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22.03.2004

Geschlossener Materialkreislauf

Seit Jahren wird eine öffentliche Debatte um die ökologische Verträglichkeit von Kunststoffen geführt. Zuletzt sorgte die Einführung des Zwangspfands für Getränke-Einwegverpackungen in Deutschland für heftige Diskussionen. Die Firma BellandVision im mittelfränkischen Pegnitz hat eine innovative Antwort auf die Frage "Einweg oder Mehrweg" entwickelt: ein spezielles Material, das sich unkompliziert in Einwegverpackungen anwenden lässt und anschließend sortenrein und lebensmittelecht wiedergewonnen werden kann.

Der unter der Bezeichnung Belland-Material vermarktete Kunststoff besteht aus einem Styrol/Acrylat-Copolymer, das in den Anwendungs- und Verarbeitungseigenschaften dem Standardkunststoff Polystyrol entspricht. Belland-Material kann daher ohne zusätzlichen Aufwand mit gewöhnlichen Maschinen spritzgegossen oder tiefgezogen werden.

Aufgrund von freien Carboxylgruppen in der Molekülstruktur weist das Materials jedoch definierte Lösungseigenschaften auf. Diese Besonderheit wird in einem speziellen Recycling-Prozess ausgenutzt. Der Kunststoff löst sich dabei in einer Lauge auf, deren pH-Wert zwischen 11 und 13 liegt. Anschließend können die Polymerketten durch Sieb- und Filterprozesse von Fremdstoffen gereinigt werden. Mit Hilfe einer Säure wird das Material anschließend aus der Lösung ausgefällt und sortenrein zurückgewonnen. Das auf diese Weise produzierte Rezyklat erfüllt die Anforderungen für Lebensmittelverpackungen.

Das Recyclingverfahren kann den Angaben zufolge ohne großen Aufwand in vorhandene Altpapier-Recyclinganlagen integriert werden. Bei der Aufbereitung von Altpapier werden die am Papier anhaftenden Druckfarben ebenfalls mit Hilfe von Laugen entfernt.

Positive Energiebilanz

Nach Angaben von Belland zeichnet sich das Recyclingverfahren nicht nur durch niedrige Betriebskosten, sondern auch durch eine hervorragende Energiebilanz aus. Mit der Wiederverwertung könne eine Primärenergiemenge von rund 80 MJ/kg gespart werden. Bei der Müllverbrennung liege dieser Wert nur bei etwa 20 MJ/kg. Die Primärenergie, die bei bisher üblichen Kunststoffrecyclingverfahren durchschnittlich eingespart werden kann, beziffert die DKR GmbH, Köln, auf 35 bis 40 MJ/kg.

Zur Anwendung kommt das Material beispielsweise als Catering-Geschirr bei Veranstaltungen. Die Firma Belland nimmt das verschmutzte Geschirr anschließend zurück und führt es der Rückgewinnung zu.

Den Angaben zufolge entstehen für den Veranstalter dabei geringere Entsorgungskosten als mit handelsüblichen Einweg-Geschirr, da Belland einen Teil der Entsorgungskosten übernimmt.

Praxis-Tests wurden bereits bei der Radsportveranstaltung „Deutschland-Tour“ und beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart durchgeführt. Das Institut für Klima, Umwelt und Energie, Wuppertal, kam dabei zu dem Ergebnis, dass das Geschirr aus Belland-Material nach ökologischen Kriterien durchaus mit Mehrwegsystemen vergleichbar ist.

Weitere potentielle Anwendungsbereiche sind beispielsweise Klebeschichten in Materialverbunden, die rückstandslos entfernt werden können. Darüber hinaus lassen sich aus dem Material abwaschbare Etiketten oder auflösbare Beutel herstellen.

Dr.-Ing. Harald Sambale
sambale <AT> hanser.de

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