der deutsche Vertreiber des Plagiats hat eine Unterlassungserklärung unterschrieben. (Original, links: Reisenthel Accessoires GmbH & Co. KG, Gilching; Plagiat, rechts: Chinesische Fahrrad-Fabrik aus Hebei, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: Lenker Adapter „KLICKfix“. Design, Funktion und Farben wurden 1:1 übernommen, sodass bewusste Verwechslungsgefahr mit dem Original besteht. Allerdings ist das Plagiat in Bezug auf Materialien und Verarbeitung extrem billig. Eine italienische Firma bestreitet den Vertrieb des Plagiats trotz eindeutiger Beweise. (Original, links:Rixen & Kaul GmbH, Solingen; Plagiat, rechts:Hersteller: Tianjin Jiawei Hongfa Plastic Mold Co., Ltd., Tianjin, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Lenkeradapter Klickfix. Design, Funktion und Farben wurden 1:1 übernommen, sodass bewusste Verwechslungsgefahr mit dem Original besteht. Allerdings ist das Plagiat in Bezug auf Materialien und Verarbeitung extrem billig. Eine italienische Firma bestreitet den Vertrieb des Plagiats trotz eindeutiger Beweise. (Original, links: Rixen & Kaul GmbH, Solingen; Plagiat, rechts: Hersteller: Tianjin Jiawei Hongfa Plastic Mold Co., Ltd., Tianjin, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Auszeichnung: Silikonförmchen (für Lebensmittel) „ECLIPSE“. Das Produktdesign wurde 1:1 kopiert. Ebenso (nahezu) identisch - und damit irreführend - sind Verpackungsdesign, Firmenname und Produktname. Das minderwertige Silikon ist höchst wahrscheinlich nie ordnungsgemäß getempert (wärmebehandelt) worden, was aber vorgeschrieben ist für Produkte, die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen. (Original, links:Silikomart S.r.l., Mellaredo di Pianiga, Italien; Plagiat, rechts:Hersteller: unbekannt, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

    Auszeichnung: Silikonförmchen (für Lebensmittel) Eclipse. Das Produktdesign wurde 1:1 kopiert. Ebenso (nahezu) identisch - und damit irreführend - sind Verpackungsdesign, Firmenname und Produktname. Das minderwertige Silikon ist höchst wahrscheinlich nie ordnungsgemäß getempert (wärmebehandelt) worden, was aber vorgeschrieben ist für Produkte, die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen. (Original, links: Silikomart S.r.l., Mellaredo di Pianiga, Italien; Plagiat, rechts: Hersteller: unbekannt, VR China) © Aktion Plagiarius e.V.

  • Hyänen-Preis: Bewegungsmelder „IS 1“.Als Sonderpreis des Plagiarius-Wettbewerbs 2019 wurde der Hyänen-Preis für den Steinel-Bewegungsmelder IS 1 vergeben. Das Originalprodukt kam 2006 auf den Markt. Diverse chinesische Hersteller kopieren 1:1 das erfolgreiche (nicht technisch bedingte) Design, teils in billigster Qualität. Einer hat ein EU-Design für sein Plagiat eingetragen; dieses wurde gelöscht. Vertrieben werden die 19 gezeigten Plagiate in 12 europäischen Ländern; manche konnten wegen unlauteren Wettbewerbs aus dem Verkehr gezogen werden. Herausfordernd ist hier die schiere Masse der Nachahmungen. (Original, links:Steinel GmbH, Herzebrock-Clarholz; Plagiat, rechts:Hersteller: Diverse chinesische Firmen; Vertrieb:1-4: Polen; 5-7: Deutschland; 8-9: Ungarn; 10-11: Spanien; 12: Dänemark; 13: Großbritannien; 14: Litauen; 15: Niederlande; 16: Österreich; 17: Portugal; 18: Tschechien; 19: Türkei) © Aktion Plagiarius e.V.

    Hyänen-Preis: Bewegungsmelder IS 1.Als Sonderpreis des Plagiarius-Wettbewerbs 2019 wurde der Hyänen-Preis für den Steinel-Bewegungsmelder IS 1 vergeben. Das Originalprodukt kam 2006 auf den Markt. Diverse chinesische Hersteller kopieren 1:1 das erfolgreiche (nicht technisch bedingte) Design, teils in billigster Qualität. Einer hat ein EU-Design für sein Plagiat eingetragen; dieses wurde gelöscht. Vertrieben werden die 19 gezeigten Plagiate in 12 europäischen Ländern; manche konnten wegen unlauteren Wettbewerbs aus dem Verkehr gezogen werden. Herausfordernd ist hier die schiere Masse der Nachahmungen. (Original, links: Steinel GmbH, Herzebrock-Clarholz; Plagiat, rechts: Hersteller: Diverse chinesische Firmen; Vertrieb: 1-4: Polen; 5-7: Deutschland; 8-9: Ungarn; 10-11: Spanien; 12: Dänemark; 13: Großbritannien; 14: Litauen; 15: Niederlande; 16: Österreich; 17: Portugal; 18: Tschechien; 19: Türkei) © Aktion Plagiarius e.V.

