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07.10.2020

Trends und Herausforderungen bei Werkstoffen

Expertengespräch mit Vertretern der Kunststofferzeuger

Die Covid-19-Pandemie hat auch die Kunststoffindustrie hart getroffen. Doch nicht alle Kunststoffe sind gleichermaßen betroffen. Während die häufig in der Automobilindustrie verwendeten technischen Kunststoffe unter dem Einbruch des Fahrzeugabsatzes leiden, profitieren etwa Polyolefine von der Krise. Und auch wenn die Pandemie gerade alle anderen Themen in den Hintergrund rückt, schreitet dennoch die Entwicklung etwa bei der Kreislaufwirtschaft oder Elektromobilität unverändert fort. Über die gegenwärtige Situation und die zukünftige Entwicklung sprach Kunststoffe mit verschiedenen Vertretern der Kunststofferzeuger.

Wie präsent die Coronakrise weiterhin ist, zeigte sich auch bei der Kunststoffe-Expertenrunde der Kunststofferzeuger. Anstatt in den Redaktionsräumen fand das Treffen rein digital statt. Auch inhaltlich nahm die Pandemie natürlich einen großen Raum ein. Dennoch zeigte sich schnell, dass daneben noch weitere Themen die Kunststofferzeuger beschäftigen. Und so entspann sich zwischen den Experten Dr. Karlheinz Hausmann, Dow, Jürgen Luderer, Vinnolit, Dr. Ingo Sartorius, PlasticsEurope, und Dr. Matthias Scheibitz, BASF, schnell ein munterer Dialog über Kreislaufwirtschaft, Elektromobilität, die Verpackungsindustrie und chemisches Recycling.

Die Gesprächsteilnehmer

  • Dr. Karlheinz Hausmann ist R&D Fellow Orientation Technologies and Sustainability Europe bei Dow Europe
  • Jürgen Luderer ist Sales & Product Director bei der Vinnolit GmbH & Co. KG
  • Dr. Ingo Sartorius ist kommisarischer Hauptgeschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland
  • Dr. Matthias Scheibitz ist Head of Sustainability Strategy bei BASF Performance Materials

Kunststoffe : Wie kommen die Kunststofferzeuger bisher durch die Coronakrise?

Dr. Ingo Sartorius (PlasticsEurope): Die Pandemie ist für die Kunststofferzeuger eine schwere Krise. Die Unternehmen verzeichnen Auftragsrückgänge, es kam zu Stilllegungen von Produktionslinien, ein Teil der Unternehmen musste für ihre Belegschaften Kurzarbeit anordnen. Und die Lage war bereits vor der Pandemie angespannt. Die Aussichten für das laufende Jahr sind somit keineswegs rosig. Aktuell bemerken wir allerdings eine gewisse Erholung. In einigen Teilbereichen der Branche, etwa bei Verpackungen, Konsumgütern oder der Medizintechnik, ist der Bedarf während der Krise gewachsen. Bei diesen ist die Entwicklung für die Kunststofferzeuger positiv. Wir teilen allerdings den Optimismus von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nicht, der bei der Erholung der Wirtschaft nach dem Einbruch von einem scharfen V ausgeht. Das sehen wir etwas verhaltener.

Dr. Karlheinz Hausmann (Screenshot: © Hanser)

Dr. Karlheinz Hausmann (Screenshot: © Hanser)

Dr. Karlheinz Hausmann (Dow): Die Entwicklung ist in der Tat schwer absehbar. Dow ist mit seinen Produkten in verschiedenen Branchen vertreten, besonders stark im Verpackungsbereich. Bei systemkritischen Anwendungen wie Verpackungen in der Medizin, Filtern und Schutzkleidung war der Bedarf zu Beginn der Krise sehr groß. Unsere Kunden sind teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Weil Polyolefine häufig für Verpackungen und Schutzkleidung eingesetzt werden, kommen sie bisher am besten durch die Krise. Die positive Entwicklung bei ihnen lässt sich aber nicht alleine auf die Pandemie zurückführen, sondern hat bereits davor aufgrund der Nachhaltigkeitsdebatte eingesetzt, da sich mit ihnen sehr gut rezyklierbare Verpackungsdesigns erzeugen lassen. Hierzu hat Dow eine breite Palette von Lösungen entwickelt, die unseren Kunden helfen Verpackungen neu zu entwerfen. In der Transport- und der Bauindustrie war der Einbruch hingegen dramatisch, und dort wird die Erholung noch einige Zeit dauern. Die Reisetätigkeit hat coronabedingt sehr stark abgenommen und wird sich sicherlich nicht schnell wieder deutlich erhöhen.

Dr. Matthias Scheibitz (BASF): Kunststofferzeuger, die wie die BASF Zulieferer der Automobilindustrie sind, trifft die Pandemie empfindlich. Wir bemerken in diesem Bereich aber auch schon eine gewisse Erholung, die zurzeit spürbar in Asien stattfindet und dort hauptsächlich in China. Daher sind wir vorsichtig optimistisch was die Entwicklung in den kommenden Monaten angeht.

Jürgen Luderer (Vinnolit): Die Coronakrise verschiebt auf jeden Fall den Kunststoffverbrauch zwischen den Anwendungen. In der Automobilindustrie sinkt er, dafür wächst er bei einigen Anwendungen im privaten Bereich. Unser Polyvinylchlorid-Absatz (PVC) für Fußböden oder Tapeten hat zugenommen. Wir führen das darauf zurück, dass viele Verbraucher anstatt auf Reisen zu gehen, ihre Wohnungen und Häuser renovieren.

Sie haben die Schwierigkeiten im Automobilbereich angesprochen. Ist die Krise ein Zeichen, dass die Kunststoffbranche ihre Abhängigkeit von der Automobilindustrie reduzieren muss und ist das überhaupt möglich?

Jürgen Luderer (Screenshot: © Hanser)

Jürgen Luderer (Screenshot: © Hanser)

Luderer: Für die gesamte Branche ist das sehr schwierig und auch gar nicht erstrebenswert. Auf der Ebene einzelner Unternehmen ist aber eine Risikooptimierung und ein ausgeglichenes Portofolio wichtig, um Schwankungen wie gerade eben ausgleichen zu können. Generell erlebt der Mobilitätsbereich gerade einen großen Wandel mit dem Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb. Auch in elektrischen Fahrzeugen spielen Kunststoffe eine große Rolle. Durch die Krise wird möglicherweise die individuelle Mobilität einen Schub erhalten, weil statt öffentlichen Transportmitteln wieder häufiger das eigene Auto genutzt wird.

Dr. Scheibitz: Der Kunststoffanteil im Automobil wird zukünftig weiter zunehmen. Das gilt auch für Elektrofahrzeuge. Welcher Kunststoff davon besonders profitiert, ist gegenwärtig schwer vorherzusagen. Getrieben durch die Abkehr vom Verbrennungsmotor könnte man meinen, dass Engineering Plastics wie Polyamid (PA) und Polybutylenterephthalat (PBT) mit ihrer hohen Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit an Bedeutung verlieren werden. Gleichzeitig werden aber in Elektrofahrzeugen ebenfalls Anwendungen entstehen, die hohe Anforderungen an die Materialien stellen. Bei Batteriegehäusen kommt beispielsweise der Kühlung und Crashbeständigkeit eine wesentliche Rolle zu. Engineering Plastics werden deshalb im Automobilbau weiterhin eine wichtige Rolle spielen.


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