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15.11.2018

Handwerkskunst von Doktor Leisten

Spritzgegossene Schuhleisten für den Weltmarkt

Alles begann mit der Herstellung von Leisten, die den Schuhen im Produktionsprozess ihre Form geben. Sieben Jahrzehnte später ist Framas ein mittelständisches Unternehmen mit globaler Präsenz, das als Systemanbieter über sein Kernsegment Schuhe hinaus auch andere Branchen mit Spritzgusskomponenten bedient.

Der Name der Firma setzt sich aus den ersten Buchstaben des Gründernamens zusammen: Franz Martz, zu seiner Zeit wegen seiner akribischen Tüfteleien an Schuhleisten auch als „Doktor Leisten“ bekannt. Ihm schaute schon der noch junge Sportschuhpionier Adi Dassler auf die Hände, um seine Handwerkskunst zu erlernen, bevor er 1949 Adidas gründete. Eben aus dieser Begegnung ging eine bis heute währende Zusammenarbeit beider Unternehmen hervor und – nur am Rande bemerkt – auch die Ehe von Adi Dassler mit Käthe, der Tochter des „Leistendoktors“.

Die heutige Framas Kunststofftechnik GmbH, Pirmasens, fertigte und reparierte bis in die Sechzigerjahre hinein Leisten, hauptsächlich für lokale Schuhfabriken. Über die Zeit füllten sich die Auftragsbücher und wuchs die Mitarbeiterzahl. Der frühzeitigen globalen Aufstellung war es zu verdanken, dass die Verlagerung der produzierenden Schuhindustrie in NIedriglohnländer nicht zum Einbruch, sondern zur weiteren Expansion führte. Heute ist das Unternehmen dort, wo die Kunden seine Zulieferprodukte benötigen ‒ ob in Deutschland, den USA oder in Asien, genauer gesagt China, Hongkong, Indonesien, Südkorea und Vietnam.

  • Das Familienunternehmen entwickelt sich zum führenden Leistenhersteller der Schuhmetropole Pirmasens und darüber hinaus. Wichtige Sportschuhhersteller fertigen auf Framas-Leisten Schuhe für Weltmeister und Olympiasieger (© framas Kunststofftechnik)

    Das Familienunternehmen entwickelt sich zum führenden Leistenhersteller der Schuhmetropole Pirmasens und darüber hinaus. Wichtige Sportschuhhersteller fertigen auf Framas-Leisten Schuhe für Weltmeister und Olympiasieger (© Framas Kunststofftechnik)

  • Von links nach rechts: Franz Rainer Martz, dessen bester Freund Kurt Werner und Raimund Martz. Bei den Martz-Brüdern handelt es um die Söhne und Geschäftspartner des Gründers Franz Martz (© framas Kunststofftechnik)

    Die beiden Söhne des Firmengründers Franz Martz und deren Geschäftspartner. Von links: Franz Rainer Martz, dessen bester Freund Kurt Werner und Raimund Martz (© Framas Kunststofftechnik)

  • Zurück in der Gegenwart: Die Leisten durchlaufen mehrere Dreh- und Fräsprozesse bis sie ihre finale Form haben. Im Bild sind die groben Leisten für Damenschuhe zu sehen (© framas Kunststofftechnik)Zurück in der Gegenwart: Die Leisten durchlaufen mehrere Dreh- und Fräsprozesse bis sie ihre finale Form haben. Im Bild sind die groben Leisten für Damenschuhe zu sehen (© framas Kunststofftechnik)

    Zurück in der Gegenwart: Die Leisten durchlaufen mehrere Dreh- und Fräsprozesse, bis sie ihre finale Form haben. Im Bild sind die groben Leisten für Damenschuhe zu sehen (© Framas Kunststofftechnik)

  • Ein Holzleisten wird mithilfe von Hobel- und Schleifwerkzeug angepasst. Alle später aus Kunststoff hergestellten Schuhleisten werden erst als Holzmodell designt (© framas Kunststofftechnik)

    Ein Holzleisten wird mithilfe von Hobel- und Schleifwerkzeug angepasst. Alle später aus Kunststoff hergestellten Schuhleisten werden erst als Holzmodell designt (© Framas Kunststofftechnik)

