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06.01.2018

Preis für Kunststoff-Abfall reagiert

Folge des chinesischen Müll-Importverbots

China beschränkt seit Januar 2018 die Einfuhr von ausländischen Abfallstoffen, da die Stoffströme – darunter auch Kunststoffe wie PET, PVC und PE – einerseits zu stark verunreinigt seien, andererseits das Land mit einer wachsenden Menge eigenen Mülls zu kämpfen hat, der bislang vorwiegend verbrannt wird.

Nach der Ankündigung der „Operation Grüner Zaun“ im Sommer in einem Schreiben an die Welthandelsorganisation WTO kam im Dezember die Konkretisierung, dass ab Januar unsortierte Kunststoffabfälle nicht mehr importiert werden, ab März praktisch auch keine sortierten mehr, weil die zulässigen Verschmutzungsgrade bei 0,5 Gew.-% und damit sehr niedrig angesetzt sind.

Gesammelte PET-Flaschen: Auch in hoch entwickelten Sammelsystemen sind Sortenreinheit und geringe Verschmutzungsgrade nicht leicht zu erreichen (© Fotolia.com/Alterfalter)

Gesammelte PET-Flaschen: Auch in hoch entwickelten Sammelsystemen sind Sortenreinheit und geringe Verschmutzungsgrade nicht leicht zu erreichen (© Fotolia.com/Alterfalter)

„Es deutet also alles darauf hin, dass es die chinesische Regierung mit ihrer breit angelegten Initiative in Richtung Entsorgungsautarkie ernst meint. Für die europäische Entsorgungswirtschaft hat das schon jetzt massive Auswirkungen“, konstatierte Peter Kurth, Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., schon im Dezember nach dem Scheitern von Bestrebungen der Europäischen Kommission, eine Übergangsregelung auszuhandeln.

Die Folge: Seit 2018 ist der Export von unsortierten und gemischten Kunststoffabfällen, einschließlich nicht komprimierter geschäumter Kunststoffabfälle und alter CDs nach China endgültig nicht mehr möglich.

Weitreichende Konsequenzen angemahnt

„Das chinesische Importverbot für Kunststoffabfälle wird weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen müssen“, erklärte jetzt auch Herbert Snell, Vizepräsident beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Es gebe gegenwärtig keine vernünftige Alternative, die Materialien, die bisher nach China exportiert wurden, auf andere Exportmärkte umzulenken. Nach Snells Worten ist daher ein Umdenken bei Industrie, Handel und der Politik erforderlich.

Gegenwärtig sei zu beobachten, dass der Markt für Kunststoffabfälle von einer schwarzen Null zu einer roten Null abdriftet. Auch erste Zuzahlungen an die Kunststoffrecycler gebe es bereits. Früher haben Kunststoffrecycler nach Angaben des bvse für eine Tonne Folie 70 bis 120 Euro bezahlt, aktuell bekommen sie 20 bis 60 Euro. Die Kunststoffrecycling-Unternehmen profitieren also zunächst von dem Überangebot an Abfällen – auch weil sie aus einem großen Mengenangebot die besten Qualitäten auswählen können.

„Auch wenn manche daran zweifeln: Wir glauben, dass China die angekündigten Maßnahmen sicherlich umsetzen wird. Vermutlich will China das Importverbot zum Anlass nehmen, die eigene Sammlung von Kunststoffabfällen zu verbessern. Noch ist China zwar auf einen gewissen Mengenimport angewiesen. Aber spätestens in ein, zwei Jahren wird die Situation in Deutschland extrem eng, wenn sich nichts ändert“, warnt bvse-Kunststoffexperte Thomas Probst.

Lösungsvorschläge des bvse

Es müsse deshalb so schnell wie möglich der Fokus darauf gelegt werden, dass schon bei der Produkt- oder Verpackungsentwicklung die Recyclingfähigkeit berücksichtigt wird. Ein erster Schritt zu einem „Design for Recycling“ könnten definierte Bewertungskriterien sein oder auch die Einführung einer Recycling-Ampel, um die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu verdeutlichen“, macht Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling deutlich.

