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18.05.2016

Teil 5: Neue Handelsabkommen geben Auftrieb

Serie: Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region

Warum in die Ferne, wenn das Gute doch so nah liegt? Weil dort Märkte sind, die die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region noch weiter stärken. Vor allem Vietnam wird laut Experten von dem zu erwartenden Exportanstieg profitieren. Aber auch andere Länder dürften sich über die Entwicklungen freuen.

Auf lokaler und regionaler Ebene stärken die wichtigsten Verbände der Kunststoffindustrie kontinuierlich den Kunststoffsektor in ihren jeweiligen Vereinbarungen. Dazu gehören unter anderem die ASEAN Federation of Plastics Industries (AFPI), die Malaysian Plastics Manufacturers Association (MPMA), die Thai Plastic Industries Association (TPIA) und die Philippines Plastics Industry Association (PPIA). Im weltweiten Kontext wird erwartet, dass internationale Abkommen mit Handelsblöcken den Ausbau in der Branche in großem Maßstab vorantreiben werden.

Neue Handelsabkommen geben Auftrieb und stärken die Märkte der ASEAN-Region nich weiter (© Fotolia.com/Victoria)

Neue Handelsabkommen geben Auftrieb und stärken die Märkte der ASEAN-Region nich weiter (© Fotolia.com/Victoria)

Stufenweise Liberalisierung der Märkte

Allen voran fördert die seit Anfang 2016 bestehende, zehn Länder umfassende ASEAN Economic Community (AEC) die Kooperation unter den Mitgliedsstaaten. Das Abkommen zielt auf die stufenweise Liberalisierung der Märkte für Güter, Investitionen und Dienstleistungen. Kunststoffproduzierenden Ländern wie Thailand, Malaysia und Singapur ermöglicht sie so die Absenkung der Zölle auf Kunststofffertigprodukte, Maschinen und Formen für andere Mitgliedsstaaten wie Vietnam.

Gerade Vietnam wird nach Meinung von Experten von diesen Maßnahmen profitieren. Das Land bezieht 80% seines Kunststoffbedarfs aus Thailand und Malaysia bezieht. Auch Indonesien deckt mehr als 40% seines Kunststoffbedarfs aus Malaysia, Thailand, Singapur, Europa sowie den USA. Währenddessen kann Malaysia aufgrund seines Mangels an qualifizierten und ungelernten Arbeitskräften laut MPMA von der Entwicklung des Arbeitsmarktes in den AEC-Ländern profitieren.

McKinsey & Company’s Bericht „Understanding ASEAN: the manufacturing opportunity“ sieht die AEC – in Kombination mit der Anwendung von Daten und mobilem Internet sowie disruptiven Technologien – als entscheidende Entwicklung, um ein substanzielles Wachstum im Produktionssektor anzuregen und so den Handel innerhalb der Region und weltweit zu fördern.

Neue Märkte im Ausland erschließen

Weitere Handelsabkommen in der Region sind das US-geführte, 12 Nationen umfassende Trans Pacific Partnership Agreement (TPPA) und das in Kürze in Kraft tretende, von China unterstützte Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) mit den zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten sowie China, Japan, Südkorea, Indien, Australien und Neuseeland.
Die TPPA-Mitgliedsländer sind wichtige Märkte für die USA, insbesondere für ihre Kunststoffindustrie. Laut US-Handelsministerium (Abteilung Internationaler Handel) entfallen durch das Abkommen Zölle von bis zu 25%, sodass US-Kunststoffhersteller zollfreien Zugang zu den TPPA-Ländern erhalten.

Das TPPA-Handelsabkommen liberalisiert die Handelsbestimmungen zwischen den Mitgliedsstaaten, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken. PricewaterhouseCoopers erklärt in zwei Studien („National Interest Analysis by the Institute of Strategic and International Studies“ und „Study on Potential Economic Impact of TPPA on the Malaysian Economy and Selected Key Economic Sectors“), dass TPPA die malaysische Produktion von Mineralöl, Chemikalien, Kautschuk- und Kunststoffprodukten steigern und so die Erschließung ausländischer Märkte für die Kunststoffindustrie des Landes ermöglichen wird.

Auch Vietnam, das gemäß TPPA innerhalb von vier Jahren nahezu alle Zölle auf Kunststoffe abschaffen muss, dürfte sich auf den dadurch zu erwartenden Exportanstieg freuen. Das Land will auch von Freihandelschancen beim Aufbau seiner Bauteile- und Rohstoffindustrie profitieren, um Branchen wie Automobil-, Geräte- und Elektronikherstellung zu bedienen.

Aussicht auf Freihandelszone

RCEP, das Gegenstück zu TPPA, zielt auf die Konsolidierung der bestehenden ASEAN-Freihandelsabkommen und Vereinbarungen mit den anderen sechs Partnerländern. Im Rahmen von RCEP wurde eine Absenkung der Zölle vereinbart: zunächst um 65%, voraussichtlich ansteigend auf 80% innerhalb von zehn Jahren.

Laut dem in Manila ansässigen Makati Business Club (MBC) wird RCEP die von der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) seit langer in Aussicht gestellter Schaffung einer Freihandelszone in der Region Asien-Pazifik (FTAAP) befördern. Andere Mitgliedsstaaten von TPPA wie Australien, Japan, Malaysia, Neuseeland, Singapur, Vietnam und Brunei beteiligen sich ebenfalls an den RCEP-Verhandlungen. (kk,me)

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