  • Von links nach rechts: Heutiger Kunststoffleisten, Prototyp-Leisten, Holzleisten (© framas Kunststofftechnik)

    Von links nach rechts: Heutiger Kunststoffleisten, Prototyp-Leisten, Holzleisten (© Framas Kunststofftechnik)

  • Rohlinge für die Kunststoffleisten-Produktion (© framas Kunststofftechnik)

    Rohlinge für die Kunststoffleisten-Produktion (© Framas Kunststofftechnik)

  • Kunststoffleisten verschiedener Modelle (© framas Kunststofftechnik)

    Kunststoffleisten verschiedener Modelle (© Framas Kunststofftechnik)

  • Teil des Werkzeugs, das zum Spritzen einer Sohle genutzt wird (© framas Kunststofftechnik)

    Teil eines Werkzeugs, das zum Spritzen einer Sohle genutzt wird (© Framas Kunststofftechnik)

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Eine Schuhmetropole in Rheinland-Pfalz

Am Stammsitz Pirmasens arbeiten aktuell 127 der weltweit rund 2800 Mitarbeiter; in den letzten zwei Jahren sind 40 neue Stellen geschaffen worden. Hier wird nach wie vor für den europäischen Markt produziert. Außerdem beherbergt der Hauptsitz unter anderem das Framas-Entwicklungs-Zentrum (FEZ), den Formenbau und das Leisten-Kompetenzzentrum des Unternehmens.

Die Leisten werden auch heute von Hand modelliert. Entsprechend digitalisiert und an spezialisierte Maschinen übergeben, übernehmen diese dann den Rest und fräsen aus Rohlingen in rasantem Tempo und mit hoher Präzision Hunderte von Kunststoffleisten. In den Siebzigerjahren eröffnete die Spritzgießtechnik nicht nur im Schuhkernsegment den Ausbau des Portfolios und effizientere Prozesse, sondern auch neue Geschäftsfelder beispielsweise in der Elektronik- und Automobilindustrie. Heute kommen etwa 90 % des Jahresumsatzes von rund 150 Mio. EUR aus der Schuhindustrie.

Umgeben von Großen

Zu den Kunden zählen neben den großen Sportschuh-Labels Adidas, Puma, Nike und New Balance beispielsweise auch Hersteller von Sicherheitsschuhen wie Uvex und Haix. Die Zusammenarbeit beginnt dabei meist schon in der Entwicklungsphase, also viele Monate, bevor die neuen Modelle in den Regalen stehen. Der Leisten macht dann nur noch einen kleinen Anteil aus neben Fersenelementen und Hinterkappen, Brand- und Außensohlen, Spikesystemen, Dämpfungselementen und sonstigen Komponenten ‒ so zum Beispiel die Anwendung in der Medizin- und Orthopädietechnik.

Nach wie vor befindet sich Framas als unabhängiges Unternehmen im Besitz der Familie Martz. Jedes Jahr habe zwar seine eigenen Herausforderungen, aber das Unternehmen laufe seit Jahren stabil und mit Aufwärtstrend, lässt Andreas Wolf, CEO der Framas-Gruppe, einen Blick in die Geschäftsentwicklung zu. Noch in diesem Jahr eröffnet der Leistenhersteller zusammen mit einem Partner am bestehenden Standort im US-amerikanischen Portland ein neues Werk für Schuhleistenbau.

Die Schuhstadt Pirmasens ist nach wie vor präferierter Hauptsitz ‒ darin ist sich das Management-Trio aus Andreas Wolf (CEO), Patrick Jann (CFO) und Martin Jachmann (COO) einig. Vor geraumer Zeit erst hat Framas ein vakantes, direkt gegenüberliegendes Grundstück aus einem Konversionsgebiet der Stadt gekauft, um sich Flächenpotenzial für mögliche Expansionen am Standort zu sichern; bis dahin dient das Gelände als Parkplatz. Nur einen Steinwurf davon entfernt liegt das städtische Stadion, wo der FK Pirmasens seine Heimspiele austrägt. Schon länger engagiert sich Framas als Hauptsponsor des Fußball-Regionalligisten, seit letztem Monat trägt die Sportarena auch den Namen „framas Stadion“. (ys)

Autor: Andreas Becker

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