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04.08.2016

Erster Studiengang für Additive Fertigungsverfahren

„Uns fehlt eine Basis, auf die wir uns verlassen können“

Zum Sommersemester 2017 bietet die Hochschule Schmalkalden in Kooperation mit dem Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. (VWDF), Schwendi, mit dem Institut für werkzeuglose Fertigung (IwF) der FH Aachen und mit dem Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen als Bildungspartner ein Studium für Additive Verfahren und Rapid-Technologien an.

Anwendungsbeispiel: Additiv gefertigte Schachfiguren  (© Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl Fertigungstechnik/Ralf Schneider)

Anwendungsbeispiel: Additiv gefertigte Schachfiguren (© Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl Fertigungstechnik/Ralf Schneider)

„Seit 10 bis vorsichtigen 15 Jahren fließt die Additive Fertigung bereits in den Werkzeug- und Formenbau sowie in die Produktentwicklung ein – sei es bei Einsätzen mit konturnaher Temperierung, bei perforierten Kavitäten zur Werkzeugentlüftung oder auch bei den Themen Leichtbau und Prototypen-Herstellung.“, erklärt VDWF-Präsident Prof. Thomas Seul. Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Andreas Gebhardt vom IwF der FH Aachen und und Prof. Gerd Witt vom Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen das neue Studienangebot initiiert.

Der Prorektor der Hochschule Schmalkalden stellt klar: „Nur die Ausbildung macht uns hier in Deutschland überlebensfähig!“ Daher biete der Verband auch verschiedene Weiterbildungs-Studiengänge an, um in diesem volatilen Markt, mit ständig neuen Technologieentwicklungen, vorn dabei zu sein. Deutschland lebe von der Qualifizierung – nicht nur der Prozesse, auch der Menschen. „Doch beim Thema Additive Fertigung hatten wir bisher nicht einmal eine Erstausbildung zu bieten“, so Seul weiter.

Prof.Thomas Seul, VDWF-Präsident und Prorektor für Forschung und Transfer der Hochschule Schmalkalden (© wortundform)

Prof.Thomas Seul, VDWF-Präsident und Prorektor für Forschung und Transfer der Hochschule Schmalkalden (© wortundform)

Standards und Richtlinien vermitteln

Genau hier liegt die Herausforderung: Mit dem neuen zweisemestrigen Weiterbildungs-Studiengang „Anwendungstechniker/-in (FH) für Additive Verfahren/Rapid-Technologien“ soll nun eine gemeinsame Grundlage von Ausbildungsinhalten geschaffen werden. Thomas Seul: „Im Additiv-Bereich sind auf der einen Seite viele Autodidakten unterwegs, die ihren Job richtig und gut machen, auf der anderen Seite fehlt uns eine generelle Basis, auf die wir uns verlassen könnten – sei es bei der Qualitätssicherung, bei der Technologiebewertung und -handhabung, bei der Nachwuchsgewinnung oder einfach auch beim Einstellen neuer Mitarbeiter.“ Standards und Richtlinien zu vermitteln in Bezug auf Werkstoff- und Verfahrenseigenschaften, auf das Engineering, aber auch auf die Werkzeugkonstruktion seien ebenso erklärte Ziele wie dabei zu helfen, die Additiven Fertigungsverfahren als „ernsthafte“ Fertigungsverfahren für den Werkzeug- und Formenbau zu etablieren.

Unternehmen sollen den Studiengang mitgestalten

„Die deutschen Unternehmen unserer Branche haben einen Weltruf und diesen wollen sie auch beibehalten“, sagt Seul. Mit dazu gehöre hier, sich neuen Themen offen anzunehmen – aktuell eben auch dem Bereich der Additiven Fertigung. Hierfür suchen Seul und seine Kollegen nun auch Unternehmen aus diesem Industriezweig als Kooperationspartner für das Studium. So soll gewährleistet werden, dass die Ausbildung möglichst praxisnah stattfindet. (me)

zusätzliche Links

Mehr Informationen finden Sie unter www.hs-schmalkalden.de/Rapid_Technologien

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