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03.06.2016

Kunststoffrecycling in Europa

Die Kunststoffindustrie kann mehr!

Aus technischer Sicht ist Kunststoffrecycling heute kein Problem mehr. Inhouse-Recycling hat sich quer durch alle Branchen längst etabliert. Die abfallfreie Fabrik ist bei Kunststoffverarbeitern, die mit sortenreinen Rohstoffen arbeiten, eine Selbstverständlichkeit geworden. Auch für Post-Consumer-Abfälle gibt es immer ausgereiftere Verwertungskonzepte. Trotzdem gilt es für die Branche noch so manche Hürde zu nehmen.

Die extrusionsblasgeformte Spülmittel-Flasche aus PE wird aus Kunststoffabfällen aus dem Meer hergestellt (© Ecover)

Der Kunststoff gehört zu unserem Alltag und ist dort – trotz aller Krisen und Debatten – nicht mehr wegzudenken. Das belegen auch die Zahlen des Erzeugerverbands PlasticsEurope Deutschland e.V., Frankfurt am Main. Der Kunststoffverbrauch lag 2014 in der europäischen Branche bei 47,8 Mio. t. Rund die Hälfte davon (25,8 Mio. t) wurden nach der Benutzung auch wieder gesammelt. Die Sammelquoten sind in den von Plastics Europe betrachteten 28 EU-Staaten plus Norwegen und der Schweiz weiterhin sehr unterschiedlich.

Zwar wurde in den neun Ländern Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden und der Schweiz mittlerweile ein Deponie-Verbot für Kunststoffreststoffe ausgesprochen, aber in anderen Ländern liegen die deponierten Anteile mit bis zu 70% der gesammelten Reststoffe noch immer sehr hoch. Die Länder mit den höchsten Deponie-Anteilen sind Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Malta und Zypern. Insgesamt werden von den gesammelten Reststoffen in Europa mittlerweile rund zwei Drittel einer Verwertung zugeführt, während 30,8% deponiert werden. Von den verwerteten Kunststoffresten wird wiederum fast die Hälfte (7,7 Mio. t) werkstofflich recycelt, der Rest thermisch verwertet.

Muss sich hinter herkömmlichen PP nicht verstecken: Das Rezyklat zeichnet sich vor allem durch seine Reproduzierbarkeit und gute Einfärbbarkeit aus (© DSD)

Nach Meinung des Erzeugerverbandes liegt genau hier das Problem. Ziel müsse es ein, die Menge der deponierten Kunststoffe in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren und mehr zu verwerten. Experten fordern deshalb deutlichere politische Vorgaben, eine bessere Aufklärung der Verbraucher zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Kunststoff und die Einführung optimierter, flächendeckender Sammel- und Sortiersysteme – in allen europäischen Ländern.

Hauptfraktionen sind Polyolefine

Allein aufgrund der Menge und der vielen Anwendungsgebiete machen die Polyolefine auch in den Recyclingströmen den Löwenanteil aus. Handelt es sich um sortenreine Reststoffe, so lassen sich diese sehr gut aufbereiten. Einige Kunststoffverarbeiter wie die Polifilm Extrusion GmbH, Weißandt-Gölzau, gehen noch einen Schritt weiter und betreiben neben dem Inhouse-Recycling und der direkten Rückführung der Produktionsabfälle eine eigene Regranulieranlage. Das Familienunternehmen stellt pro Jahr 25 000 t Regranulate her, um mit diesen Bau- und Landwirtschaftsfolien wirtschaftlicher zu produzieren.

Schwieriger ist es, wenn Gemische aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) vorliegen. Aufgrund ihrer ähnlichen Dichte lassen sie sich nur schwer voneinander trennen. Sie lassen sich aber auch gemeinsam zu hochwertigen Produkten wieder aufbereiten.

PET-Recycling etabliert, aber erweiterbar

Rund 7% des gesamten Kunststoffverbrauchs in Europa entfällt auf die Verarbeitung von Polyethylenterephthalat (PET). Der größte Anteil wird für die Herstellung von Flaschen verwendet. Insgesamt erreichen die 30 Länder in Europa eine durchschnittliche Sammelquote von 57%. So wurden im Jahr 2014 1,75 Mio. t. Post-Consumer-PET-Abfälle gesammelt.

DIe Sammelquoten variieren jedoch stark. Während Deutschland, Italien und die Schweiz rund die Hälfte des Gesamtvolumens sammeln, erreichen manche Länder nur eine Sammelquote von 10 bis 20%. Allerdings werden bisher fast ausschließlich Flaschen gesammelt. Diese werden in der der Regel in eigenen Sammelsystemen erfasst.

Aus Flaschen werden Folien: Die Nachfrage nach Post-Consumer-Flakes aus PET-Flaschen steigt auch in anderen Industriezweigen (© Polifilm)

Nützliche Flaschen-Flakes

Obwohl es von Anfang an das Ziel war, die gesammelten Flaschen-Flakes in die Flaschenherstellung zurückzuführen, hat die Industrie Abnehmer in anderen Bereichen gesucht und gefunden. Insbesondere für Folienhersteller sind Post-Consumer-Flaschenflakes immer interessanter geworden. Knapp 30% der Flakes wurden in Blasformanwendungen genutzt, 26% in der Faserindustrie und der Rest für Verpackungsbänder und andere Produkte.


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