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04.09.2018

Der digitalisierte Industriearbeitsplatz

WGP veröffentlicht neues Standpunktpapier

Die WGP Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik e.V., Garbsen, analysiert in ihrem neuen Standpunktpapier „Industriearbeitsplatz 2025“ gesellschaftliche Folgen von Digitalisierung und Vernetzung der deutschen Industrie.

„Jede industrielle Revolution, und als solche wird ja Industrie 4.0 bezeichnet, geht mit immensen gesellschaftlichen Umwälzungen einher“, sagt Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW der Universität Hannover. Die WGP will ihr Know-how einbringen, um diese Umwälzungen möglichst menschengerecht zu gestalten. Hierfür wurde ein neues Modell entwickelt, das den Automatisierungsgrad in der Industrie analysiert und zeigen soll, in welche Richtung Handlungsbedarf besteht.

  • Industriearbeitsplatz 4.0 (© Fraunhofer IPK)

    Industriearbeitsplatz 4.0 (© Fraunhofer IPK)

  • Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Universität Hannover (© IFW Hannover)

    Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Universität Hannover (© IFW Hannover)

  • Prof. Peter Groche, Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) (© PtU Darmstadt)

    Prof. Peter Groche, Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) (© PtU Darmstadt)

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Automatisierungsgrad bestimmen

Die WGP-Professoren haben sich am Stufenmodell für autonomes Fahren orientiert. Unterschiedliche Automatisierungsstufen beschreiben dabei den Weg hin zur Vollautomatisierung. Diese Stufen werden auf drei unterschiedliche Dimensionen angewendet: die Material- und Informationsflüsse (Vernetzung), den Anlagenzustand und den jeweiligen Produktionsprozess. Unternehmen können dieses Modell nutzen, um den Automatisierungsgrad ihrer unterschiedlichen Produktionsprozesse zu bestimmen und daraus abzuleiten, wo Handlungsbedarf besteht.

Dabei geht es nicht nur darum zu eruieren, ob weiter automatisiert oder auf weitere Automatisierung verzichtet werden sollte, sondern auch um die Gestaltung des künftigen Arbeitsplatzes. So werden zum Beispiel Weiterbildungsbedarfe der Mitarbeiter frühzeitig erkennbar.

Menschen bleiben auch in smarten Fabriken wichtig

„Anhand unseres Modells haben wir auch den derzeitigen und den künftigen technologischen Stand im deutschen produzierenden Gewerbe analysiert“, erläutert Prof. Peter Groche, Initiator des WGP-Standpunktpapiers und Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt. Es zeigte sich, dass es bis zur Vollautomatisierung der deutschen Industrie noch ein weiter Weg ist. Dennoch müsse man laut WGP davon ausgehen, dass künftig die Optimierung von Produktionsanlagen und -prozessen nicht mehr nur von Menschen, sondern zunehmend von den Maschinen selbst übernommen wird.

Die WGP ist jedoch davon überzeugt, dass Menschen in vollautomatisierten Fabriken längerfristig nicht überflüssig werden. Zum einen müssen auch selbstlernende Produktionssysteme von Fachkräften zum Lernen angeleitet werden. Andererseits müssen autonome Teilsysteme einer Produktionsanlage überwacht und instand gehalten werden. Außerdem eröffnen beispielsweise datenbasierte Dienstleistungen und maschinelles Lernen neue Geschäftsmodelle, für die Mitarbeiter mit neuen Qualifikationsprofilen benötigt werden.

Standort Deutschland durch qualifizierte Mitarbeiter sichern

Nicht zuletzt, so die Annahme der Autoren, könnte Industrie 4.0 dafür sorgen, dass einfache Tätigkeiten im eigenen Land wieder lukrativer werden, so dass das ein oder andere Unternehmen ins Ausland verlegte Produktionsschritte nach Deutschland zurückholen könnte. Damit wäre die Produktionsverantwortung wieder unter einem Dach vereint.

Eine zentrale Rolle spielen Mitarbeiter aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt. So sei der Wettbewerbsvorsprung deutscher Fabriken unter anderem in der hohen Qualifikation ihrer Mitarbeiter begründet. „Mit Blick auf den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb sind hochqualifizierte Mitarbeiter, die sich durch ein hohes Prozessverständnis auszeichnen, ebenfalls ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, so Prof. Bernd-Arno Behrens, Leiter des Instituts für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) der Leibniz Universität Hannover. „Nur wenn wir diesen Qualifikationsvorsprung aufrechterhalten, kann auch der Wettbewerbsvorteil des Hochlohnlandes Deutschland in näherer Zukunft gehalten werden.“

Nadelöhr ist das Bildungssystem

Soll dieser Wettbewerbsvorsprung gehalten werden, muss das Bildungssystem jedoch zeitnah angepasst werden, mahnen die WGP-Professoren. Schon jetzt werden Fachkräfte mit Kenntnissen beispielsweise in IT und Mechatronik händeringend gesucht. „Unser Aus- und Weiterbildungssystem ist viel zu starr“, moniert Prof. Jens Wulfsberg, Leiter des Laboratoriums Fertigungstechnik (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. „Wir müssen Berufsschullehrer, Professoren und alle Mediatoren in Sachen Digitalisierung auf den neuesten Stand der Dinge bringen“, fordert Wulfsberg. So ließe sich ein Wissenstransfer in beide Richtungen beschleunigen. (ys)

Zur WGP:
Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik e.V. ist ein Zusammenschluss deutscher Professorinnen und Professoren der Produktionswissenschaft. Sie vertritt die Belange von Forschung und Lehre gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die WGP vereinigt 63 Professorinnen und Professoren aus 37 Universitäts- und Fraunhofer-Instituten und steht für rund 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Produktionstechnik.

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    Realität in der heutigen Spritzguss-Welt: Die Ausbildung wird "schön geredet", aber betrachtet man das Arbeiten vor Ort an den Fertigungsanlagen, dann stellen sich folgende Fragen:
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