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Dr. Clemens Doriat, Redakteur der Zeitschrift Kunststoffe
Treiber der Robotik


Die wirtschaftlichen Potenziale von Robotik und Automation sind längst nicht ausgeschöpft, lautet das Ergebnis einer Studie der International Federation of Robotics (IFR). Demnach sind in Deutschland pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie geschätzt zwischen 200 und 400 Industrieroboter im Einsatz. Einen solch hohen Wert erreichen weltweit sonst nur Japan und Korea. Zum Vergleich: In den USA, in Italien, Frankreich, Spanien, Österreich sowie in den Benelux- und skandinavischen Ländern sind es 100 bis 200 - wobei weniger die Fakten selbst überraschen als die Größe des Abstands zwischen den drei führenden und den anderen Industriestaaten.

Das Ende der Fahnenstange ist für die Roboterhersteller auch in Märkten,die sie bereits stark durchdrungen haben, aber noch nicht erreicht, denn neue Anwendungen treiben die Entwicklung mit hohem Tempo weiter. So erobern die automatischen Helfer in der Medizintechnik weitere Montageplätze, weil sie Reinraumanforderungen und Hygienevorschriften erfüllen. In der Elektroindustrie werden aktuell Automatisierungsverfahren erarbeitet, um das Umfeld der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge großserientauglich und mit lückenlosen Qualitätsnachweisen zu gestalten. Damit landet man zwangsläufig bei einem Thema, das Züge eines Hype aufweist - die Fertigung von Leichtbauteilen aus Faserverbundwerkstoffen, namentlich kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK).

Noch mangelt es an industrietauglichen Konzepten, um den Übergang von manuell gefertigten, teuren Kleinserien im Flugzeugbau zu prozesssicheren, kostengünstigen Verfahren für die Großserie etwa in der Automobilindustrie zu bewältigen. Doch derzeit, so mutet es gelegentlich an, kennen Ingenieure in Industriekonsortien und Hochschulinstituten landauf, landab kein anderes Ziel, als eine hochintegrierte Prozesskette für CFK-Teile mit kurzen Taktzeiten und hoher Wiederholpräzision zu erzwingen - oder zumindest keines, mit dem man, siehe den Spitzencluster MAI Carbon, so üppige Fördergelder anzapfen kann.Die Roboterhersteller tun das Ihre und entwickeln vernetzte Anlagen zum Flechten, Zuschneiden und Handhaben von Gelegen sowie zum Bohren, Fräsen und Montieren der fertigen Strukturbauteile.Wer sich darüber informieren will: Die Fachmesse Automatica zeigt vom 22. bis 25.Mai die Sonderschau "Automatisierte Composite-Produktion".

Allerdings: Mögen Carbonfasern noch so reißfest sein, vor dem Durchbruch dürfte noch so mancher Serientraum zu Kohlestaub zerfallen.






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Kunststoffe 04/2012: Revival auf dem Schwarzmarkt
Kunststoffe 03/2012: Nachhaltig in die Zukunft
Kunststoffe 02/2012: Gute Geldanlage
Kunststoffe 01/2012: Prosumenten vor der Tür