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01.12.2016

Grüner Gegenentwurf

Biokunststoffe bieten nicht nur ökologische Vorteile

Die Materialklasse der Biokunststoffe hat sich im Verpackungsbereich etabliert und bietet gegenüber konventionellen Kunststoffen eine Reihe von Vorteilen. Die steigenden Umweltanforderungen der Verbraucher veranlassen viele Verarbeiter zum Umdenken, wodurch auch die Zahl der Anwendungsgebiete für Biokunststoffe größer wird.

Von Harald Käb

Wo herkömmliche Kunststoffprodukte gesetzlich eingeschränkt werden, entstehen Chancen für biologisch abbaubare Kunststoffe (© H. Käb)

Wo herkömmliche Kunststoffprodukte gesetzlich eingeschränkt werden, entstehen Chancen für biologisch abbaubare Kunststoffe (© H. Käb)

Je nach Blickwinkel werden bei Biokunststoffen entweder ihre biobasierte Herkunft oder die biologische Abbaubarkeit in den Vordergrund gerückt. Dabei sind die beiden Eigenschaften unabhängig voneinander und zielen in völlig unterschiedliche Richtungen. Der Begriff „Biokunststoff“ wirkt somit reichlich künstlich und verwirrt sowohl Experten als auch Verbraucher. Dabei haben beide Eigenschaften ihre Berechtigung und können sinnvoll eingesetzt werden.

'Biologische Abbaubarkeit' adressiert das Lebensende des Produkts. Alles dreht sich um abfallwirtschaftliche Fragen. Das Ziel ist eine möglichst sinnvolle und schadlose Wiederverwendung oder Verwertung einzelner Produkte, ganz im Sinne effizienter Kreislaufsysteme. Die biologische Abbaubarkeit ist in vielerlei Hinsicht der Gegenentwurf zur langen Haltbarkeit, die für herkömmliche Kunststoffe Qualität und Problematik gleichermaßen bedeutet (Titelbild).

Haltbarkeit vs. schnelle Abbaubarkeit

Lange Haltbarkeit und schneller Abbau sind unvereinbare Gegenpole. Haltbarkeit setzt Resistenz gegenüber biologischem Angriff aus der Umgebung voraus. Weil wir bisher haltbare Kunststoffe vorwiegend für Einwegprodukte verwenden, kämpfen wir mit unerwünschten Nebeneffekten. Es fällt schwer sie effizient in stoffliche Kreisläufe zu integrieren. Ihr vermeintlich geringer Wert befördert zudem die Unachtsamkeit des Anwenders. Durch unsachgemäße Handhabung sammeln sich immer mehr Kunststoffe in Boden und Wasser an. Statt abzubauen zerkleinern sich die Fragmente immer weiter, bis sie in biologische Systeme eindringen. Rund 30% der Fische enthalten laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) Kunststoffpartikel.

Bild 1. Verbrauch biologisch abbaubarer Kunststoffe nach Anwendung EU 2015 (Gesamt: 100.000 t) (©  nova)

Bild 1. Verbrauch biologisch abbaubarer Kunststoffe nach Anwendung EU 2015 (Gesamt: 100.000 t) (© nova)

Umweltverbände und Politiker schlagen Alarm; Wissenschaftler durchleuchten die biologische Abbaubarkeit von Kunststoffen hinsichtlich möglicher Beiträge zur Lösung dieser Probleme. Weil aber die Umgebungsbedingungen stark variieren und viele Faktoren zusammenwirken, stehen Kritiker dem oft skeptisch gegenüber. Im Einzelfall kann die biologische Abbaubarkeit Beiträge gegen die Umweltverschmutzung leisten, falsche Erwartungen sollten jedoch nicht geschürt werden. Dem wirken die USA und Europa mit strengen Standards und Vorschriften zum Nachweis bzw. dem Bewerben der biologischen Abbaubarkeit entgegen.



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