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04.06.2019

Beiträge gesucht für Querdenker-Symposium

IKV-Premiere beleuchtet Fundamente der Kunststofftechnik

Im Interview mit Chefredakteur Dr. Karlhorst Klotz erläutert IKV-Institutsleiter Prof. Dr. Christian Hopmann die Idee hinter dem neuem Symposium (© IKV Aachen)

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen plant für 2020 eine Premiere: Das
„1. International Symposium on Plastics Technology“ ( www.ikv-symposium.com ) soll am 10. März 2020 – also am Vortag des traditionellen IKV-Kolloquiums
( www.ikv-kolloquium.de ), das am 11. und 12. März 2020 stattfindet – Wissenschaftler und Fachleute aus aller Welt versammeln, die sich mit der Zukunft der Kunststoffe befassen.

Das Symposium wird nach Einschätzung von Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann ein „außergewöhnliches Forum bieten, um zu lernen, teilzuhaben und sich mit denen zu vernetzen, die auf dem Gebiet der Kunststofftechnik führend sind“, und verspricht „die neuesten Erkenntnisse der Polymerwissenschaft und -technologie".

Kurz bevor die Frist zur Einreichung der Beiträge abläuft, haben wir Prof. Hopmann ein paar Fragen zu den Besonderheiten der neuen Veranstaltung und ihrem Nutzwert für die Zuhörer gestellt:

Kunststoffe: Die Forschung am IKV zu neuen Verfahren in der Kunststofftechnik ist ja stark auf die unmittelbare Anwendung in der Industrie ausgerichtet. Wollen Sie mit Ihrem Aufruf zur Teilnahme an einem internationalen Symposium dennoch nun eher grundlagenorientierte Wissenschaftler erreichen und wenn ja, warum?

Hopmann: Im IKV haben wir immer beides im Blick, die erkenntnisorientierte Grundlagenforschung und die anwendungsorientierte Forschung für die Industrie. Beides ist in unserer Instituts-DNA eng miteinander verbunden. Ich bemühe an dieser Stelle gerne das Bild der Innovationspipeline: Wenn vorne keine Grundlagenforschung einfließt, wird hinten keine Innovation herauskommen. Wir brauchen immer beides, um unsere Industrie substanziell zu unterstützen. Sie haben aber völlig recht: In unserem Kolloquium richten wir uns traditionell stark auf die Bedarfe der Industrie aus, die Grundlagenforschung wird hier nicht so sichtbar. Gerade aus diesem Grund wollen wir der Grundlagenforschung einen Raum geben, indem wir die Forscher der Welt bitten, ihre fundamentalen Arbeiten zu präsentieren und mit Wissenschaft und Industrie zu diskutieren.

Kunststoffe: Was nützt eine solche vielleicht doch eher „akademische“ Veranstaltung im Vorfeld des Kolloquiums den Zuhörern aus der Industrie?

Hopmann: Wir Forscher werden zu Recht aufgefordert, aus dem Elfenbeinturm herauszukommen, unsere Arbeiten verständlich zu machen und in den öffentlichen Diskurs zu treten. Genau das wollen wir mit dieser Veranstaltung erreichen. Wer erfahren will, welche Themen in der Wissenschaft beforscht werden, welche neuen Erkenntnisse erarbeitet wurden und wie der globale Stand der Forschung ist, wird zweifellos mit zahlreichen Anregungen und Ideen beglückt werden. Der Erfolg unserer Industrie beruht ja nicht unerheblich auf universitärer Forschung. Technologien, die heute Standard sind, haben hier ihren Ursprung. Ob Werkzeuginnendrucksensor, Simulationssoftware oder Verfahrenstechnik wie Schaumspritzgießen – sie alle haben ihren Ursprung in der universitären Forschung. Wer also wissen will, was morgen oder übermorgen den Unternehmenserfolg ausmachen könnte, kann sich hier intensiv und höchst effizient an einem Tag mit diversen Facetten, Ansätzen und Lösungen der Forschung auseinandersetzen.

Kunststoffe: Wie versuchen Sie sicherzustellen, dass praxisorientierte Besucher eine Chance haben, den Ausführungen der Spezialisten zu folgen?

