nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
English
Merken Gemerkt
05.05.2017

Kunststoffrecycling durch Insekten

Mehlwurmlarven als kleine biologische Helfer

Beim Kampf gegen Plastikmüll setzen Forscher neben Mikroorganismen, Pilzen oder isolierten Enzymen vermehrt auch auf Insekten: So konnte kürzlich eine spanische Forscherin zeigen, dass die Larven der Großen Wachsmotte den Kunststoff Polyethylen (PE) in relativ kurzer Zeit zersetzen können – zumindest schneller, als es Bakterien in vergangenen Versuchen schafften. Die Kombination einer mechanischen Zerkleinerung durch die Beißwerkzeuge des Insekts und einer nachfolgenden mikrobiellen Zersetzung im Darm ist offenbar besonders leistungsfähig.

Mehlwurmlarven in Messbecher mit Styropor (© Foto: Fraunhofer Umsicht)

Auch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen forscht an umweltfreundlichen Prozessen zum Kunststoffabbau und bedient sich dafür kleinen biologischen Helfern: Die Biologiestudentin Elma Mehovic erforschte den Abbau von Polystyrol durch Mehlwürmer. Der Kunststoff, der durch die Polymerisation von Styrol gewonnen wird, findet im Rahmen der energetischen Sanierung von Altbauten durch Wärmedämmung, aber auch in der Verpackungsindustrie vielfältigen Einsatz. „Mehlwurmlarven haben auf ihrem Biofilm im Darm unterschiedliche Bakterien, die das Polystyrol zersetzen“, erklärt Mehovic. Auf diese Weise können sich Mehlwürmer ohne großen Aufwand durch Styropor fressen und dabei den Kunststoff gleichzeitig auf natürlichem Wege abbauen.

Aus Plastik wird verträgliches Fischfutter

Im Rahmen ihrer Arbeit versucht Mehovic nun herauszufinden, unter welchen Rahmenbedingungen die Mehlwurmlarven das Polystyrol optimal verwerten. Dabei untersucht die junge Forscherin insbesondere den Einfluss der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit auf das Fressverhalten der Larven. In einem nächsten Schritt soll dann geprüft werden, ob sich die Ergebnisse von Polystyrol auch auf andere Massenkunststoffe übertragen lassen. In einem letzten Schritt wird Elma Mehovic schließlich die Darmbakterien der Mehlwurmlarven untersuchen und prüfen, inwieweit es möglich ist diese nach einer Extraktion zu vermehren und in Abbauprozesse in der Industrie, in Mülldeponien oder in Klärwerken einzusetzen.

Die Wirkung der Mehlwürmer beschränkt sich übrigens nicht nur auf den biologischen Abbau von Kunststoffen: „Die Larven wandeln das Polystyrol in Biomasse für den eigenen Organismus um. Die Mehlwürmer lassen sich dann im Anschluss beispielsweise als hochwertiges Fischfutter weiterverwenden“, so Mehovic. Auch wenn noch zahlreiche Fragen zur ökologischen Gesamtbilanz oder zu einer denkbaren technischen Umsetzung offen sind, könnten die Insekten einen neuen Weg im Umgang mit Kunststoffabfällen aufzuzeigen. (Red)

Weiterführende Information
  • Kunststoffrecycling

    Das Online-Special rund um das Recycling von Kunststoffen

    Nur wenige Werkstoffe sind für eine Verwertung so gut geeignet wie Kunststoffe. Aktuelle Trends und Entwicklungen aus dem Kunststoff-Recycling lesen Sie jetzt im Special.   mehr

  • 25.04.2017

    Kunststoff-fressende Larve entdeckt

    Bioabbau von Polyethylen als Forschungsziel

    Wissenschaftler der Universität Cambridge berichten von einer Raupe, die sich Kunststofftragetaschen aus Polyethylen schmecken lässt. Die Mengen, die sie zu vertilgen scheint, machen Hoffnung, dass sich die Entdeckung zum biologischen Abbau von Kunststoffen nutzen lässt.   mehr

keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren





Newsletter

Sie wollen keine Kunststoffe-News verpassen?
Hier kostenlos anmelden


Beispiel-Newsletter ansehen

Marktbarometer

Erfahren Sie in unserem monatlichen Marktbarometer, wie sich die Kunststoff-Branche entwickelt.


Zum Marktbarometer

Kunststoffe im Automobil

Zum Special