nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
English
Merken Gemerkt
13.12.2016

Rezepte für Fortgeschrittene

Bericht von der 42. Deutschen Compoundiertagung in Nürnberg

Auf dem Weg vom polymeren Rohstoff bis zum fertig granulierten Kunststoffcompound liegen vielfältige Arbeits- und Vorbereitungsschritte. Steigende Additivanzahl und heterogene Stoffeigenschaften machen die Compoundierung komplex. Doch fortschrittliche Berechnungsmethoden tragen zusammen mit Erfahrungswissen zu effizienten Verfahren bei.


Das bisschen Staub

14 Tote, 17 Verletzte und 100 Millionen Mark Sachschaden: Das ist die Bilanz für eine der schwersten Detonationen seit Ende des zweiten Weltkriegs, hervorgerufen durch eine Mehlstaubexplosion. Die Ereignisse vom 6. Februar 1979 in der Bremer Rolandmühle zeigen, was so ein bisschen Staub durchaus anrichten kann. „Dabei ist es gar nicht so einfach, Staub zu einer Explosion zu bringen“, so Gesa Gosda von der Covestro Deutschland AG.

Damit Staub sich entzündet, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Der Staub muss brennbar und explosionsfähig sein, eine Teilchengröße unter 500 µm haben, aufgewirbelt werden und als Mischung mit der Umgebungsluft oder in einer oxidierenden Umgebung innerhalb der Konzentrationsgrenzen vorliegen. Damit es zu einer Explosion kommt, muss das explosionsfähige Gemisch aus Brennstoff und Oxidator auf eine wirksame Zündquelle treffen, „zur gleichen Zeit und am gleichen Ort“, wie Gosda betont.

Auch wenn Staubexplosionen eher selten sind, ist laut Gosda bereits bei der Beschaffung von Anlagen, Apparaten, Geräten und Schutzsystemen eine gründliche sicherheitstechnische Analyse unerlässlich. In welcher Rangfolge das Explosionsschutzzproblem anzugehen ist, könne dabei jeder der Gefahrstoff-Verordnung entnehmen. Demnach sollte zuerst versucht werden, explosionsfähige Gemische bzw. ihre Bildung weitestgehend zu vermeiden. Kann dieses Ziel nicht oder nicht vollständig erreicht werden, muss die Zündquelle entfernt werden. Erst wenn trotz dieser Maßnahmen eine Explosion nicht sicher verhindert werden kann, sind Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes zu ergreifen.

Anders als für Gosda, können die Partikel für Katrin Braesch vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) nicht fein genug sein. Sie stellte in Nürnberg die kyrogene Zerkleinerung von Kunststoffen vor.

So groß wie möglich, so klein wie nötig

Immer mehr Anwendungen, wie beispielsweise das selektive Lasersintern, benötigen maßgeschneiderte Kunststoffpulver. Für deren Einsatz sprechen laut Braesch ihre guten Fließeigenschaften, anwendungsspezifischen Partikelgröße sowie die Tatsache, dass die ursprünglichen Eigenschaften des Kunststoffs erhalten bleiben. Die Zerkleinerung erfordert allerdings einen sensiblen Umgang mit den Werkstoffen. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Wärme und ihrer Materialeigenschaften sind Kunststoffe für die klassischen Warmzerkleinerungsverfahren nicht geeignet. Braesch und ihr Team setzen daher auf die kyrogene Zerkleinerung in extremer Kälte mittels Trockeneis oder Flüssigstickstoff.

Die Korngröße des Pulvers wird zum einen vom Mühlentyp bestimmt. Viele Mühlentypen sind aufgrund der Mahleigenschaften des Kunststoffs ungeeignet. „Um Kunststoffe zu bearbeiten, brauche ich schon ordentlich Durchsatz“, so Braesch. Aber auch der Werkstoff selbst limitiert seine Pulverfeinheit. Sowohl Art als auch Größe haben einen entscheidenden Einfluss auf das Pulverdesign. Dabei gilt: Die Granulate sollten so groß wie möglich und so klein wie nötig sein. Am Fraunhofer Umsicht liegt der optimale Durchmesser für die Mühlen laut Braesch bei 5 mm.


Inhaltsverzeichnis

Melanie Ehrhardt und Franziska Gründel, Redaktion

Weiterführende Information
  • 13.12.2016

    Das Salz in der Polymersuppe

    Meinung

    Fasern, Gleit- und Flammschutzmittel, Haftvermittler sowie andere Additive sind wie das Salz in der Suppe der Polymere. Erst durch die richtigen Zutaten entsteht aus einem Reinkunststoff ein funktionales Compound. Einen kleinen Einblick in die Welt des Compoundierens gibt ein exklusiver Onlinebeitrag.   mehr

Kunststoffe im Automobil

Zum Special

Dissertationen

Lesen Sie aktuelle Dissertationen aus dem Bereich der Kunststofftechnik.


Zu den Dissertationen

Handelsnamen

Sie kennen nur den Handelsnamen eines Werkstoffs und wollen den Hersteller, die Kunststofftype und seine Lieferform wissen? Recherchieren Sie hier!


Zu den Handelsnamen

Wörterbuch Kunststofftechnik

Fast 2000 Fachbegriffe in sieben Sprachen helfen Ihnen bei der Kommunikation mit Ihren Geschäftspartnern.


Zum Wörterbuch Kunststofftechnik