Hopmann: Wir haben in unserer Industrie viele kluge Köpfe, die auf ihrem Gebiet Spezialisten sind und oftmals selbst in der Forschung aktiv waren oder sind. Wer Forschung verfolgt, wird sich gut zurechtfinden. Und wer das nicht tut, sollte zügig damit beginnen. Die ein oder andere Grenzerfahrung wird sich unweigerlich einstellen. Aber genau das ist der Humus, auf dem sich Innovationen entwickeln. Die naheliegende, leicht verständliche, schnelle Antwort löst leider auch nur die eher trivialen Fragen. Für grundlegend Neues bedarf es grundlegend neuen Denkens. Nehmen Sie das Beispiel Künstliche Intelligenz: Wohl kaum jemand bezweifelt, dass diese auch in unserer Branche eine wichtige Rolle spielen wird. Die Auseinandersetzung mit den Spezialisten auf diesem Gebiet macht auch uns Forschern, die in der Kunststofftechnik beheimatet sind, einige Mühe. Ohne diese geht es aber nicht, und ehrlich gesagt, wäre das Leben ja auch ziemlich langweilig, wenn alles immer sofort eingängig wäre.

Kunststoffe: Rechnergestützte Disziplinen wie Simulation oder Künstliche Intelligenz erfordern, wie Sie sagen, heute den Blick über den Tellerrand. Werden Vorträge aus diesem Bereich einen Schwerpunkt bilden, und auf welchen dieser von einigen Anwendern ja eher skeptisch beurteilten Technologien wird man direkten Nutzen für die tägliche Arbeit erwarten können?

Hopmann: Was wir letztlich auf dem Symposium erleben, bestimmen die präsentierenden Wissenschaftler. Wir als Veranstalter wollen da keine engen Grenzen setzen. Forschung braucht Freiheit, das wird sich auch auf dem Symposium zeigen. Die Idee ist simpel: Laden wir die klugen Köpfe ein und lassen sie berichten, was aus ihrer Sicht bedeutsam ist. Warum sollten wir als Veranstalter die relevanten Zukunftsthemen besser kennen als die Forscher der Welt?

Gleichwohl, ich kann Ihnen versichern, dass Simulation und Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen werden. Der direkte Nutzen dieser Themen für die tägliche Arbeit ist individuell verschieden – hier sind die Unternehmen gefordert, die Erkenntnisse aus der Forschung für sich nutzbar zu machen. Wir wollen Ansätze, Methoden und Gedanken vorstellen, die längerfristig wirken, so wie es auch für die Künstliche Intelligenz der Fall ist. Wir begegnen KI heute überall im täglichen Leben, meist ohne es zu merken. Sie hat auch in der Kunststofftechnik erhebliches Potenzial, wie wir mit unseren Forschungen derzeit von Woche zu Woche lernen. Es ist sicher weder die alle Probleme lösende Methode, noch wird sie die Totalüberwachung mit sich bringen. Die von Ihnen angesprochene Skepsis basiert in erheblichem Maße auf Unkenntnis, ebenso wie die teils überzogenen Erwartungen und unterschätzten Aufwände. Hier lohnt es sich, der Wissenschaft zuzuhören und sie herauszufordern. Denn auch darum geht es: Die Wissenschaftler wollen auch von der Industrie hören, welche fundamentalen Herausforderungen dort gesehen und durch Forschung gelöst werden können.

Kunststoffe: Welche Art von Impulsen erwarten Sie in der klassischen Material- und Verfahrenstechnik?

Hopmann: Wenn Sie zum Beispiel die Tagung und Publikationen der PPS – Polymer Processing Society verfolgen, sehen Sie, dass hier eine unglaubliche Breite von Werkstoffen und Werkstoffmodifikationen sowie Verarbeitungsprozesse beforscht werden. Da spielt die Additive Fertigung ebenso eine Rolle wie klassische Verfahren, Modifikation von Commodities ebenso wie exotische Polymere. Diese Breite und die Tiefe der Arbeiten machen Forschung vielfältig. Und genau das wollen wir demonstrieren. In unserer vom Mainstream dominierten Welt kommt es mir darauf an, Vielfalt zu zeigen, unerwartete Arbeiten zu präsentieren – und einen angemessenen Raum und Stellenwert für Querdenken und Anderssein – man könnte auch sagen: Diversity – zu schaffen. Insofern weiß ich heute nicht, was uns alles erwarten wird. Und genau deshalb freue ich mich wie ein Kind voller Spannung zunächst auf die Beitragsvorschläge, die aktuell aus aller Welt bei uns am IKV eintreffen, und dann natürlich auf das Symposium im März 2020 bei uns in Aachen.

Fragen: Dr. Karlhorst Klotz, Redaktion Kunststoffe


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