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Zeitschrift Kunststofftechnik 01/2009

Professor Georg Menges – Pionier der Kunststofftechnik – wurde 85 Jahre alt

Am 19. Dezember 2008 ist Professor em. Georg Menges, der ehemalige Leiter des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen 85 Jahre alt geworden. Die Herausgeber der WAK Kunststoffzeitschrift gratulieren herzlich zum 85. Geburtstag.

Professor Menges war von 1965 bis 1989 Leiter des IKV. In dieser Zeit baute er das Institut zu einer international anerkannten Einrichtung in Forschung und Lehre aus. Nach anfänglich 10 wissenschaftlichen Mitarbeitern und 100 Mitgliedern in der Fördervereinigung des Instituts übergibt er im Frühjahr 1989 das Institut an seinen Nachfolger und Schüler Professor Walter Michaeli. Heute ist das IKV das weltweit größte Institut der Kunststofftechnik. Hier arbeiten mehr als 70 wissenschaftliche Mitarbeiter; die Fördervereinigung hat inzwischen über 250 Mitgliedsfirmen.

Sein Lebensweg: Geboren am 19. Dezember 1923 in Gernsbach/Baden studierte Menges nach den Wirren des Krieges und Jahren der Gefangenschaft ab 1949 Maschinenbau an der TH Stuttgart, 1953 Diplom-Ingenieur, 1955 Promotion zum Dr.-Ing. bei Prof. Dr.-Ing. E. Siebel mit einer Dissertation über ein Thema zur Sprödbruchforschung. Erste Jahre Industrietätigkeit schließen sich an bei den Stahlwerken Südwestfalen AG, Kreuztal, und der Deutschen Rhodiaceta AG, Freiburg, wo er die Kunststoff-Halbzeug-Produktion aufbaute. Von 1962 bis 1965 war er freiberuflicher Berater auf dem Gebiet der Verarbeitung und Anwendung von Kunststoffen.

Im Mai 1965 wurde er dann, nach erst wenigen Jahren Tätigkeit auf dem Gebiet der Kunststoffe, als Nachfolger der Professoren Krekeler und Henning an die Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen und zur Leitung der dortigen Kunststoffaktivitäten berufen sowie zum Geschäftsführer der Fördervereinigung des IKV bestellt. Ihm war es gelungen, das Vertrauen der Rohstofferzeuger, der Kunststoff verarbeitenden und Maschinen herstellenden Industrie und des Handwerks in einem solchen Maß zu erwerben, dass seine Berufung an die RWTH Aachen ein breites positives Echo fand. Auf seine Initiative hin wurde 1970 die Fachrichtung "Kunststofftechnik" an der Fakultät für Maschinenwesen an der RWTH Aachen eingerichtet – damals ein absolutes Novum an einer deutschen Universität.

Die schwunghafte Entwicklung des IKV unter Menges ist auf das in ihn gesetzte Vertrauen und vor allem auch auf den Geist und den Arbeitsstil einer engen Zusammenarbeit des Instituts mit der Industrie zurückzuführen, auf das erfolgreiche Zusammenwirken von Forschung und Lehre, Ausbildung und industrieller Anwendung. Entsprechend gilt das Gründungsleitmotiv "Forschung für die Praxis" bis heute im IKV. Das schloss Pionierleistungen, die vielleicht anfangs belächelt wurden und erst später zum Erfolg führten, nicht aus: als Beispiel sei hier aus den 1970er Jahren die computergesteuerte Spritzgießmaschine genannt, wobei der Computer die eigentliche Spritzgießmaschine an Größe und Investitionskosten weit überstieg.

Das Ausbildungskonzept, das Menges prägte, ist vielfach als "Aachener Modell" bezeichnet worden. Entsprechend seinem Grundsatz "Machen lassen" erhalten die IKV-Mitarbeiter frühzeitig eine größtmögliche Eigenverantwortung bei der Durchführung ihrer Forschungsarbeiten und den damit verbundenen Organisations-, Personal- und Finanzfragen. Damit erlernen sie über das Fachwissen hinaus zusätzlich Kenntnisse und Erfahrung in Organisation und Führungstechnik. Und dieser Grundsatz gilt bis heute.

Unter der Führung von Menges entstehen am IKV mehr als 1.700 Studienarbeiten, 1.200 Diplomarbeiten und 210 Dissertationen sowie weit mehr als 1.500 Zeitschriftenartikel und Buchveröffentlichungen. Zahlreiche Manager und Führungspersönlichkeiten aus der Industrie und den Hochschulen haben bei Menges studiert oder promoviert. Auch der derzeitige Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg ist sein Schüler.

Professor Georg Menges ist einer der großen Pioniere der Kunststoffverarbeitung, der maßgeblich die Entwicklung der Kunststofftechnik bestimmt und vorangetrieben hat. Aus vielen Forschungsarbeiten sind wesentliche Beiträge und Impulse hervorgegangen, indem er und sein Team die Bereiche Werkstoff, Bauteilkonstruktion und Verarbeitung in ihren gegenseitigen Wechselwirkungen analysiert und nutzbringend für alle Beteiligten in Wissenschaft und Wirtschaft aufbereitet und erläutert haben.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem IKV ist Menges ein aktiver Reisender in Sachen Kunststofftechnik geblieben: er ist auf Kongressen und Veranstaltungen der Branche immer ein beliebter Gast sowohl als Redner wie als Zuhörer. Sein jüngstes Thema, das Emissions-Recycling, hat er erst kürzlich unter dem Titel "CO2 – Klimakiller oder Rohstoff für Kunststoffe?" in der Zeitschrift <i>Kunststoffe</i> veröffentlicht.

Für seine großen Verdienste um die Kunststoffverarbeitung wurden Georg Menges und dem IKV hohe nationale und internationale Auszeichnungen zuteil. Eine besondere Ehre ist die Berufung in die "Plastics Hall of Fame" im Juni des Jahres 2006 in Chicago. Die 1972 ins Leben gerufene National Plastics Hall of Fame würdigt Personen und Einrichtungen, die einen bedeutenden Beitrag zum Fortschritt in der Kunststoffindustrie geleistet haben. Menges ist einer der ersten Europäer, der diese Auszeichnung erhalten hat.

Eine weitere Auszeichnung folgte in diesem November 2008 in China: anlässlich eines Symposiums der Society of Advanced Molding Technology (SAMT) an der Beijing University of Chemical Technology wurde Menges der "Life Achievement Award" verliehen.

Hierzu gratulieren die Herausgeber der WAK-Kunststoffzeitschrift ebenso herzlich wie zu seinem Geburtstag.

Prof. em. Dr.-Ing. Dr. hc. Gottfried W. Ehrenstein
Lehrstuhl für Kunststofftechnik (LKT)Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Prof. h.c.Dr.-Ing. Tim A. Osswald
Polymer Engineering Center, DirectorUniversity of Wisconsin-Madison

Erlangen, im Dezember 2008

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Die Zeitschrift Kunststofftechnik ist eine peer-rezensierte Internetzeitschrift unter der Schirmherrschaft des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kunststofftechnik (WAK)


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