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05.05.2017

Kein herausragendes, aber ein durchaus gutes Jahr

Kunststofferzeuger schauen zuversichtlich nach vorne

Das Jahr 2016 war für die kunststofferzeugende Industrie in Deutschland kein herausragendes, aber ein durchaus gutes Jahr. Das erklärte Dr. Josef Ertl, Vorsitzender von PlasticsEurope Deutschland e. V., vor Pressevertretern beim Wirtschaftspressegespräch in München. Die Branche profitierte demnach insbesondere von der wirtschaftlichen Erholung in Europa.

Laut Dr. Josef Ertl hilft Kunststoff tagtäglich mit, das bekannte Label „Made in Germany“ mit Leben und Produkten zu füllen (© PlasticsEurope)

Die Produktion von Kunststoff in Deutschland stieg 2016 um rund 4,3% auf 19,2 Mio. t. Einen leichten Rückgang von 0,7% gab es beim Umsatz, der sich 2016 auf 24,2 Mrd. Euro belief. Aufgrund gesunkener Einsatzstoffkosten ergaben sich trotz niedrigerer Kunststoffpreise auskömmliche Margen.

Der Kunststoffexport wuchs um 3% auf 13,2 Mio. t. Die damit erzielten Erlöse erreichten einen Wert von 23,5 Mrd. Euro (-0,3%). Ähnlich stark war der Anstieg bei den Importen: Es wurden 9,7 Mio. t Kunststoff nach Deutschland eingeführt, ein Plus von 3,9%. 15,2 Milliarden Euro (-1,3%) wurden erlöst. Der Außenhandelsüberschuss lag in der Menge bei 3,5 Mio. t im Wert von 8,3 Mrd. Euro.

Die Europäische Union ist für die deutschen Kunststofferzeuger der mit großem Abstand wichtigste Markt: 87,5% der Importe kamen von dort, 73,8% der Exporte gingen in die EU. Wichtigste Länder waren dabei beim Export Italien, Frankreich und Polen, der Import fand größtenteils aus Belgien, den Niederlanden und wiederum Frankreich statt.

Die Kunststoffindustrie ist ein wichtiger Umsatzzweig für Deutschland. Gesamt erwirtschaften etwa 3350 Unternehmen mit 396.000 Beschäftigten rund 92 Mrd. Euro Umsatz. Heruntergebrochen auf die Kunststofferzeugung sind das fast 50.500 Menschen in etwa 200 Betrieben.

Trend geht ungebrochen nach oben

Allgemein zeigen Umfragen, dass Kunststoff und die Kunststoffindustrie in Deutschland eine große Zustimmung erfährt (© PlasticsEurope)

Die Produktionsergebnisse der vergangenen Jahre bestätigen laut Dr. Ertl einen positiven Trend: Seit der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die deutsche Kunststoffindustrie stetig erholt und nunmehr fast wieder Vorkrisenniveau erreicht. Dennoch bleibt, so Dr. Ertl, das weltwirtschaftliche Umfeld von Unwägbarkeiten geprägt. Zwar gehe man derzeit von einer leichten Erholung der globalen wirtschaftlichen Entwicklung für das laufende Jahr aus, aber Prognosen seien aufgrund der schwierigen Situation in der EU und auch weltweit außerordentlich schwierig. Grund für Optimismus böten dagegen die hohe Konsumbereitschaft und die niedrigen Zinsen innerhalb der EU: Trotz aller Herausforderungen erscheint eine weiterhin moderate wirtschaftliche Entwicklung und ein Produktionswachstum von 1,0 bis 1,5% in Europa möglich. Hiervon könnten sowohl die Abnehmerindustrien als auch die Kunststofferzeuger profitieren.

Für die Zukunft ist es nach Dr. Ertls Worten entscheidend, das hohe Ansehen der Kunststoffindustrie und des Werkstoffs in der Bevölkerung zu erhalten und möglichst weiter auszubauen. Dazu gehöre für die Branche, Herausforderungen wie Marine Litter mit Projekten zu Verwertung, Wissenstransfer und globaler Kooperation zu begegnen. Zudem müsse es gelingen, den eigenen Anliegen wieder mehr Gehör in der Politik zu verschaffen. Man müsse zeigen, wie sehr die Industrie zu Wohlstand, Sicherheit und Stabilität in Deutschland beitrage und was der Werkstoff Kunststoff in Sachen Ressourcenschonung, Energiesparen und Klimaschutz leiste. (Red)

Unternehmensinformation

PlasticsEurope Deutschland e.V.

Mainzer Landstr. 55
DE 60329 Frankfurt

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© 123RF.com/Maitree Laipitaksin

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