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30.07.2019

Vegane TPE-Rezepturen

Produkte ohne Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs

Die Actega DS bietet thermoplastische Elastomere (TPE) an, die auf Bestandteile tierischen Ursprungs verzichten.Nicht nur vor dem Hintergrund zunehmender Bedenken über die Sicherheit von ADCs (Animal derived components, also Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs) werden vegane, koschere, ADC-freie Kunststoffe in immer mehr Bereichen verlangt. Sowohl auf den internationalen Märkten und in Ländern mit muslimischer oder jüdischer Bevölkerung, als auch in immer mehr Produkt- und Lebensbereichen.

Bei der Herstellung von Kunststoffen werden Additive eingesetzt. Sie werden benötigt, um die Materialeigenschaften des Werkstoffs zu verbessern und den Herstellungsprozess zu unterstützen. Werden diese Additive der Rohstoffrezeptur zugefügt, wirken sie z.B. als Gleitmittel und verhindern ein Festkleben an Metalloberflächen während des Prozesses der Extrusion oder des Spritzgießens. Manche Stearate werden auch zum Reinigen und Neutralisieren von Säure, die während der Polymerisation gebildet wird, benötigt. Als externe Gleitmittel können sie direkt in die Spritzgießmaschine oder in den Extruder appliziert werden. Eine weitere Funktion ist die der antistatischen Komponente, die die Ableitung elektrostatischer Aufladung ermöglicht. Diese Additive können tierischen Ursprungs sein, etwa Varianten der Salze der Stearinsäure, eine langkettige (C18) Fettsäure. Aus aufgeschmolzenem Rinderfett (Talg) gewonnen, machen sie in der Regel 100 – 200 ppm eines typischen Polyethylens aus.

Historische Vorbilder

Rohstoffe tierischer Herkunft haben eine historisch große Bedeutung. So wurde bereits in der Antike der Farbstoff Purpur aus der Purpurschnecke oder der Farbstoff Karmin aus der Cochenilleschildlaus gewonnen. Diese und andere Rohstoffe waren wichtige Handelsgüter. Die aus dem kommerziellen Walfang (vom 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert) gelieferten Rohstoffe wie Fischbein, Ambra, Walrat, Tran oder Glycerin setzte man als Chemiegrund- oder Brennstoffe, Schmiermittel und Vorläufer verschiedener Kunststoffe ein.

Ein weiterer und heute aktueller Grund für den Einsatz von ADCs als Additive in Kunststoffen ist der wachsende Bedarf an biobasierten oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Die Basis dieser Kunststoffe kann mikroorganischen, pflanzlichen, synthetischen oder tierischen Ursprungs sein.

Biokunststoffe und die Frage der Nachhaltigkeit

Im Kunststoffmarkt nehmen Biokunststoffe bisher nur einen geringen Prozentanteil ein, aber die Tendenz geht nach oben. Betrug die weltweite Produktion von Biokunststoffen im Jahr 2015 gerade mal 3,952 Mio. t, waren es 2018 bereits 4,728 Mio. und die Prognosen für 2020 und 2021 liegen bei 5,954 bzw. 6,111 Mio. Der Anteil von Biokunststoffen am Weltmarkt der Polymere steigt dann von 1,7 % in 2016 auf 2,49 % in 2020. Die Endlichkeit fossiler Rohstoffe, verstärkte Auflagen für Wirtschaft und Verbraucher hinsichtlich Energie- und Umweltbilanz sowie wachsender Wettbewerb bei Herstellern und Nutzern von Biokunststoffen sprechen darüber hinaus für die Weiterentwicklung von Alternativen in diesem Bereich. So erarbeitete das Institut für Biotechnologie und Bioprozesstechnik der Technischen Universität Graz 2012 erstmals eine grundsätzliche Möglichkeit, Bioplastik aus Schlachtabfällen herzustellen. Laut Institut kann vom einfachen Verpackungsmaterial bis hin zum Bioimplantat, das in einer festgelegten Zeit vom Körper abgebaut werden kann, eine ganze Bandbreite von Produkten hergestellt werden.

