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18.06.2020

Recycling von Polyurethan

Projekt RePURpose entwickelt neues Verfahren

Der vielseitige einsetzbare Werkstoff Polyurethan (PUR) ist Bestandteil vieler Gegenstände des täglichen Lebens und spielt eine wichtige Rolle bei der Energieeinsparung und der Gewinnung elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Allerdings werden Bestandteile aus PUR am Ende ihrer Lebensdauer gegenwärtig größtenteils auf der Mülldeponie oder in Ver-brennungsanlagen entsorgt. Eine praktikable Möglichkeit, die Grundelemente des Kunststoffs zurückzugewinnen und für die Neuproduktion nutzbar zu machen, gibt es bislang nicht.

Der PUR-Hersteller Tinby A/S, Søndersø/Dänemark, will das mit seinen Partnern ändern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern und weiteren führenden Unternehmen der PUR-Industrie hat Tinby ein Projekt ins Leben gerufen, das eine komplett neue Kreislaufwirtschaft für die nützlichen Kunststoffe ermöglichen soll. Mit RePURpose möchten die Hersteller dafür sorgen, dass der Hightech-Werkstoff von heute nicht der Plastikmüll von morgen wird.

Schwer zu recyclen

PUR ist aus unserem modernen Alltag kaum noch wegzudenken. Der flexible Werkstoff hat viele Vorteile: Er ist extrem leicht und dennoch sehr strapazierfähig, lässt sich äußerst gut verarbeiten und besitzt beachtliche isolierende Eigenschaften. Mit PUR lassen sich z. B. Häuser besser dämmen, leichtere Fahrzeuge oder leistungsstärkere Windkraftturbinen bauen.

Allerdings lässt sich der Werkstoff nur schwer recyceln. Abfallprodukte aus PUR und Verschnitte, die bei der Produktherstellung entstehen, landen größtenteils auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen. Das ist nicht nur angesichts wachsender Plastikmüllberge und der fortschreitenden Klimaerwärmung ein Problem. Dadurch gehen auch wertvolle Substanzen verloren, denn PUR besteht teilweise aus nicht erneuerbaren Rohstoffen, u. a. Erdöl. Derzeit bekannte Prozeduren zur Rückgewinnung der Grundstoffe sind sehr aufwendig und daher ineffizient.

© Tinby/N.Buscher

© Tinby/N.Buscher

Projekt RePURpose

Das Projekt RePURpose soll nun Abhilfe schaffen. Tinby hat sich zusammen mit fünf weiteren dänischen Unternehmen sowie Experten aus Wissenschaft und Forschung zusammengetan, um ein Verfahren zu entwickeln, mit dem PUR-Abfälle recycelt und in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können.

Den Rahmen des Projekts entwickeln beteiligte Forscher zweier unterschiedlicher Technologien: Die erste konzentriert sich auf die Materialverluste bei der Produktion. Das zweite Verfahren soll eine effiziente Möglichkeit bieten, PUR-Abfälle, die in der Industrie, aber auch beim Endverbraucher anfallen, in ihre Grundbausteine, die sogenannten Monomere, zu zerlegen. So wäre bei der Wiederverwendung größtmögliche Flexibilität gewährleistet. Für das Projekt wurde durch „Innovation Fund Denmark“ ein Gesamtbudget von 2,5 Mio. EUR bereitgestellt.

Ressourcenschonung

Das Vorhaben hat sowohl ökonomisch als auch ökologisch lohnenswerte Ziele. Wenn zukünftig mehr Produkte aus recyceltem PUR hergestellt werden, fließt weniger PUR für die Energierückgewinnung in die Müllverbrennung und es entstehen weniger CO2 -Emissionen. Zudem würden weltweit weniger Kunststoffabfälle auf Mülldeponien landen.

Mit den entwickelten Methoden möchte Tinby gemeinsam mit seinen Mitstreitern zum weltweit führenden Anbieter im Bereich PUR-Recycling werden.

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Weiterführende Information
  • Die PUR-Welt wird digital
    Kunststoffe 09/2019, Seite 99 - 100

    Die PUR-Welt wird digital

    Automatisierung und Digitalisierung für prozessorientierte, kundenfreundliche Lösungen

    Auf der K 2019 legt die PUR-Branche ihren Fokus auf die Automatisierung und Datenerfassung von Prozessen. Neben dem Megatrend Industrie 4.0...   mehr

  • Erschienen in Kunststoffe 09/2019

    Blähgraphit im PUR

    KraussMaffei auf der K 2019

    Die Anforderungen an den Flammschutz von Bauteilen aus PUR-Schaum steigen durch eine Verschärfung von Regularien stetig an, sowohl in...   mehr

    KraussMaffei Technologies GmbH

  • Erschienen in Kunststoffe 09/2019

    IMD und PUR-Beschichtung kombiniert

    Leonhard Kurz auf der K 2019

    Um die Design- und Funktionsanforderungen für die Branchen Automobil, Unterhaltungselektronik, Hausgeräte und Kosmetik bedienen zu können,...   mehr

    Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG

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