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Plagiate und Fälschungen sind einfallslos, moralisch verwerflich, und sie führen zu Stillstand. Oftmals billig und unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt, verursachen sie teils existenzgefährdende Schäden bei innovativen Herstellern. Zudem bergen sie nicht zu unterschätzende Sicherheitsrisiken für die Käufer. Lukrative Gewinne vor Augen, nehmen viele Fälscher all dies billigend in Kauf. Die Täterstruktur reicht vom ideenarmen Wettbewerber über rücksichtslose Händler bis hin zur organisierten Kriminalität. Globalisierung, digitale Kommunikation, das Internet und leichtgläubige (Online-)Schnäppchenjäger begünstigen die explosionsartige Ausbreitung von Produkt- und Markenpiraterie.

Preis für mehr Fairness und Respekt

Der vom Designer Prof. Rido Busse ins Leben gerufene Negativ-Preis „Plagiarius“ wurde am 8. Februar 2019 auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ zum 43. Mal verliehen. Seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Ziel ist es, die plumpen und skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren.

Gleichzeitig hebt der Verein die Wichtigkeit und Wirksamkeit gewerblicher Schutzrechte hervor. Und er steigert bei Konsumenten die Wertschätzung für kreative Leistungen, indem er ihnen vor Augen führt, dass die Entwicklung eines Produktes von der ersten Idee bis zur Marktreife viel Zeit, Geld, Know-how und Innovationskraft kostet. Dafür steht auch die Trophäe des Negativ-Preises: Ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften.

Gesetz vs. Moral

Die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ sagt nichts darüber aus, ob ein nachgemachtes Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann kein Recht sprechen. Sie darf aber auf Unrecht aufmerksam machen.

Bevor die jährlich wechselnde Jury die Preisträger auswählt, werden die mutmaßlichen Plagiatoren über ihre Nominierung informiert und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben fallbezogenen Informationen fließen diese Reaktionen, sofern erfolgt, mit in die Bewertung ein. Der Jury geht es nicht darum, legale Wettbewerbsprodukte, die optisch und technisch eigenständig sind, zu brandmarken. Intention ist vielmehr, plumpe 1:1-Nachahmungen, die dem Originalprodukt absichtlich zum Verwechseln ähnlich sehen und die keinerlei kreative oder konstruktive Eigenleistung aufweisen, in den Fokus zu rücken.

Erfreulicherweise haben bereits zahlreiche Nachahmer aus Angst vor der Prämierung mit dem „Plagiarius“ eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und beispielsweise Restbestände der Plagiate vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder Lieferanten preisgegeben.

Plagiate sind keine Kavaliersdelikte

Plagiate und Fälschungen passieren nicht „aus Versehen“. Die Nachahmer handeln vorsätzlich. Sowohl mangels eigener Ideen als auch aus Profitgier. Sie kopieren ungeniert erfolgreich am Markt etablierte Produkte. Die Erscheinungsformen reichen von Designplagiaten über Technologieklau bis hin zu Markenfälschungen.

Feilgeboten werden die nachgemachten Waren in allen Preis- und Qualitätsabstufungen: Von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu hochwertigen Plagiaten, die kaum günstiger oder sogar teurer als das Originalprodukt sind. Die Folgen für die Originalhersteller: Umsatzeinbußen, Verlust von Arbeitsplätzen, unberechtigte Haftungsrisiken sowie mangelnde Erträge für zukünftige Produktentwicklungen und somit Fortschritt.

Gerade in Zeiten von Social Media und Influencer Marketing sind für Markenhersteller ungerechtfertigte Reputationsschäden meist noch gravierender als die finanziellen Schäden. Enttäuschte Kunden wenden sich angesichts der Vielzahl von Alternativ-Anbietern schneller denn je von der Marke ab und beeinflussen quer über den Globus Freunde und Follower mit ihren Erfahrungen, Meinungen und Empfehlungen.

Hohe Sicherheitsrisiken bleiben oft unsichtbar

Original und Plagiat sind nur auf den ersten Blick täuschend ähnlich. Gleiches Aussehen bedeutet keineswegs zwangsläufig die gleiche Qualität, Leistungsfähigkeit und vor allem Sicherheit. Dieser Illusion sollten sich Verbraucher nicht blauäugig hingeben. Weder aus Unwissenheit noch aus fehlendem Unrechtsbewusstsein oder mangelnder Wertschätzung für das Original und schon gar nicht auf der Jagd nach dem vermeintlich besten Schnäppchen oder Statussymbol. Märkte regeln sich über Angebot und Nachfrage. Somit liegt es in der Verantwortung jedes Verbrauchers, sich bewusst gegen Ramsch mit Label von Kriminellen - und für die eigene Sicherheit - zu entscheiden.