Obwohl die BSE-Krise als bewältigt gilt, stand BSE in Europa über ein Jahrzehnt lang in den Nachrichten und hat dazu geführt, dass die Europäische Union Richtlinien zum Umgang und Nachweis von ADCs aufgestellt hat. Unter anderem gehört dazu, dass sie spezielle Hitzeverfahren (bei 200° C oder mehr für nicht weniger als 20 Minuten) zur Umesterung bzw. Hydrolyse durchlaufen müssen. So werden BSE-Proteine deaktiviert. Zudem dürfen die Zusatzstoffe nur aus BSE-freien Ländern stammen. Darüber hinaus wurden Verfahren entwickelt, die Infektionserreger wirkungsvoll entfernen oder inaktiv setzen. Dennoch beginnt ein Umdenken. Wer ein unnötiges Risiko vermeiden will, wählt eine ADC-freie Werkstoff-Rezeptur, insbesondere wenn der Werkstoff dort eingesetzt wird, wo es zu einem Kontakt mit einem Füllgut kommen kann (Lebensmittel, Getränke, Kosmetika, Medikamente etc.) oder der Einsatz eines Produktes direkt am/im Menschen erfolgt (medizinische oder pharmazeutische Schlauchsysteme, Medizin- oder kosmetische Spritzen, Dialysesysteme etc.)

Acht Millionen Vegetarier deutschlandweit

In Deutschland ernähren sich acht Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen vegan. Täglich sollen laut Trendbarometer des Verbandes Proveg International 2.000 Vegetarierinnen und Vegetarier sowie 200 Veganerinnen und Veganer hinzukommen. Die weltweite Zahl der vegan-vegetarisch lebenden Menschen wird auf eine Milliarde geschätzt. Dieser Trend wird auch eindrucksvoll durch die Umsätze mit Veggie-Produkten im Lebensmittel-Einzelhandel und Drogeriemärkten unterstrichen. Laut Nielsen (Erhebung Anfang 2019) war ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 960 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Wer vegan lebt, der meint nicht nur die Nahrung, die er zu sich nimmt. Ein veganer Lebensstil bezieht sich auch auf das gesamte Lebensumfeld. Manche Dinge, die offensichtlich sind, lassen sich ohne Probleme eliminieren. Das gilt auch für Zusatzstoffe in Lebensmitteln oder Kosmetika. Veganer wissen, dass oft tierische Inhaltsstoffe eingearbeitet werden und lesen von daher die „Zutatenliste“ sehr genau. Bei den „versteckten“ ADCs ist dies allerdings anders, denn die existieren im Verborgenen. In Verpackungen von Lebensmitteln und Getränken etwa oder in Gebinden von Kosmetika.

Actega DS sah sich schon früh im Bereich der Verpackungslösungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit Forderungen nach veganen und koscheren Lösungen konfrontiert und besitzt heute die Möglichkeit, alle Portfolio-Rezepturen, die sich im Spritzgießen oder Extrusionsverfahren verarbeiten lassen, bei Bedarf vegan auszustatten. Das gilt ebenso für die TPE für den medizinischen und pharmazeutischen Bereich wie für Haushalts- und Konsumgüterartikel. Denn ein vegan lebender Mensch soll sicher sein, dass beim Frühstücksteller oder -brett mit den ergonomischen, weichelastischen Griffen aus TPE eben auch veganer Kunststoff verwendet wurde, dass die Lebensmittelaufbewahrungsbox im Dichtungsmaterial kein ADC enthält, dass er sich beim Rasieren nicht fragen muss, ob womöglich die Soft-Touch-Elemente aus TPE tierische Inhaltsstoffe enthalten.

Messehinweis: Actega DS präsentiert auf der K Messe, 16. – 23. Oktober 2019, Düsseldorf, Halle 8A, Stand F 11-3.

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Die Actega Gruppe gehört zur Altana AG. Der Geschäftsbereich Actega Coatings & Sealants entwickelt und produziert Lacke und Dichtungsmassen für die Verpackungs- sowie die grafische Industrie.

Unternehmensinformation

ACTEGA DS GmbH

Straubinger Str. 12
DE 28219 Bremen
Tel.: 0421 39002-0
Fax: 0421 39002-79

Weiterführende Information
  • 06.08.2019

    Keine Selbstverständlichkeit

    Meinung

    Das Kunststoffprodukte zumindest teilweise auch tierischen Ursprungs sein können, scheint nur auf den ersten Blick abwegig.   mehr

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