Der bvse sieht aber auch schon bei der haushaltsnahen Sammlung erhebliches Verbesserungspotenzial. „Die seit Jahren sträflich vernachlässigte Verbraucherkommunikation ist deutlich zu verstärken, wie Herbert Snell betont. Die Sammlung von Verpackungsabfällen dürfe nicht zu einer weiteren Restmüllsammlung verkommen. Es gebe Beispiele, dass als Folge einer Umstellung der öffentlich-rechtlichen Sammlung die Restmüllmenge kleiner wurde, dafür sich aber die Gelbe-Tonne-Sammlung deutlich erhöht hat und die Material-Qualität dementsprechend schlechter wurde. „Da hilft dann auch die modernste Sortieranlage nicht mehr weiter!“, ärgert sich Snell.

Aber auch die Sortieranlagenbetreiber sind aus Sicht der Kunststoffrecycler in der Verantwortung. Die von den Sortieranlagen gelieferten Sekundärrohstoffe entsprechen zumeist nicht den vereinbarten Spezifikationen. Snell: „Auch hier gilt: Qualität beginnt beim Input!“ Um diesem Ziel näher zu kommen, werden höhere Sortierkapazitäten benötigt. Dadurch entstehe Spielraum für eine Verbesserung der Sortierqualität, die einhergehen müsse mit der Möglichkeit, dass Sortierer und Kunststoffrecycler bilaterale Vereinbarungen treffen können.

Mehr Kunststoffrecyclate einsetzen

Eine weitere Stellschraube sieht der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling auch im öffentlichen Beschaffungswesen. Bisher sind alle Forderungen, das öffentliche Beschaffungswesen auch auf das Kunststoffrecycling auszuweiten, erfolglos geblieben.

„Wir fordern hier eine Trendumkehr und zukünftig eine Vorreiterrolle der öffentlichen Hand. Die Vergabepraxis der öffentlichen Hand hinkt der in § 45 Kreislaufwirtschaftsgesetz verankerten Verpflichtung, ihren Bedarf nach Möglichkeit auch verstärkt über Recyclingprodukte zu decken, immer noch stark hinterher“, kritisiert der bvse-Vizepräsident. „Gerade die Bundesbehörden, aber auch bundeseigene Unternehmen, hier insbesondere die Deutsche Bahn, sollten diese bundesgesetzliche Verpflichtung ernst nehmen“, so Snell. „Das geschieht nur unzureichend und wir vermissen deshalb wirksame Gegenmaßnahmen der für den Gesetzesvollzug zuständigen Länderbehörden.“ (kk)

Weiterführende Information
  • 04.09.2017

    Alter Wein in neuen Schläuchen?

    bvse-Tagung zum Verpackungsgesetz

    Was wird das Gesetz bringen? Diese Frage steht im Zentrum der bvse-Tagung „Neues Verpackungsgesetz: Recycling – Qualität – Kontrolle“.   mehr

Unternehmensinformation

bvse - Bundesverband Sekundärroh- stoffe und Entsorgung e.V.

Fränkische Straße 2
DE 53229 Bonn
Tel.: 0228 98849-0
Fax: 0228 98849-99

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  • 18.12.2018 von Zwang zur Verwendung von Rezyklat

    Gibt es nicht die Möglichkeit, vermehrt die Nutzung von Kunststoffzyklat gestzlich VORZUWSCHREIBEN - je nachdem, was technisch möglich ist für verschiedene Produktgruppen? Bei einem Medizinprodukt mag das schwieriger sein als beispielsweise bei einem Kugelschreiber oder einer Kunststoffkiste.
    Falls die vermehrte Verwendung von Rezyklat zurzeit eher an preislichen denn an technischen Hürden scheitert, könnte man so einen größeren Markt auch für ggf. etwas teureres Rezyklat schaffen.

    Bei einem deutlichen ZWANG zur Verwendung von Rezyklat würde hoffentlich auch ein echter BEDARF hierfür entstehen und damit auch die Bereitschaft gesteigert, Kunststoffe zu sammeln und tatsächlich zu recyclen.

    Wir sammeln in unserem Betrieb die Leichtverpackungen, Folien, Eimer, etc. voschriftsgemäß getrennt... und der Entsorger packt dann alles in einen Müllwagen. Auf Nachfrage hieß es, es "gäbe halt keinen Abnehmer bzw. keinen Markt hierfür"....

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