Gerade beim Einkauf im Internet sollten Verbraucher sehr genau hinsehen und nicht voreilig und kritiklos auf „Kaufen“ klicken. Sie sollten sorgfältig die allgemeine Seriosität des Anbieters sowie Impressum, Zahlungsbedingungen (Achtung bei „nur Vorkasse“), Widerrufmöglichkeiten etc. prüfen.

Zoll bestätigt zunehmende Zahl gefälschter Waren

Allein 2017 haben die europäischen Zollbehörden laut EU-Kommission an den EU-Außengrenzen mehr als 31 Mio. rechtsverletzende Produkte mit einem Gesamtwert von über 580 Mio. EUR beschlagnahmt. Alarmierend ist die Tatsache, dass der Anteil gefälschter, potenziell gefährlicher Waren zunimmt. Zoll und auch Interpol haben in den letzten Jahren u.a. bereits folgende Produkte aus dem Verkehr gezogenen: verunreinigte Parfums und Kosmetika, technische Produkte mit mangelhafter Elektronik, gepanschte Lebensmittel, fehlerhaftes oder schadstoffreiches Kinderspielzeug, falsch oder gar nicht dosierte Medikamente uvm.

China - Fälschernation und Werkbank des Westens

Die Zoll-Statistiken zeigen eindeutig, dass China nach wie vor mit großem Abstand das Hauptursprungsland gefälschter Waren ist. Vor diesem Hintergrund thematisieren Politiker aller Industrienationen bei jedem Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern die Probleme westlicher Firmen in Bezug auf Produktpiraterie und unfaire Marktzugangsbarrieren.

Gleichzeitig aber verfolgt China seit Jahren mit Nachdruck und mit Investitionen in Milliardenhöhe seinen ehrgeizigen Zehnjahresplan „Made in China 2025“: Das Land will zu den technologisch führenden Industrieländern aufschließen. Weg von der verlängerten Werkbank des Westens hin zum ernsthaften Mitbewerber auf den Weltmärkten. Diese Strategie Chinas beinhaltet auch die gezielte Übernahme westlicher Unternehmen, die zukunftsweisende Schlüsseltechnologien besetzen. Westliche Regierungen und Firmen erkennen allmählich die Gefahr, die für die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten von dieser Entwicklung ausgeht, und fangen an gegenzusteuern.

Globales Problem mit vielen Profiteuren

Zoll-Statistiken berücksichtigen nur Waren, die aus Drittländern in das jeweilige Gebiet (z.B. EU oder USA) eingeführt werden sollten, sie erfassen keine Rechtsverletzungen innerhalb dieser Region. Fakt ist aber: Unlautere Nachahmungen werden häufig auch in Industrieländern hergestellt, vertrieben oder sogar von dort in Auftrag gegeben. Oftmals von ideenarmen Mitbewerbern oder ehemaligen Produktions- bzw. Vertriebspartnern.

Sehr gezielt prüfen Mitbewerber die Existenz von gewerblichen Schutzrechten. Sind keine eingetragen, werden Anspruchsdenken und Skrupel über Bord geworfen und fremde Design- und Techniklösungen als eigene Leistung ausgegeben. Das belegen sowohl die Erfahrungen der Aktion Plagiarius als auch des Branchenverbandes VDMA. Im aktuellen Bericht des VDMA zur Produktpiraterie war China klar Ursprungsland Nr. 1 von Plagiaten. Gleichwohl folgen zum wiederholten Mal Deutschland mit 19% auf Platz 2 und Italien mit 18% auf dem dritten Platz.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.plagiarius.com


Mediathek

Der Plagiarius-Wettbewerb 2019

Weiterführende Information
  • 12.02.2018

    Diebstahl geistigen Eigentums

    Die Preisträger des Plagiarius-Wettbewerbs 2018

    Die Gewinner des Negativ-Preises für besonders dreiste Plagiate stehen fest. Auch diesmal sind wieder viele Produkte betroffen, bei denen Kunststoff verarbeitet wird.   mehr

  • 13.02.2017

    Plumpe 1-zu-1-Nachahmungen

    Plagiarius-Wettbewerb 2017

    Auf der Frankfurter Messe „Ambiente“ wurden im Rahmen einer Pressekonferenz die Gewinner des Negativ-Preises Plagiarius offiziell bekannt gegeben.   mehr

Unternehmensinformation

Aktion Plagiarius e.V.

Nersinger Str. 18
DE 89275 Elchingen

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